RegioStars Award für besondere Verdienste

Berliner Quartiersmanagement von der EU ausgezeichnet

RegioStars Award für besondere Verdienste

RegioStars Award für besondere Verdienste
  • facebook
  • Google+
RegioStars Award für besondere Verdienste

Allzu oft ärgern sich viele über die Europäische Union. Sie scheint vielen weit entfernt von der Realität in den Regionen. Seit 2008 vergibt die EU mit dem RegioStars Award einen Preis für besonders innovative und intelligente Projekte, die aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) bezuschusst werden. 149 Projekte aus 29 Mitgliedsstaaten wurden eingereicht. In 5 Kategorien gab es Auszeichnungen: Intelligentes Wachstum, Nachhaltiges Wachstum, Integratives Wachstum, in der Kategorie Information/Kommunikation sowie in der Kategorie CityStar. In der CityStar-Kategorie triumphierte das Berliner Quartiersmanagement.

Spandau hat mehrere Quartiersmanagement-Gebiete: Falkenhagener Feld Ost, Falkenhagener Feld West, Heerstraße Nord und die Spandauer Neustadt.

„Aus der Begründung der Jury heißt es, die Preisträger aller 5 Kategorien des RegioStars Award gelten als, die alle darauf abzielen, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.“

 

Quartiersmanagement in Berlin

1999 ist das Quartiersmanagement eingeführt worden, um in „benachteiligten Stadtgebieten“ Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Viele Projekte entstanden unter der aktiven Teilnahme der Bürger, um das Zusammenleben zu verbessern. Es ist noch nicht lange her, das war diese Arbeit massiv bedroht, weil die Bundesregierung die Mittel aus dem Programm „Soziale Stadt“ massiv kürzte. Das Land Berlin kompensierte die fehlenden Gelder aus eigenen Mitteln und handelte sich damit die Kritik ein, leichtsinnig mit dem Geld umzugehen. Dabei gilt es inzwischen als unstrittig, wie wichtig die Arbeit des QM´s ist. Darum ist es erfreulich, dass Berlin diese Förderung auch für 2014 fortsetzen will.

Das Quartiersmanagement bemüht sich, die Basis für ein kooperatives miteinander zu schaffen. Entscheidend hierbei ist, dass die Bewohner vor Ort aktiv mit einbezogen werden. Sie wissen vor ort am besten, was notwendig ist. Darum ist die Vernetzung aller Akteure ein wichtiger Bestandteil der QM-Arbeit. Gemeinsam werden die Potentiale der jeweiligen Gebiete individuell herausgearbeitet, ein Vorgang der nicht über Nacht funktioniert. Gemeinsam entstehen Ideen, gemeinsam geht es an die Umsetzung. Bewohner, Vereine, Institutionen, Schulen, Behörden, Wohnungsgesellschaften und lokale Geschäfte sind aufgerufen, an einer zukunftsgerichteten Entwicklung mitzuwirken. Quartiersräte aus den Reihen der Bewohner entscheiden mit über die Initiierung und Finanzierung von Projekten.

Dazu Stadtentwicklungs-Senator Michael Müller:

„Die in den QM-Gebieten erreichten Erfolge wurden aus Mitteln der Europäischen Union, aus Mitteln des Programms „Soziale Stadt“ der Städtebauförderung sowie Geldern Berlins finanziell unterstützt. Aber ohne das große Engagement der in den Quartieren lebenden Menschen, der Bildungs- und Nachbarschaftseinrichtungen, der Vereine, der Wohnungsunternehmen, der Polizei bis hin zu den unterschiedlichen Religionsgemeinschaften und nicht zuletzt ohne die sehr gute Arbeit der QM-Teams in den Gebieten wäre dies alles nicht geglückt.

Die Atmosphäre in den sozial benachteiligten Kiezen hat sich durch das gemeinsame Handeln und die gegenseitige Hilfestellung spürbar positiv verändert. Durch das QM initiiert, haben Quartiere neue Orte der Begegnung und neue „Verbündete“ für das Gemeinwohl im Kiez erhalten, die sich einsetzen und darum kümmern, dass die Quartiere wieder eine lebens- und liebenswerte Heimat für viele Menschen geworden sind.

Damit legte das QM die Grundlagen für solidarische Stadtteile. Trotz schwieriger sozial-ökonomischer Bedingungen, wie Arbeitslosigkeit und struktureller Benachteiligung am Arbeitsmarkt ist die Gefahr einer gesellschaftlichen Ausgrenzung dieser Stadtteil und seiner Menschen abgewandt.

Den falschen Signalen der schwarz-gelben Bundesregierung zum Trotz, die erneut die Mittel der Sozialen Stadt gekürzt hat, werden wir uns weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, den sozialen Zusammenhalt in den Berliner Kiezen zu stärken.

In diesem Sinne ist die Auszeichnung durch die Europäische Kommission eine großartige Bestätigung unseres Handelns. Ich danke allen Beteiligten ganz herzlich für ihre Mitarbeit und bewiesene Ausdauer. Gleichzeitig möchte ich alle ermutigen, sich weiterhin im Berliner Quartiersmanagement einzubringen. Es kommt auf jeden an!“

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.