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Alte Bauwerke in Gatow

Auf historischen Spuren

Gatow - Dorfkirche (Foto: Ralf Salecker)

Gatow - Dorfkirche (Foto: Ralf Salecker)

Vom großstädtischen Spandau und der Altstadt ist es nur ein Katzensprung aufs Land nach Gatow. Nicht einmal 6.000 Menschen leben hier.
1258 erstmalig als Gatho erwähnt, wurde der Ort 1558 dem Kurfürstlichen Amt Spandau unterstellt, nachdem es vor der Säkularisation dem Benediktinerinnenkloster St. Marien in Spandau unterstand.
Fünf Landwirtschaftsbetriebe bewirtschaften hier ihre Felder und bieten ihre Erzeugnisse im Direktverkauf an. Wer das Landleben liebt, kann seinen Urlaub auf einem Gatower Bauernhof verbringen oder die Gegend auf dem Rücken eines Pferdes erobern.

Ausflügler lieben Gatow wegen seiner Rieselfelder, den Badewiesen und Wanderwegen am Ufer der Havel, Wassersportler die vielfältigen Sportmöglichkeiten und Flugzeugbegeisterte den ehemaligen Flughafen Gatow (jetzt in Kladow) mit dem Luftwaffenmuseum.
Doch es gibt noch mehr zu entdecken an diesem Ort: Bauwerke mit ihrer ganz eigenen Geschichte. Manche liegen ein wenig versteckt oder sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich (wie z. B. die Villa Lemm), andere können nur zu bestimmten Zeiten besucht werden.
Wer sich aus der Altstadt Spandau nach Gatow begibt, wird kurz vor den Toren des Ortes (Gatower Straße 199, kurz vor der Biberburg) – etwas abseits der Straße – von einem kleinen verfallenen Turm begrüßt, dem Jaczo-Turm. Errichtet wurde er 1914 und erinnert an Jaxa von Köpenick, den slawischen Gegner Albrechts des Bären (Begründer der Mark Brandenburg).
Das älteste Bauwerk Gatows ist die Dorfkirche. Teile von ihr stammen noch aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Hinter Bäumen und halbhohen Ziegelmauern verborgen, kann sie einem flüchtigen Blick leicht entgehen. In ihrem Inneren kann über dem Altar ein Gemälde  aus dem 15. Jahrhundert bewundert werden.
Nur einen Steinwurf entfernt, auf einem 52 Meter hohen Berg, thront seit 2008 wieder eine Windmühle und erinnert daran, warum dieser Ort einmal den Namen Mühlenberg erhielt. Ihre Vorgängerin aus dem Jahr 1845 wurde 1921 für einen mehr als mittelmäßigen Film niedergebrannt.
Direkt neben der Mühle stehen die Reste eines alten Wasserturms, der den darunter liegenden bürgerlichen Gutshof mit Wasser versorgte. Von ihm selbst sind noch viele alte Gebäude erhalten bzw. wurden und werden liebevoll restauriert.
In der Buchwaldzeile befindet sich ein Wohnhaus, welches um 1900 für Wander-Landarbeiter errichtet wurde.
Die noch erhaltenen Bauernhäuser des Dorfes stammen meist aus dem 19. Jahrhundert. Ein vor kurzem restaurierter Kornspeicher in Fachwerkbauweise mit Lehmausfachung in der Straße Alt Gatow, nahe der Kleinen Badewiese auf dem Gelände des ehemaligen Gutshof Beutel, geht sogar bis in das 18. Jahrhundert zurück.
Nahe dabei hat 1931 Albert Einstein für rund sechs Monate einen zur Gartenlaube umgebauten Passagierwaggon genutzt. Im Bootshaus an der kleinen Badewiese lag sein Segelboot.
Ralf Salecker

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