„Berlins erste Fußgängerzone mit Radfahrerlaubnis!“

In der Spandauer Altstadt wird das Radfahren zeitweise erlaubt

Für manch einen Politiker sind Radfahrer eine Gefahr für die Sicherheit der Fußgänger. Glücklicherweise ist diese Meinung nicht weit verbreitet. In Spandau gibt es nun nach langer Diskussion einer wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Fast einstimmig wurde die Entscheidung dazu in der BVV gefällt. Radfahrer dürfen seit dem 21. September 8.45 Uhr zu bestimmten Zeiten die Fußgängerzone befahren.

Dies kommt auch Schülern zu Gute, die so am Morgen die stark befahrenen Wege außerhalb der Altstadt vermeiden können.

Auf Grundlage eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung hat das bezirkliche Tiefbauamt für den Bereich der Altstadt Spandau eine Änderung der Widmung veranlasst, die es nun ermöglicht, dass neben Fußgängern auch Radfahrer diesen Verkehrsraum zeitlich begrenzt nutzen dürfen.

Radfahren in der Altstadt ist dann montags bis samstags jeweils von 19 Uhr bis 9 Uhr und am Sonntag ganztägig zugelassen.

Dies gilt natürlich auch nur außerhalb von Ereignissen, wie dem Spandauer Weihnachtsmarkt oder den Wochenmärkten. An den Zugängen zur Altstadt werden entsprechende Schilder installiert, die auf die neue Situation hinweisen und entsprechend zu beachten sind.

Selbstverständlich muss dabei bleiben, dass ein verträgliches Nebeneinander von Fußgängern und Radfahrern nur bei gegenseitiger Rücksichtnahme möglich sein kann.

Es bleibt zu hoffen, dass bei Erfolg die Durchfahrt-Zeiten für Radfahrer den Zeiten angeglichen werden, in denen auch der Lieferverkehr die Altstadt in Spandau nutzen darf.

Es sei denn, man unterstellt, Kraftfahrzeuge wäre eine geringere Gefahr für Fußgänger…

😉

Wenn alle ein wenig mehr Rücksicht aufeinander nehmenund alte Vorurteile endlich über Bord werfen würden

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Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

5 thoughts on “„Berlins erste Fußgängerzone mit Radfahrerlaubnis!“

  1. Hallo,

    ich kann -selbst Alltagsradfahrer- sowohl die neue Regelung in der Fußgängerzone (die SPD- Fraktion hatte sie fast wortgleich bereits vor drei Jahren gefordert, was damals noch von CDU und FDP abgelehnt worden war) begrüßen als auch die Worte von Ihnen, lieber Herr Salecker, auf Ihrer Homepage zu diesem Thema nur unterstreichen. Mit etwas gegenseitiger Rücksichtnahme (die ja überall im Straßenverkehr angezeigt ist!) wird die neue Regelung sich genau wie anderswo einspielen und bewehren. Ich freue mich auch über den breiten Konsens in der Spandauer Parteienlandschaft zu diesem Thema und hoffe auf breite Akzeptanz der neuen Regelung. Tagsüber gehört die Fußgängerzone weiter den FußgängerInnen, abends und nachts aber darf und soll geradelt werden um die Altstadt mit etwas mehr Leben zu füllen.
    Vielleicht trifft man/frau sich radelnd…abends in der Fußgängerzone.

    Herzliche Grüße
    Jochen Liedtke

  2. Hallöchen Herr Liedtke!

    Sie haben völlig recht!
    In der Abendschau-Sendung vom „Eröffnungstag der Radlerzone“ gab es in der Mehrzahl eine deutliche Ablehnung bei den befragten Passanten. Zufall? Absicht?
    Was nützt es uns allen, wenn wir an lieb gewonnenen Vorbehalten festhalten und uns so ein miteinander erschweren. Ohne ein wenig „Risiko-Bereitschaft“ geht es nicht. Möglicherweise sind die Menschen (zu denen auch Radfahrer gehören) dann doch besser, als „wir“ es ihnen zubilligen.
    Spandau hat damit einen positiven und zeitgemäßen Schritt getan, der schon längst überfällig war. Eine sonntäglich mit Radfahrern aus Berlin und Brandenburg gefüllte Spandauer Fußgängerzone wäre doch ein erfreulicher Anblick…

    Auf ein gemütliches und rücksichtsvolles Radeln!

    Ralf Salecker

  3. Hallo Herr Salecker,

    vielen Dank für Ihre Antwort – wenn auch etwas verspätet. Unsere gemeinsame Sichtweise sehe ich inzwischen bestätigt: In der Altstadt haben sich die Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern nach meinem Wissen mit Beginn der neuen Regelung keineswegs vermehrt sondern sind eher auf dem Rückzug. Das beruhigt und erfreut mich.
    Viele Grüße
    Jochen Liedtke

  4. Hallo Herr Liedke!
    Konflikte entstehen eher aus Trennendem. Solange man sich als Gegensatz oder sogar Gegner versteht, ist ein Miteinander schwer möglich. Ein kleines „Risiko“ einzugehen“ bringt oft den viel größeren „Gewinn“ für alle Beteiligten.
    In der Altstadt zeigt es sich als positives Beispiel. Solche kleinen Erfolgen machen Mut auf mehr.

    Viele Grüße,

    Ralf Salecker

  5. Hallo Herr Salecker,

    ich kann Ihnen -einmal mehr- nur beipflichten. Wenn man GesprächsPARTNER und sogar KonfliktPARTNER als solche begreift und partnerschaftlich und kompromissoffen nach Lösungen sucht, die für alle Beteiligten tragbar sind, kommt man eigentlich immer voran. Nur ist eben dieser Ansatz meistens bereits das größte Problem…nicht nur in der Politik. Leider.
    Als Alltagsradler erlebe ich es tagtäglich. Das Trennende ist da leider auch „technisch“ bedingt – unterstützt durch eine über Jahrzehnte falsche Verkehrspolitik bzw. falsche Einteilung der Verkehrsräume. Aber daran arbeiten wir ja nun – und das sogar weitgehend gemeinsam über Parteigrenzen hinweg. Leider fehlt das Geld für größere Umgestaltungen…
    Angenehme Woche noch und viele Grüße
    Jochen Liedtke

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