Oberhavelsteg, Teufelsseekanal

Monatsarchiv für Januar 2010

Jan 31 2010

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Salecker

Wilhelmstadt – Spandau

Abgelegt unter Wilhelmstadt

Ortsteile in Spandau: Wilhelmstadt

  • Koordinaten: 52° 31′ 32″ N, 13° 10′ 34″ O
  • Fläche: 10,4 km²
  • Einwohner: 37.080 (30. Juni 2008)
  • Bevölkerungsdichte: 3558 Einwohner/km²
  • Postleitzahl: 13593, 13595
  • Ortsteilnummer: 0509
  • Verwaltungsbezirk: Spandau
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Namensgebung

Die Wilhelmstadt ist ein Ortsteil im Bezirk Spandau von Berlin, dessen Namen sich von Kaiser Wilhelm Ⅰ. ableitet. Anlässlich des 100. Geburtstages des Kaisers erhielt der Ortsteil 1897 offiziell seinen Namen.

Lage

Die Ortsteilgrenzen verlaufen recht unregelmäßig. Abgegrenzt wird der Ortsteil im Norden in etwa durch den Bullengraben sowie entlang der Ruhlebener Straße/Charlottenburger Chaussee, im Osten durch die Havelchaussee sowie den Stößensee gegen Westend, im Süden durch eine ost-westlich verlaufende Linie südlich des Jaczo-Turms gegen Gatow und im Westen durch die Sandstraße gegen Staaken. Wichtige Straßen in der Wilhelmstadt sind die Heerstraße (Bundesstraße 5 und östlich bis zur Wilhelmstraße auch Bundesstraße 2), die Wilhelmstraße (südlich ab Heerstraße Bundesstraße 2) sowie Gatower Straße und Pichelsdorfer Straße.

Neben der geschlossenen Mietshausbebauung der historischen Wilhelmstadt (nördlich der Heerstraße) und den überwiegend mit Einfamilienhäusern bebauten Bereichen zwischen Heerstraße und Weinmeisterhornweg gehören auch die Ortslagen Pichelsdorf, Pichelswerder und Tiefwerder (ohne Südhafen und Wohnbereich an der Dorfstraße) zu diesem Spandauer Ortsteil.

Ebenfalls zum Ortsteil Wilhelmstadt gehört der sogenannte „Seeburger Zipfel“. Im Jahr 1945 führten die alliierten Streitkräfte aus der Sowjetunion und Großbritannien einen Interessensgebietsaustausch, u. a. zwischen Seeburg und dem Berliner Bezirk Spandau durch. Seeburg erstreckte sich damals bis auf wenige Meter an die Havel heran, sodass die südlichen Gebiete von Spandau (Gatow, Kladow) per Straße (Potsdamer Chaussee, Gatower Straße) von der Wilhelmstadt nur über das Gebiet von Seeburg in der sowjetischen Besatzungszone erreicht werden konnte.

Geschichte

Die Briten betrieben im Süden von Spandau ihren Militärflugplatz sowie zwei Kasernen und wollten eine ungehinderte Zufahrt erreichen. Daher wurde an Spandau der Seeburger Zipfel abgetreten, der nahe der Havel das bevorzugte Wohngebiet Weinmeisterhöhe, heute die Wohnlage mit den höchsten Bodenpreisen in Spandau, und ansonsten Rieselfelder umfasste. An die Gemeinde Seeburg wurden dafür im geringeren räumlichen Umfang Spandauer Gebiete westlich der Potsdamer Chaussee (Rieselfelder) abgetreten.

Der Seeburger Zipfel bildet heute die Gemarkung Seeburg im Ortsteil Wilhelmstadt. Mit dem Einigungsvertrag wurde bei der Wiedervereinigung entschieden, dass die Austauschgebiete Seeburger Zipfel und Groß Glienicke beim Bezirk Spandau verbleiben. Der 1945 im Gegenzug an die sowjetische Besatzungszone übergebene Westteil des Ortsteils Staaken, seit 1961 eine selbstständige Gemeinde Staaken in der DDR, kam wieder zurück zu Spandau. Eine Verfassungsklage der Gemeinde Groß Glienicke hiergegen blieb erfolglos.

Internationale Bekanntheit erlangte der Ortsteil im Jahr 1947 durch die Inhaftierung der Kriegsverbrecher des Dritten Reichs im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis. Das Gefängnis lag am südwestlichen Rand der Wilhelmstadt und war dem Alliierten Kontrollrat unterstellt war, wobei die Bewachung der Häftlinge im Monatswechsel durch die ehemaligen Alliierten erfolgte. 1987, nach dem Suizid des letzten und jahrelang einzigen Gefangenen, Rudolf Heß, wurde das Gefängnis umgehend abgerissen, um es nicht zu einer Wallfahrtsstätte für Rechtsradikale werden zu lassen. Das Gelände wurde mit einem 1990 eröffneten Einkaufszentrum, dem ehemaligen Britannia Centre Spandau[1] der NAAFI neu bebaut.

Heute

In der Wilhelmstadt liegt das Kombibad Spandau Süd (Uwe-Gaßmann-Bad, Gatower Straße 19) der Berliner Bäder-Betriebe. Zwei ehemalige große Kasernenstandorte an der Wilhelmstraße werden seit dem Abzug der britischen Streitkräfte für gewerbliche Zwecke genutzt.

Europas einzige „nasse“ Tiefenrauschsimulationsanlage liegt an der Scharfen Lanke am südöstlichen Rand der Wilhelmstadt. Die DLRG Berlin kann mit ihrer Tauchturm-Anlage der Bundeslehr‑ und Forschungsstätte (BLFS) Tiefen bis zu 150 Meter Wassertiefe simulieren. Sporttaucher können hier unter sicheren Bedingungen die Gefahren des Tiefenrausches erfahren.

Sehenswürdigkeiten

Jaczo-Schlucht

Auf Höhe der Gatower Straße 199 beginnt – kurz bevor man Gatow erreicht – ein Weg durch die Jaczo-Schlucht zur Havel. Nach nur wenigen Metern begegnet man einem kleinen, runden, unscheinbaren und verwahrlosten Turm. Er wurde 1914 mit privaten Mitteln eines anonymen Spandauer Bürgers zur Erinnerung an den slawischen Fürsten Jaxa von Köpenick errichtet, der auch der Schlucht den Namen gab. Jaxa oder auch Jaczo ging in die Geschichte ein als Gegenspieler von Albrecht dem Bären bei der Gründung der Mark Brandenburg im Jahr 1157. Ein schon weit zerfallenes Relief am Turm zeigt Jaxa auf der Flucht vor Albrecht dem Bären und zwei seiner Reiter. Der Legende und der lateinischen Inschrift nach soll Albrecht den Slawenfürsten am Ende der Schlucht in die Havel getrieben haben. Das rettende gegenüber liegende Ufer bei Schildhorn erreichte er nur mit Hilfe des – in letzter Not angerufenen und bislang verhassten – Christengottes, dem er zum Dank die Treue schwor. Bei Schildhorn ließ König Friedrich Wilhelm Ⅳ. von Preußen 1845 zur Erinnerung an Jaxas wundersame Bekehrung ein Denkmal errichten (siehe ausführlich: Schildhornsage).

Tiefwerder Wiesen

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählt das Landschaftsschutzgebiet Tiefwerder Wiesen an der Havel, das letzte natürliche Überschwemmungs‑ und Hecht-Laichgebiet in Berlin.

Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie

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Jan 31 2010

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Salecker

Siemensstadt – Spandau

Abgelegt unter Siemensstadt

Ortsteile in Spandau: Siemensstadt

  • Koordinaten: 52° 32′ 26″ N, 13° 15′ 47″ O
  • Fläche: 5,66 km²
  • Einwohner: 11.388 (30. Juni 2008)
  • Bevölkerungsdichte: 2012 Einwohner/km²
  • Postleitzahl: 13629
  • Ortsteilnummer: 0503
  • Verwaltungsbezirk: Spandau
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Lage

Siemensstadt ist ein Ortsteil am Ostrand des Bezirks Spandau von Berlin. Er entstand durch die Ansiedelung von Siemens-Werken und den dazugebauten modernen Werkssiedlungen auf den Nonnenwiesen. Der Ortsteil ist auch heute von weitläufigen Industrie‑ und Werksanlagen und durchgrünten Wohnsiedlungen geprägt. Die derzeit angesiedelten Unternehmen gehören jedoch nicht mehr ausschließlich zur Siemens AG.

Geschichte

In einer Darstellung des Anzeiger für das Havelland vom 1. August 1913 wird die Situation der damals entstehenden Siemensstadt folgendermaßen dargestellt:

„[…] Dort hinter der Spree erheben sich gewaltige Gebäude in rotem Backsteinbau; vier‑ und fünfstöckige Gebäude von mehreren hundert Metern Front und lange Maschinenhäuser dehnen sich aus. Ein Kanal führt bis zu den Werken und unzählige Eisenbahnschienen durchqueren die weiten Gelände. Das ist die Siemensstadt. Von dem Umfang der einzelnen Nonnendammer Abteilungen dürften folgende Zahlen ein Bild geben: Es werden ungefähr beschäftigt:

  • Im Wernerwerk 7000 Personen,
  • im Kleinbauwerk 3500,
  • im Elektromotorenwerk 3000,
  • im Dynamowerk 2300,
  • im Blockwerk 800,
  • in der Automobilfabrik 550,
  • in der Eisengießerei 300,
  • in der Gelbgießerei 200,
  • in der Versuchsanstalt für elektrische Bahnen 200,
  • im Kabelwerk Gartenfeld (eine halbe Stunde vom Nonnendamm) 3000.

Das sind gewiß gewaltige Zahlen, die selbst für Groß-Berliner Industrieverhältnisse ansprechen. Im Herbst wird der Spandauer Nonnendamm weitern gewaltigen Zuwachs erhalten. Das neue Zentralverwaltungsgebäude wird dann bezogen werden, und abermals werden 3000 Personen dem Nonnendamm mehr zuströmen […] Das Wernerwerk erfährt ebenfalls fortgesetzt Vergrößerungen, alle in Charlottenburg gelegenen Siemensbetriebe sollen nach und nach auf dem Spandauer Nonnendamm angesiedelt werden […] Umfangreiche Terrains stehen dem Siemensunternehmen zu Bauten noch zur Verfügung […]“

Siemensstadt heute

Das heutige Siemensstadt liegt zwischen Hohenzollernkanal (ein in diesem Abschnitt so bezeichnetes Teilstück des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals) im Norden, Charlottenburg-Nord im Osten, der Spree im Süden und Haselhorst im Westen. Der durch die Ringsiedlung verlaufende Jungfernheideweg stellt die Grenze zu Charlottenburg-Nord dar. Zu Siemensstadt gehört auch die durch den Alten Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal und Hohenzollernkanal gebildete Insel Gartenfeld, auf der weitere Siemens-Werksanlagen (bis 2002 „Kabelwerk Gartenfeld“) errichtet wurden.

Im Juni 2008 hatte die Siemensstadt 11.388 Einwohner, damit ist der relativ dünn besiedelte Ortsteil bevölkerungsmäßig mit einer deutschen Kleinstadt vergleichbar. Noch heute findet wöchentlich montags und donnerstags im Quellweg ein – in der letzten Zeit stark geschrumpfter – Wochenmarkt statt.

Zurzeit ist im Bereich des U-Bahnhofs Paulsternstraße der Bau des Siemensstadt-Parks im Gange. Er wird anstelle der ursprünglich geplanten Siemens-Arena gebaut und soll eine Shopping-Passage inklusive einer Eventhalle erhalten, da sich die Berliner Bauverwaltung seinerzeit für die Errichtung der Multifunktionsarena O2-World in der Nähe des Ostbahnhofs entschieden hatte. Der Siemensstadt-Park soll voraussichtlich bis Herbst 2010 fertiggestellt sein.

Wohnarchitektur

Neben Einzelbauten aus der Zeit um 1900 entstanden in Siemensstadt in mehreren Etappen Siedlungsbauten, darunter bedeutende Beispiele des Neuen Bauens und des Großsiedlungsbaus:

  • Siemens-Siedlung am Rohrdamm (ab 1922 bis ca. 1929, Architekt Hans Ⅽ. Hertlein)
  • Siedlung Heimat (1929–1930, Architekt Hans Ⅽ. Hertlein, 900 Wohnungen)
  • Wohngroßsiedlung Siemensstadt (nach der Architektenvereinigung Der Ring „Ringsiedlung“ bzw. „Reformsiedlung“ genannt, 1929–1931, zumeist zu Charlottenburg gehörend)
  • Siedlung Rohrdamm-West (1953–1955, Architekt Hans Ⅽ. Hertlein)
Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie

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Jan 31 2010

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Salecker

Staaken – Spandau

Abgelegt unter Staaken

Ortsteile in Spandau: Staaken

  • Koordinaten: 52° 31′ 57″ N, 13° 8′ 29″ O
  • Fläche: 10,9 km²
  • Einwohner: 41.470 (30. Juni 2008)
  • Bevölkerungsdichte: 3810 Einwohner/km²
  • Eingemeindung: 1. Okt. 1920
  • Postleitzahl: 13591
  • Ortsteilnummer: 0504
  • Verwaltungsbezirk: Spandau
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Lage

Im Nordosten grenzt Staaken an das Falkenhagener Feld, im Osten liegt Klosterfelde zwischen Staaken und dem Kern Spandaus (Ortsteile Spandau bzw. Wilhelmstadt). Im Westen und Süden bildet der Ortsteil die Berliner Stadtgrenze zum Land Brandenburg, Landkreis Havelland, im Nordwesten davon zur Stadt Falkensee, im Südwesten nach Dallgow-Döberitz und im Süden nach Seeburg.

Während der historische Teil Staakens um das alte Dorf, der Norden und der Süden, überwiegend durch Einfamilienhaussiedlungen sowie die Gartenstadt Staaken geprägt sind, bestehen der östliche Teil und Neu-Staaken vorherrschend aus Großsiedlungen, die seit Ende der 1950er‑ bis in die 1970er-Jahre in mehreren Bauabschnitten entstanden sind.

Ortsteile in Staaken

Albrechtshof

Der Ortsteil Albrechtshof befindet sich im westlichen Teil Staakens. Er wird im Osten begrenzt durch den Finkenkruger Weg, im Norden und im Westen durch die Stadtgrenze zu Falkensee sowie im Süden durch die Hamburger Bahn. Er zeichnet sich vor allem durch die Bebauung mit Einfamilienhäusern aus, die ihm einen ländlichen Charakter verleihen. Am 5. Dezember 1961 geriet der Ortsteil in die Schlagzeilen der Presse, als ein Lokführer seinen Zug im damaligen Endbahnhof Albrechtshof nicht zum Stehen brachte, sondern die Grenzsperranlagen in Richtung West-Berlin durchbrach. Danach wurde diese Strecke für den Interzonenzugverkehr zwischen Berlin und Hamburg stillgelegt und die Züge über Wannsee umgeleitet. Diese Flucht wurde im Film Durchbruch Lok 234 dokumentiert. Ein Teil von Albrechtshof liegt außerdem noch in Brandenburg bei Seegefeld.

Gartenstadt Staaken

Das ursprüngliche Gebiet der Gartenstadt Staaken erstreckt sich auf einem Gelände zwischen der Lehrter Bahn und der Hamburger Bahn, also zwischen der nördlichen und der südlichen Eisenbahnlinie und wird im Osten von der Hackbuschstraße und im Westen vom Finkenkruger Weg abgegrenzt. Diese Fläche hat 350.000 m², bei denen es sich um Ackerland handelte. Die Bebauung dieses Areals nach der Planung des Architekten Paul Schmitthenner in den Jahren 1914–1917 bildet heute den Kern der Gartenstadt Staaken. Die Genossenschaft der Gartenstadt Staaken wurde am 27. Juni 1913 gegründet und verfügt inzwischen auch über Wohneinheiten außerhalb dieses Areals. Als problematisch stellte sich der ursprünglich zwischen der Genossenschaft und dem preußischen Ministerium des Innern ausgehandelte Pachtvertrag dar. Dieser war nur bis Ende 1999 befristet und somit galt die Zukunft der Gartenstadt Staaken über diesen Zeitraum hinaus als ungewiss. Die Wohnungsbaugenossenschaft Gartenstadt Staaken eG konnte das Gelände käuflich erwerben, bevor der Pachtvertrag endete. Die Häuser stehen heute unter Denkmalschutz.

Dorf Staaken

Der eigentliche Ortskern von Staaken erstreckt sich entlang des Nennhauser Damms, südlich des Brunsbütteler Damms. An der Hauptstraße befindet sich die Staakener Dorfkirche.

Siedlung Neu-Jerusalem
Die Siedlung Neu-Jerusalem befindet sich westlich des Staakener Ortskerns kurz vor der Berliner Stadtgrenze beiderseits der Heerstraße. Den Namen verdankt die denkmalgeschützte Siedlung ihrer kubischen Architektur.

Neu-Staaken

Kleingärten und einzelne landwirtschaftliche Betriebe, die südlich der Lehrter Bahn ansässig waren, mussten in den 1960er‑ und 1970er-Jahren zunehmend dem Bau von Mehrfamilienhäusern – der Louise-Schroeder-Siedlung – weichen. So wurden Mitte der 1960er-Jahre zunächst im Bereich nördlicher Brunsbütteler Damm/Oldesloer Weg Häuser mit meist vier Etagen errichtet. Am Ende dieses Jahrzehnts weitete man die Bebauung auf die Gebiete südlicher Brunsbütteler Damm, Südekumzeile und Zweiwinkelweg aus, Anfang der 1970er-Jahre dann bis zur Obstallee, Maulbeerallee und Heerstraße, der Rudolf-Wissell-Siedlung, wobei die Zahl der Etagen von Bauabschnitt zu Bauabschnitt stets anstieg. Aus dem ehemals dörflichen Staaken wurde somit eine Stadt innerhalb der Stadt Spandau.

Siedlung Hahneberg

Dieses – durch Ein‑ und Zweifamilienhäuser geprägte – Siedlungsgebiet Staakens liegt südwestlich des alten Spandauer Fort Hahneberg. Es wird begrenzt von der Heerstraße im Norden, dem „alten“ Hahneberg (65 ⅿ über NN) im Osten und der Berliner Stadtgrenze im Süden und Westen. Die Parzellierung des Siedlungsgebietes fand schon um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert statt, allerdings gehörte damals Staaken ebenso wie Spandau noch nicht zu Berlin, sodass keine unmittelbare Bebauung folgte. Erste Ansiedlungen vor dem Zweiten Weltkrieg blieben ohne Kontinuität während der Kriegs‑ und Nachkriegszeit. Zu Zeiten des Kalten Kriegs war das Siedlungsgelände wegen der Mauernähe als Teil des von West-Berlin getrennten West-Staaken Sperrgebiet. Nach der Wiedervereinigung und der verwaltungstechnischen Rückgliederung West-Staakens nach Berlin setzte in den 1990er-Jahren auf den großteils unbebauten Grundstücken rege Bautätigkeit ein, die in wenigen Jahren einen offenen Siedlungscharakter entstehen ließ. Diese Offenheit sorgt für einen kontinuierlichen Übergang in die feld‑ und waldgeprägte Landschaft im benachbarten Bundesland Brandenburg.

Geschichte

Staaken wird erstmals am 26. März 1273 urkundlich als Dorf Stakene erwähnt. Der Name kommt aus dem Mittelniederdeutschen (To den staken) und bedeutet Ort, wo Knüppel, dicke Stöcke, Pfähle sind.[1]
Karte des geteilten Berlin. Gebietsaustausch am westlichen Stadtrand (gepunktete Linie) erkennbar

Am 1. Oktober 1920 erfolgte auf der Grundlage des Groß-Berlin-Gesetzes die Eingemeindung des bisherigen Dorfes Staaken nach Berlin und die Zuordnung zum Bezirk Spandau.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Staaken im Rahmen eines Gebietstausches zwischen Briten und Sowjets per 31. August 1945 aufgeteilt. Der westliche Teil wurde der sowjetischen Besatzungsmacht zugesprochen. Dabei wurde dieser Teil zunächst weiter vom Spandauer Rathaus aus verwaltet. So konnten die Bewohner West-Staakens am 3. Dezember 1950 noch an den Wahlen zum West-Berliner Abgeordnetenhaus teilnehmen. Der östliche Teil Staakens blieb – wie der gesamte Bezirk Spandau – Teil des Britischen Sektors. Grund für diese außergewöhnliche Aufteilung Staakens unter den Alliierten – abweichend von den Berliner Bezirksgrenzen – war, dass die britische Siegermacht den in Gatow gelegenen Flugplatz für ihren Sektor in Berlin benötigte. Der Flugplatz Gatow lag ursprünglich zum Teil auf sowjetisch verwaltetem brandenburgischem Gebiet. Die beteiligten Alliierten einigten sich dahingehend, West-Staaken den Sowjets und den Briten im Gegenzug Teile der Gemeinde Groß Glienicke sowie den sogenannten „Seeburger Zipfel“ (ein schmaler Gebietsstreifen auf der Höhe der brandenburgischen Gemeinde Seeburg, der relativ weit in den Britischen Sektor von Berlin hineinragte) im Südwesten Spandaus zuzuteilen. Die Grenze zwischen dem sowjetischen West-Staaken und dem britischen Staaken in West-Berlin verlief dabei in einer Linie von Nord nach Süd in der Mitte der Straßenzüge Finkenkruger Weg, Nennhauser Damm und Bergstraße.

Am 1. Februar 1951 wurde West-Staaken von der DDR-Volkspolizei besetzt und zunächst vom Ost-Berliner Bezirk Mitte aus regiert. Am 1. Juni 1952 wurde die Verwaltung auf die zur DDR gehörige Gemeinde (ab 1961 Stadt) Falkensee (Kreis Nauen, Bezirk Potsdam) übertragen. Doch gehörte West-Staaken weiterhin offiziell zu Groß-Berlin, bis am 1. Januar 1961 die offizielle Eingliederung nach Falkensee erfolgte. Am 1. Januar 1971 wurde es wieder ausgegliedert und bildete fortan die Gemeinde Staaken in der DDR. Die Einwohnerzahl betrug zu diesem Zeitpunkt 4146.
Dorfkirche mit einem Kreuz, das an die Teilung Staakens zwischen 1951 und 1990 erinnert

Trotz der Zugehörigkeit zum Bezirk Potsdam gab es einige Besonderheiten. Die Katasterunterlagen für West-Staaken verblieben beim zuständigen Vermessungsamt des Bezirks Spandau. In Ermangelung anderer Unterlagen stellte der Liegenschaftsdienst des Bezirks Mitte (Ost-Berlin) eine eher rudimentäre Katasterkarte im Maßstab 1 : 4000 auf. Später wurde die Katasterführung an den Liegenschaftsdienst des Kreises Nauen übergeben, der erst nach mühseligen Verhandlungen die bei ihm geführten Unterlagen im Jahr 1991 an den nach der Wiedervereinigung wieder zuständigen Bezirk Spandau herausgab. Die Telefonanschlüsse waren bis in die späten 1980er-Jahre im Telefonbuch von Ost-Berlin verzeichnet. Ein Telefongespräch zwischen Ost-Berlin und West-Staaken (Vorwahl „572“) war ein Gespräch zum Ortstarif. Laut Telefonbuch von 1989 war Staaken nicht mehr als Ortsgespräch über „572“ zu erreichen. Die Telefonanschlüsse waren dann im Telefonbuch des Bezirks Potsdam eingetragen.

Kurz nachdem am Abend des Mauerfalls am 9. November 1989 die innerstädtischen Berliner Grenzübergänge geöffnet worden waren, wurde in der gleichen Nacht gegen 0:35 Uhr auch der Grenzübergang Heerstraße geöffnet. Im Rahmen der Wiedervereinigung wurden die getrennten Ortsteile am 3. Oktober 1990 wieder im Berliner Bezirk Spandau zusammengeführt, West-Staaken zählte zum Beitrittsgebiet.

Industrie

Vor allem der westliche Teil Staakens wurde lange Zeit durch Industriebetriebe geprägt.
Am 9. Juli 1915 erwarb die Luftschiffbau Zeppelin GmbH in Staaken ein Gelände, um gemäß einer Anordnung des Kriegsministeriums Luftschiffe mit militärischer Ausrichtung herstellen zu können. Zwar verfügte man bereits über ähnliche Gelände in Friedrichshafen, Potsdam und Gotha, doch reichten diese Werke nicht aus, um den Bedarf des Militärs decken zu können. So verließ dann am 9. November 1916 das erste Luftschiff die Staakener Werft. Insgesamt konnten in Staaken bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zwölf Zeppeline gebaut werden. Der am 11. November 1918 unterzeichnete Friedensvertrag erlaubte Deutschland jedoch keine weitere Produktion von Luftschiffen und Flugzeugen, wodurch die Produktion in Staaken eingestellt wurde. Doch auch für zivile Zwecke wurde das zwischenzeitlich zum Flugplatz ausgebaute Areal genutzt. Ab dem 20. August 1919 wurde zwischen Friedrichshafen und Berlin-Staaken mit dem LZ 120 ein Zeppelin-Linienverkehr eingerichtet, wobei für die Bewältigung der 600 Kilometer Entfernung sechs Stunden benötigt wurden und 20 Passagiere mitfliegen konnten. Nach nur 103 Fahrten wurde die Verbindung bereits am 5. Dezember 1919 wieder eingestellt.

Am 27. Dezember 1922 nahm man mit Flugzeugen den Liniendienst mit London auf, jedoch erwies sich der Zentralflughafen Berlin-Tempelhof schon bald als verkehrstechnisch günstiger gelegen. Nur vereinzelt wurde der Flugplatz Staaken für Landungen von Zeppelinen, die nunmehr den Atlantikverkehr bedienten, genutzt. 1929 wurde das Gelände an die Stadt Berlin verkauft, dennoch wurde es weiterhin für die Luftfahrt genutzt. So absolvierte die Lufthansa vor allem Trainingsflüge und nutzte die Hallen für Wartungsarbeiten. Am 10. August 1938 flog eine Focke-Wulf Fw 200 V1 „Condor“ der Lufthansa als erstes landgestütztes Passagierlangstreckenflugzeug nonstop die 6371 Kilometer lange Strecke von Berlin-Staaken zum Floyd Bennett Field in New York in 24 Stunden, 56 Minuten und 12 Sekunden (dies entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 255,499 km/h). Zuweilen wurden in Staaken auch Staatsgäste empfangen, wie beispielsweise am 16. August 1938, als der Chef der französischen Luftwaffe Joseph Vuillemin durch den Luftfahrtminister Hermann Göring begrüßt wurde.

Das Gelände wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges zunächst für einige Jahre von der Luftwaffe der Roten Armee weiter als Flughafen genutzt. Dokumentiert ist dies unter anderem durch ein Flugzeugunglück am 5. April 1948 zwischen einer Vickers VC.1 der BEA die zum Flugplatz Gatow unterwegs war und einer Jak-3 der Roten Armee, die in Staaken landen wollte.[2] Später wurde einigen Gebäuden des Flughafens ein Krankenhaus eingerichtet. Das Gelände diente außerdem anderen Industriezweigen z. B. zur Baustofflagerung auf dem Rollfeld. Seit der Wiedervereinigung versucht man, einen Großinvestor zur Einrichtung eines Gewerbeparks zu finden.

Filmwerke

Am 31. Juli 1923 wurde mit einem Stammkapital von 525 Millionen Mark die Filmwerke Staaken AG gegründet, die Eröffnungsbilanz belief sich dabei zum 1. Januar 1924 auf 100.000 Reichsmark. Hans Neumann nutzte die seit Ende des Ersten Weltkriegs leerstehenden Luftschiffhallen, die mit einer Grundfläche von bis zu 6000 m² und einer Höhe von bis zu 42 Metern überdachte Filmbauten mit einer Höhe von 28 Metern ermöglichten. Fortan wurden hier auch Monumentalfilme wie Metropolis von Fritz Lang, I.N.R.I. Ein Film der Menschlichkeit, Die Dreigroschenoper, Eifersucht, Zweierlei Moral, Der Schimmelreiter, Frauen der Leidenschaft, Mata Hari, Ich hatt‘ einen Kameraden, Ariane und Der heilige Berg mit Leni Riefenstahl gedreht. Nach einer finanziellen Krise im November 1929 änderten sich die Besitzverhältnisse der Filmwerke. Eigentümer wurde nun die DLS-Studio GmbH, die zur Deutschen Lichtspiel-Syndikat AG gehörte. 1934 wurden die Arbeiten in den Ateliers dann jedoch vollkommen eingestellt.

DEMAG-Panzerwerk

Das Werk war 1938 ursprünglich als Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) für die S-Bahn im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau Berlins zur Welthauptstadt Germania errichtet worden. Von 1942 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden in dem etwa 14 Hektar großen Werk zwischen der Siedlung Albrechtshof und dem Ortsrand zu Falkensee Panzer, die sogenannten „DEMAG-Panzer“, gefertigt. In den Kriegsjahren erfolgte die Produktion durch Zwangsarbeiter. Hierfür wurde in wenigen Metern Entfernung – bereits auf dem Stadtgebiet von Falkensee − am 10. Juli 1943 ein Außenlager des KZ Sachsenhausen mit 14 Holzbaracken errichtet, das von 1938 bis 1939 zunächst als Lager für 650 Bahnarbeiter angelegt und ab 1939 an die Heeresverwaltung vermietet worden war, die dort Kriegsgefangene unterbrachte. Dabei dienten neun dieser Baracken als Unterbringung der 2500 Inhaftierten. Das Gelände dieses Lagers ist heute eine Gedenkstätte (Hamburger Straße gegenüber der Herlitz-Siedlung). Am 26. April 1945 wurde das Werk von der Roten Armee besetzt und das Lager befreit. Die restlichen Ruinen des demontierten und danach gesprengten Werkes befinden sich im Süden der Hamburger Straße (ehemals Straße 341 und zu DDR-Zeiten Gustav-Döring-Straße). Eine weitläufige Eigenheimsiedlung sowie der großzügige Gebäudekomplex eines Möbelmarktes bestimmen das heutige Bild des ehemaligen Firmengeländes auf dem Stadtgebiet von Falkensee. Auf der Stadtgrenze zu Falkensee liegt heute noch der sogenannte „Panzersee“, in dem Unterwasserfahrten der produzierten Panzer getestet wurden.

Wasserwerk

Das 100 Jahre alte Wasserwerk Staaken, dessen Trinkwasseraufbereitungsanlage in den Jahren 2005–2008 umfassend saniert und neu gebaut wurden (Investitionsvolumen 10 Millionen Euro), hat seine Zufahrt vom Neunkircher Steig in Staaken, liegt jedoch auf dem Gebiet von Dallgow-Döberitz. Das Wasserwerk Staaken versorgt rund 80.000 Einwohner in Falkensee, Dallgow-Döberitz mit Seeburg, Schönwalde-Glien sowie Hennigsdorf.

Bildung

Während der politischen Teilung Staakens existierte in dem zur DDR gehörenden Teil Staakens die Hochschule für Außenhandel. Zahlreiche Personen, die später im Staatsdienst Karriere machten, wurden hier ausgebildet, unter ihnen

Verkehr

Die markantesten Verkehrsadern stellen die Heerstraße als Bundesstraße 5 sowie die Bahnlinien Berlin ↔ Hannover (südliche Trasse) und Berlin–Hamburg (nördliche Trasse) dar. Alle drei Verbindungen verlaufen in Ost-West-Richtung.

Schienenverkehr

Die nördliche Bahnlinie (Hamburger Bahn) wurde 1961 nach einer geglückten Flucht mit einer Dampflok vollständig unterbrochen, die südliche Strecke (Lehrter Bahn) stand zunächst nur für den Güterverkehr zur Verfügung. 1976 wurde wieder ein Personenverkehr eingerichtet, der Eisenbahntransitverkehr nach Hamburg erfolgte nun nicht mehr über Wannsee, die Reisezeit konnte somit erheblich verkürzt werden.

Ab Mitte August 1900 war Staaken am Netz der Lehrter Bahn angeschlossen. Zuerst nur zwei Seitenbahnsteige, bekam er nach dem viergleisigen Ausbau im Jahr 1908 einen Mittelbahnsteig. Nachdem West-Staaken am 2. Februar 1951 von der Volkspolizei der DDR besetzt wurde, befand sich dieser Bahnhof fast genau vor der Grenze, östlich des Nennhauser Dammes. Westlich davon wurde ein weiterer Bahnhof Staaken für den Vorortverkehr nach Wustermark in Betrieb genommen. Dieser wurde im März 1976 geschlossen und durch einen weiteren Bahnhof 700 Meter weiter westlich ersetzt und ging im September 1976 in Betrieb.

Noch weiter westlich wurde ein weiterer Bahnhof errichtet. Obwohl auch dieser Staaken hieß, lag er nicht mehr in Staaken und diente nicht zum Ein‑ oder Ausstieg, sondern war ein reiner Kontrollbahnhof. Von 1951 bis 1980 war Staaken an die elektrische S-Bahn angeschlossen. Der Bahnhof Berlin-Staaken befand sich an der Lehrter Bahn östlich der Brücke des Nennhauser Dammes in West-Berlin, die Kehranlage in West-Staaken und damit in der DDR. Beim Ausbau der Hamburger Bahn wurde der Bahnhof komplett neu gebaut.

Eine zweite Station, der Bahnhof Albrechtshof, lag in Höhe des gleichnamigen, heutigen Regionalbahnhofes an der Hamburger Bahn. 1961 wurde hier bereits der S-Bahn-Verkehr nach Falkensee in Folge des Mauerbaus eingestellt. Die S-Bahn-Züge verkehrten von Staaken bzw. Falkensee über Spandau-West Richtung Berliner Innenstadt. Zwar ist ein neuer S-Bahn-Anschluss Staakens geplant, allerdings ist seine Realisierung noch offen. Der Ortsteil Staaken ist heute nur durch den Bahnregionalverkehr an das Schienennetz angeschlossen.

Öffentlicher Personennahverkehr

1933 wurde zwischen dem ehemaligen Bahnhof Spandau (heute S-Bahnhof Stresow) und der Gartenstadt Staaken eine O-Bus-Linie mit der Bezeichnung A31 eingerichtet. Nach der kriegsbedingten Unterbrechung wurde der O-Bus-Betrieb nach Ende der Berlin-Blockade am 1. August 1949 wieder aufgenommen. Da die Strecke im Verlauf des Nennhauser Damms auf der Grenze zwischen West‑ und Ost-Staaken verlief, musste der O-Bus-Betrieb am 18. Dezember 1952 eingestellt werden. Die Fahrleitungsanlagen wurden bis 1956 abgebaut und als Ersatzteile auf anderen O-Bus-Linien verwendet. Ansonsten erschließen heute mit Diesel oder Erdgas betriebene Buslinien den Ortsteil. Darunter die Linie M32, die in Staaken teilweise den gleichen Weg nimmt wie die ehemaligen O-Busse der Linie A31.

Individualverkehr

Bis zur Fertigstellung der Autobahn 24 (Berlin–Hamburg) und der Inbetriebnahme des Grenzübergangs Heiligensee/Stolpe am 1. Januar 1988 lag in Staaken an der Heerstraße einer der Berliner Grenzübergänge für den Straßenverkehr auf der Transitstrecke in das Bundesgebiet. Anschließend diente dieser Übergang bis 1989 noch als einfacher Grenzübergang zur Einreise in die DDR.

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten aus Staaken

  • Katarina Witt
Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie

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Jan 31 2010

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Salecker

Kladow – Spandau

Abgelegt unter Kladow

Ortsteile in Spandau: Kladow

  • Koordinaten: 52° 27′ 11″ N, 13° 8′ 34″ O
  • Fläche: 14,8 km²
  • Einwohner: 13.628 (30. Juni 2008)
  • Bevölkerungsdichte: 922 Einwohner/km²
  • Eingemeindung: 1. Okt. 1920
  • Postleitzahl: 14089
  • Ortsteilnummer: 0506
  • Verwaltungsbezirk: Spandau
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Namensherleitung

Kladow ist ein Ortsteil im Bezirk Spandau von Berlin, und ist hier der südlichste Ortsteil des Bezirkes. Der Name wird vom slawischen Wort „kloda“ (Baumstamm) hergeleitet.

Lage

Der Ortsteil Kladow wird im Norden vom Ortsteil Gatow, im Osten und Südosten von der Havel und im Westen und Südwesten vom Land Brandenburg begrenzt. Dort liegen die Nachbardörfer, Potsdam-Sacrow und Groß Glienicke. Mit rund 11.500 Einwohnern gehört Kladow zu den Teilen der Hauptstadt, die ihren dörflichen Charakter erhalten haben.

Geschichte

Im Gebiet Kladows sind archäologisch slawische Siedlungen aus dem 9. bis 12. Jahrhundert und frühmittelalterliche Metallverarbeitung (Kladower Silberfund) nachgewiesen. Urkundlich bezeugt wurde der Ort erstmals 1267 als Clodow. Die Erwähnung eines der Kladower Kirche gehörenden Ackers in „Alt-Clado“ im Jahr 1590 lässt vermuten, dass einmal eine ältere Siedlung dieses Namens an anderer Stelle im Gemeindegebiet lag. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts befand sich das Dorf Kladow im Besitz des Benediktinerinnenkloster St. Marien zu Spandau.

Im Zuge der Reformation wurde 1558 das Kloster aufgelöst und das Dorf zur kurfürstlichen Domäne. Wie die ganze Gegend erlitt auch Kladow im Dreißigjährigen Krieg starke Verwüstungen, sechs Bauernstellen waren verlassen. Ab 1660 unterstand es privaten Grundherren. 1685 erhielt Johannes Kunckel das Lehnschulzengut zur Finanzierung seiner Versuche. Im 18. Jahrhundert wurden auf königliche Order hin Maulbeerbäume zum Zweck der Seidenraupenzucht gepflanzt. 1744 wurde das Vorwerk Neu-Kladow angelegt, bei dem 1800 ein Gutshaus gebaut wurde. 1808 wurden große Teile des Dorfes durch einen Brand zerstört. Erst 1818 wurde die Kirche wiederaufgebaut, die heute noch steht.

Im 19. Jahrhundert begann der Zuzug städtischer Bevölkerung. Ein Berliner Bauunternehmer kaufte das Gut Neu-Kladow. Am Havelufer entstanden zahlreiche Villen. Im Rahmen der Schaffung Groß-Berlins wurde 1920 die bis dahin eigenständige Stadt Spandau und ihr Umland samt der Gemeinde Kladow Teil Groß-Berlins.

In den Jahren 1934⁄1935 wurde der Militär-Flugplatz Kladow errichtet, der nach dem Zweiten Weltkrieg dem Ortsteil Gatow zugeordnet wurde und als Flugplatz Gatow neben Tempelhof und Tegel einer der drei Berliner Flughäfen war, die während der Berlin-Blockade die von den Alliierten errichtete Luftbrücke möglich machten.

Heute zeigt sich Kladow als Dorf in der Millionenstadt. Gebäude wie das Gut Neukladow (1800) und die Dorfkirche (1818) datieren zurück bis ins 17. und 18. Jahrhundert. Allerdings wurden in Kladow auch viele Neubausiedlungen errichtet wie z. B. die 1959⁄1960 errichtete „Finnenhaussiedlung“. Das neueste Bauprojekt auf dem Gebiet des ehemaligen Flugplatzes Gatow (der inzwischen zu großen Teilen wieder zu Kladow gehört) ist die sogenannte „Landstadt“. Allerdings sind die meisten Baugrundstücke mangels Nachfrage noch frei. Mit der Einweihung des neuen Einkaufszentrums „Cladow-Center“ hat sich das Leben teilweise aus dem Dorfkern heraus verlagert. Nach wie vor bietet dieser jedoch zahlreiche – teilweise alteingesessene – Geschäfte und Restaurants.

Verkehrsanbindung

Im Busverkehr der BVG ist Kladow sowohl mit dem Zentrum von Berlin als auch dem von Spandau sowie Potsdam verbunden. Zudem fährt die Fährlinie F10 der BVG stündlich zwischen Kladow und Wannsee.

Schulen

Kladow verfügt über eine Oberschule, das Hans-Carossa-Gymnasium sowie zwei Grundschulen (die Grundschule am Ritterfeld und die Mary-Poppins-Grundschule). Komplettiert wird das Bildungsprogramm durch die Freie Waldorfschule Havelhöhe – Eugen Kolisko in der Nähe des anthroposophischen Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe.

Sonstiges

Im aktuellen Sozialatlas von Berlin belegt Kladow den neunten Platz.

Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie

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Jan 31 2010

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Salecker

Haselhorst – Spandau

Abgelegt unter Haselhorst

Ortsteile in Spandau: Haselhorst

  • Koordinaten: 52° 32′ 34″ N, 13° 14′ 23″ O
  • Fläche: 4,73 km²
  • Einwohner: 13.668 (30. Juni 2008)
  • Bevölkerungsdichte: 2891 Einwohner/km²
  • Postleitzahl: 13599
  • Ortsteilnummer: 0502
  • Verwaltungsbezirk: Spandau
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Vermessungsamt Spandau

Lage

Haselhorst ist ein Ortsteil im Berliner Bezirk Spandau und liegt zwischen den Ortsteilen Siemensstadt und Spandau. Er grenzt – durch die Havel getrennt – auch an den Ortsteil Hakenfelde.

Sehenswürdigkeiten

Als einen der wichtigsten und bekanntesten touristischen Anlaufpunkte des Bezirks Spandau und der Stadt Berlin findet man in Haselhorst die Zitadelle Spandau.

Geschichte

Der ehemalige Gutsbezirk Haselhorst wurde 1910 zur kreisfreien Stadt Spandau eingemeindet und kam mit dieser 1920 zu Groß-Berlin.

In Haselhorst befanden sich bis 1919 unter anderem eine Konservenfabrik, ein Pulvermagazin und ein Exerzierplatz der preußischen Armee. In der Königlichen Konservenfabrik mussten die zum Wehrdienst eingezogenen Schlachtergesellen in den Herbst‑ und Wintermonaten alljährlich mehr als 3000 Ochsen schlachten und zu „Rindfleisch im eigenen Saft“ für die Armee verarbeiten. 1892 begann man mit dem Bau einer Arbeiterkolonie. 1907 waren 51 Häuser fertig, in deren 363 Wohnungen rund 1600 Personen lebten. Auf der Pariser Weltausstellung von 1900 hatte die preußische Militärverwaltung eines der Häuser nachbauen lassen, das auch ausgezeichnet wurde.

Noch bis 1945 war der Ortsteil Standort militärischer Produktionsbetriebe, unter anderem für Giftkampfstoffe. Viele Jahrzehnte war Haselhorst geprägt durch die im nördlichen Bereich an der Havel befindlichen Tanklager (in der Anflugschneise des Flughafens Tegel); dort befindet sich heute ein Wohngebiet, das im Rahmen der 2009 abgeschlossenen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme „Wasserstadt Oberhavel“ entstand.

Zwischen 1930 und 1935 wurde am Haselhorster Damm und Burscheider Weg die heute unter Denkmalschutz stehende „Reichsforschungssiedlung Haselhorst“ durch verschiedene Architekten der Moderne wie Fred Forbat, Paul Mebes und Paul Emmerich, Gustav Allinger und Peter Jürgensen errichtet.

Heute herrscht im südlichen Bereich des Ortsteils eine industrielle Infrastruktur vor, vertreten unter anderem durch BMW und Wall. Auf der Spreehalbinsel Sophienwerder befindet sich der Außenbezirk Spandau des Wasser‑ und Schifffahrtsamtes Berlin, das von hier aus unter anderem den Westhafen verwaltet.

Verkehrsanbindung

Verkehrstechnisch ist Haselhorst seit dem 1. Oktober 1984 durch die – unter dem Straßenzug Nonnendammallee/Am Juliusturm verlaufende – U-Bahnlinie U7 mit der Berliner Innenstadt verbunden.

Sonstiges

In Haselhorst wurde 1963 der bekannte Travestiekünstler Ades Zabel geboren.

Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie

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