5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin (Foto: Ralf Salecker)

5. Quartierrätekongress im Berliner Abgeordnetenhaus

Mieten und Migration waren die Schwerpunkte der Diskussion

5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin (Foto: Ralf Salecker)
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5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin (Foto: Ralf Salecker)
5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin (Foto: Ralf Salecker)
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5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin (Foto: Ralf Salecker)

34 Quartiersmanagementgebiete gibt es in Berlin, allein vier davon in Spandau, nämlich im Falkenhagener Feld West und Ost, der Heerstraße Nord und der Spandauer Neustadt. Neben den angestellten Quartiersmanagern engagieren sich ehrenamtliche Quartiersräte für die Verbesserung des Zusammenlebens im Quartier. Quartiersräte sind die gewählten Bewohner aus dem Kiez, die wegen ihrer besonderen Nähe zum Quartier prädestiniert sind, Entscheidungen, wo und wie Fördermaßnahmen vor Ort eingesetzt werden sollen, treffen können. Einmal im Jahr treffen sich alle Quartiersräte Berlins zum Quartiersrätekongress, um sich auszutauschen und von den Erfahrungen der anderen zu profitieren. Ort des 5. Quartierrätekongress war diesmal das Abgeordnetenhaus von Berlin.

Markt der Möglichkeiten

Der Quartiersrätekongress begann mit dem Markt der Möglichkeiten. Alle Berliner Quartiersgebiete konnten sich hier auf einer Stelltafel präsentieren und so die Kernbereiche ihrer Arbeit den anderen vorstellen. Grundsätzlich eine schöne Idee. Gerade die Quartiersräte, können so Anregungen für die Arbeit in den eigenen Kiezen bekommen. Leider machten die sehr beengten Verhältnisse diesen Austausch eher schwierig. Zukünftig wäre ein größerer Raum wünschenswert.

5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin; Quatiersmanagement Falkenhagener Feld Ost (Foto: Ralf Salecker)
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5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin; Quatiersmanagement Falkenhagener Feld Ost (Foto: Ralf Salecker)
5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin (Foto: Ralf Salecker)
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5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin (Foto: Ralf Salecker)

In der Vergangenheit ermöglichten Workshops eine tiefergehende Auseinandersetzung mit einzelnen Themen. Die seltene Gelegenheit zur direkten Kommunikation aller Quartiersräte bietet die Möglichkeit, sich mit konkreten Fragen und Problemen zu beschäftigen, die während der ehrenamtlichen Tätigkeit entstehen.

Begrüßung, Dank und Kritik

Im Plenarsaal des Abgeordnetenhauses von Berlin erfolgte die offizielle Begrüßung der versammelten Quartiersräte. Michael Müller, Bürgermeister von Berlin und  Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, der Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, Ralf Wieland und Farhad Dilmaghani, der Staatssekretär für Integration dankten den Quartiersräten für ihre vergangene ehrenamtliche Tätigkeit.

Die Auszeichnung des Berliner Quartiersmanagement mit dem europäischen RegioStar Award 2013 wurde als besondere Wertschätzung der Arbeit in den Kiezen verstanden. Seit 2008 zeichnet die EU besonders innovative und intelligente Projekte, die aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) bezuschusst werden, mit dem RegioStars Award aus. Unter 149 europaweit eingereichten Projekten wurden Preise in fünf Kategorien vergeben. In der CityStar-Kategorie „triumphierte“ das Berliner Quartiersmanagement über Mitbewerber aus 23 Mitgliedsstaaten.

Dazu Stadtentwicklungssenator Michael Müller :

5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin; Michael Müller (Foto: Ralf Salecker)
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5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin; Stadtentwicklungssenator Michael Müller (Foto: Ralf Salecker)
5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin; Quatiersräte Falkenhagener Feld Ost (Foto: Ralf Salecker)
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5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin; Quatiersräte Falkenhagener Feld Ost (Foto: Ralf Salecker)

Kritik wurde in diesem Zusammenhang an der Bundesregierung geäußert, die mit massiven Einsparungen in den Mitteln für die soziale Stadt die wichtige und notwendige Arbeit vor Ort gefährdet. In Berlin hatten diese Einsparungen glücklicherweise keine negativen Folgen, weil sich das Land entschlossen hatte, die fehlenden Gelder aus dem Landeshaushalt auszugleichen. Ein Umstand, der zu deutlicher Kritik der Geberländer führte, die dies als unbilligen Luxus Berlins ansehen.

Ergänzend erhielten die Vertreter der Berliner Quartiersgebiete eine Urkunde aus der Hand des Stadtentwicklungssenators, als besondere Würdigung durch das Land Berlin.

Offene Diskussionsrunde

Mieten

Angst vor steigenden Mieten, zu wenig bezahlbarer Wohnraum und die „Vertreibung“ in die Randlagen Berlins waren Themen, die vielen auf den Nägeln brannten. Verständlich ist es, das bei manchen Fragen eher der Wusch Vater des Gedanken war. So schoss manch einer mit einem Missverständnis über das Ziel hinaus, als Senkung und Festschreibung von Mieten auf einem niedrigen Niveau zu einem nicht erfüllten Versprechen der Politik wurde.

5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin; Carsten Röding und Franz Schulz (Foto: Ralf Salecker)
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5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin; Carsten Röding und Franz Schulz (Foto: Ralf Salecker)
5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin (Foto: Ralf Salecker)
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5. Quartiersrätekongress 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin (Foto: Ralf Salecker)

Die Menschen lieben in der Regel ihre Kieze und möchten diese nur ungerne verlassen. Steigender Mietendruck zerstört gewachsene Strukturen im Innenstadtbereich. Immer weniger können sich die hohen Mieten leisten. Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum sind da nur verständlich. Der Staat ist in der Pflicht, mit einer entsprechenden Politik, den Bau von Wohnungen im sozialen Wohnungsbau zu fördern, da ein Einfluss auf die Miethöhe anderweitig nur begrenzt möglich ist.

Mit dem Bezirksbürgermeister von Friedrichshais-Kreuzberg, Dr. Franz Schulz und dem Baustadtrat von Spandau, Carsten Röding, waren dann zwei Bezirke mit sehr unterschiedlichen Problemen im Podium vertreten. In Friedrichshain sollen gerade Teile der East-Side-Gallery weichen, um Platz für teure Wohnungen zu schaffen, während Spandau zum Ziel für viele wird, die sich Wohnungen im Zentrum Berlins nicht mehr leisten können.

Beklagt wurde, dass im Laufe der letzten Jahre wurden viele soziale Anlaufstellen in den Kiezen geschlossen oder eingespart wurden. Gerade diese sind aber essentiell, um die Verbundenheit mit der eigenen Wohn- und Lebensumgebung zu stärken.

Spandaus Baustadtrat Carsten Röding zeigte sich froh darüber, dass sich anfängliche Befürchtungen nicht bestätigt haben, nach denen politische Lager in den Kiezen die Zusammenarbeit mit den Quartieren erschweren könnten. Auch wenn die Zusammenarbeit in Teilbereichen immer noch Verbesserungswürdig ist, ist er von der Notwendigkeit des Quartiersmanagements überzeugt. Sie können maßgeblich dazu beitragen, dass die Menschen sich in ihren Kiezen wieder wohlfühlen. Gerade weil die finanzielle Situation ist, wie sie ist, bedarf es gemeinsamer Anstrengungen über unterschiedlichste Ressorts und Zuständigkeiten hinweg, um das angestrebte Ziel eines lebenswerten Kiezes zu erreichen.

Migration

Ein anderes Thema sorgte fast ebenso für emotionale Beiträge. Migration ist oft und gerne ein Thema in den Medien. Viele der sog. Migranten fühlen sich aber nicht als Migranten. Sie sehen sich als Deutsche und mögen nicht immer als Deutsche mit Migrationshintergrund bezeichnet werden. Der Begriff scheint eher auszugrenzen. Oft wird das mangelnde Engagement der sog. Migranten bemängelt. Schaut man sich die Zahlen der Beteiligten in den Quartieren an, so sind sie eher ein wenig „überrepräsentiert“. Interessanterweise beteiligen sich gerade „Migranten“ stärker in den Quartiersräten als es prozentual Deutsche tun.

Allzu leicht werden Menschen nach ihrem Äußeren beurteilt. Ein Farbiger, der hier in Berlin aufgewachsen und sozialisiert wurde, muss sich immer wieder mit Vorurteilen auseinandersetzen. Er stand stellvertretend für viele, denen es ähnlich geht. Gute Schulbildung und Integration lassen sich eben nicht von Äußerlichkeiten ableiten. In Umstand, den auch eine Quartiersrätin aus Spandau beklagte.

Insgesamt sehen die meisten im Miteinander mit anderen Kulturen eine wichtige Bereicherung im Kiez. Eine wichtige Forderung der Migranten selbst, ist die Feststellung, dass Integration keine Einbahnstraße sein darf.

 

Ralf Salecker

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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