Quartier Pulvermühle; Krienicke Park

Archiv für die Kategorie 'Grünzüge'

Jul 24 2009

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Salecker

Quartier Pulvermühle Spandau

Parks und Wasserläufe in Haselhorst an der Krienicke

Das Quartier Pulvermühle war Ende 2000 der erste fertiggestellte Bereich der Bauplanung für die Wasserstadt Berlin-Oberhavel. Begrenzt wird das Gelände im Norden durch die Kleine Eiswerderstraße, im Osten durch die Daumstraße und im Süden durch den Telegrafenweg.
Als ehemalige Garnisons‑ und Festungsstadt hat Spandau eine lange Rüstungsgeschichte hinter sich. So leitet sich der Name des Quartiers von der Pulvermühle ab, die 1835 von Moabit aus hierher umgesiedelt ist.
Die Innenstadt mit ihrer zunehmenden Bevölkerung sollte von den Gefahren verschont bleiben, die sich aus der Waffen‑ und Munitionsproduktion ergaben. Pulver für preußische Kanonen kam nun aus Spandau.
Die Zerstörungen durch die Franzosen führten zur Errichtung so genannter Rayons in Spandau. Es handelte sich um Gebiete, in denen im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung sämtliche Bauwerke leicht abzureißen sein sollten, damit die Geschütze freies Schussfeld bekamen. Dieser Umstand machte die Gebiete ebenso interessant für industrielle Ansiedlungen wie die gute Erreichbarkeit auf dem Wasserweg.
Nach den Kriegen verkamen die Rayons zur industriellen Brache mit zum Teil hoch belasteten Böden. Auch die Notsiedlung, die in den 1950er Jahren im Bereich Pulvermühle errichtet wurde, verfiel im Laufe der Jahrzehnte.


Die ideale Lage am Wasser ließ dann die Vorstellung wachsen, diese Flächen weiträumig zu entwickeln. Man wollte Grünflächen und Wege am Wasser schaffen. Da im Zuge des Mauerfalls ein erhöhter Wohnungsbedarf vorhergesagt wurde, startete man zugleich ein umfangreiches Wohnungsbauprogramm. Später stellten sich die Prognosen allerdings als weit überhöht heraus. Die anfangs geplante dichte Wohnbebauung wurde infolgedessen nicht umgesetzt.
Zwei Parkanlagen rahmen im Quartier Pulvermühle die Siedlung aus roten Ziegeln ein: im Westen am Havelufer der Krienickepark 4 und im Osten der Grützmacherpark 1 mit dem Grützmachergraben 2. Ein weiterer Graben, der Östliche Abzugsgraben 3 durchschneidet teilweise die Siedlungsfläche und trägt so zur weiteren Auflockerung bei.
Der etwa 3 Hektar große Grützmacherpark wurde 2004 fertiggestellt. Hier gibt es einen großen Spielplatz. Der Krienickepark, eröffnet 1998, hat eine eigene kleine Badestelle zu bieten. Der 33 000 Quadratmeter große Krienickepark ist 2002 mit dem Gustav-Meyer-Preis ausgezeichnet worden. Mit diesem Preis werden herausragende Leistungen bei der Anlage und Pflege von Grünanlagen gewürdigt. Eine Promenade verführt zum Spaziergang direkt am Havelufer.
Der Grützmachergraben mündet an seinem südlichen Ende in die Spree, während an seinem oberen Ende, nahe dem Alten Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, der Rohrbruchteich liegt. Sein zickzackförmiger Verlauf deutet auch heute noch auf die ehemaligen Stadtumwallungen (Lynetten) hin. Eine hölzerne Brücke mit rund 20 Metern Spannweite stellt die Verbindung zur Daumstraße sicher. Im Schatten der Bäume lädt der Graben zum gemütlichen Flanieren oder zum Verweilen auf den Parkbänken ein.

Ralf Salecker

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Jul 15 2009

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Salecker

Spekte-Niederung in Spandau

Spekte-Grünzug in Spandau

Die Spekte-Niederung gehört zu einem ausgedehnten Senkengebiet, welches sich von Falkensee im Havelland bis nach Spandau hinein erstreckt. Dieser Grünzug ist ein Teil des Warschau-Berliner-Urstromtales. Er entstand während der letzten Eiszeit, der Weichsel-Eiszeit. Schon im Mittelalter wurde dieser Bereich genutzt, damals aber eher als Grünland. Die feuchten Wiesen und flachen Moore ließen eine Viehwirtschaft kaum zu. Die Spekte-Niederung beginnt am Südrand des Spandauer Forstes, „folgt“ der Berliner Stadtgrenze und knickt mit der Spektelake nach Süden ab. Sie hat eine Länge von fünf Kilometern und eine Breite zwischen 200 und 500 Metern.

Bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein existierte hier noch die Spekte als ein kleiner Fluss, der in den Feuchtgebieten des Havellandes entsprang und bei Spandau in die Havel mündete. Die Urbarmachung des Havellandes in den vergangenen Jahrhunderten, sowie Grundwasserabsenkungen durch die Inbetriebnahme des Wasserwerks Spandau 1897, ließen das Flüsschen praktisch verschwinden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde für den Wiederaufbau der Stadt Berlin eine enorme Menge an Sand und Kies benötigt. Die natürlichen Rohstoffe wurden ab 1950 im so genannten Nassbaggerverfahren gefördert. Der Große Spektesee – heute allgemein nur der „Kiesteich“ genannt – im Spektefeld und die in den Spektewiesen liegende Spektelake sind ehemalige Kiesteiche aus dieser Zeit. Beide gehören mit zu den größeren Seen Berlins. In den Jahren von 1955 bis 1965 wurde ein Teil dieser Kiesseen mit Bauschutt, Abraum aus dem Straßen‑ und U-Bahnbau sowie Hausabfall verfüllt. So hat der Kiesteich heute weniger als die Hälfte seiner alten Größe.

Die geologische Beschaffenheit dieser „Rinne“ führte dazu, dass nur die Randbereiche bebaut wurden. (1965 war Baubeginn der Großsiedlung Falkenhagener Feld – für 50 000 Menschen). Dieser Umstand, kam einer späteren Neugestaltung der Landschaft sehr entgegen.

Im Jahre 1973 begann der Bezirk Spandau von Berlin diesen Bereich zu einem Naherholungsgebiet auszubauen, wenn auch das Gebiet eher als Parkanlage gesehen wurde. 1974 wurden viele alte Planungen, wie etwa ein Schwimmbad oder eine große Anzahl von Kleingartenparzellen, verworfen. Ökologische Interessen traten stärker in den Vordergrund. Auch wenn einige schützenswerte Tiere und Pflanzen dabei den Arbeiten zum Opfer fielen. Bisher gewerblich oder landwirtschaftlich genutzte oder einfach brachliegende Flächen wurden umgestaltet.

Die vormals existierende Situation eines Tales sollte durch Rekultivierungsmaßnahmen in Ansätzen wieder hergestellt werden. Biotope für Pflanzen und Tiere sollten ebenso Teil der landschaftlichen Planung sein, wie der Erholungswert für die Anwohner der Umgebung. Liegewiesen, Spielplätze, Wander‑ und Radwege gehörten damit ebenso in das Konzept, wie Bereiche, die dem Menschen nicht zugänglich sein sollten, damit die Natur sich dort frei entfalten konnte.

Seit 1980 wurden im Spektefeld aus dem zur Verfüllung verwendeten Bauschutt Hügel errichtet, die inzwischen mit Gehölzen bewachsen sind. Im Sommer 1984 wurde das Areal um den Kiesteich fertig gestellt. Der westliche Uferbereich wurde als Überschwemmungswiese mit passenden Pflanzen für die höheren Wasserstände im Frühjahr gestaltet. Die Pegelstände der Spekteseen schwanken um bis zu zwei Meter. Im nordwestlichen Bereich bieten Steilufer Nistplätze für Uferschwalben, während nordöstlich eine Flachwasserzone mit Unterwasserböschungen angelegt wurde. Mit dem Landschaftsprogramm von 1987 strebt Berlin die Ausweisung des Spekte-Grünzuges als Landschaftsschutzgebiet an. Vorrangig hervorgehoben wird die Entwicklung des Grabens als „Biotop mit Verbindungsfunktion für Arten der Gewässerränder“. Die gesamte Fläche soll der Grundwasseranreicherung wie auch dem Schutz des Stadtklimas dienen. Als Kaltluftentstehungsgebiet führt es mit dem Westwind frische Luft in die Innenstadt.

Noch weiter nach Westen ist, wenn auch eher als symbolische Anlehnung, das alte Fließgewässer der Spektelake (Fertigstellung 1997) wieder in die Natur modelliert worden. Der Spektegraben, für den eine Absenkung des Geländes um drei Meter notwendig war, verbindet die Spektelake mit dem Großen Spektesee. Feuchtwiesen mit ihrer typischen Pflanzenwelt konnten hier wieder entstehen.

Nördlich der Falkenseer Chaussee schließt sich ein Areal an, dass vom Menschen so ungestört wie möglich verbleiben soll. Ziel ist eine naturnahe Flachmoorniederung mit Nass‑, Feucht‑ und Trockenzonen in den Übergangsbereichen zu den höher gelegenen Talsandrücken.

Im Osten des Spektesees, also zwischen Zeppelinstraße und Hohenzollernring, befindet sich die aktuellste, im Jahre 2003 fertig gestellte Ausbaustufe des Grünzuges. Zweieinhalb Millionen Euro kamen hierzu unter anderem von der Deutschen Bundesbahn als Ausgleichsmaßnahme für Eingriffe in die Natur während des Streckenausbaus Berlin-Hamburg. 18 Monate lang wurde hier die Landschaft neu gestaltet. Die weitläufigen Wiesen umfassen eine Fläche von rund 13 Hektar.

Noch immer ist ein durchgehender Grünzug von Spandau bis nach Falkensee (von Rathaus zu Rathaus) ein Wunschbild beider Nachbargemeinden. Der Versuch einer gemeinsamen Beteiligung an der Landesgartenschau 2009, in der Flächen mit einer Ausdehnung von über 319 Hektar zusammengeführt werden sollten, scheiterte. Oranienburg bekam den Zuschlag. Einige Lücken müssen noch geschlossen werden bis sich wirklich ein durchgehendes grünes Band zwischen Falkensee und Spandau erstreckt. Die Bereitschaft und entsprechende Aktivitäten sind auf beiden Seiten vorhanden.

Probleme gibt es östlich des Spektesees an einem Regenauffangbecken. Ein breiterer Streifen ist notwendig, um einen nutzbaren Durchgang zu schaffen. Die benachbarten Wochenendgärtner mit befristeten Pachtverträgen wollen sich den rechtmäßigen Kündigungen nicht beugen. Da auch noch einige private Flächen erworben werden müssen, kann sich der geplante Ausbau noch um einige Jahre verzögern.

Etwa 20 Millionen Euro sind bis heute in die Umgestaltung des Spekte-Grünzuges als natürlich geprägten Landschaftsraum geflossen. Das Ergebnis ist ein mehr als 60 Hektar großes Parkgelände mit Platz für seltene Pflanzen und Tiere – aber auch für den erholungssuchenden Menschen.

Ralf Salecker (Text und Fotos)

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Jul 15 2009

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Egelpfuhlgraben Spandau

Abgelegt unter Grünzüge,Uferwege

Ein fast versteckter Weg bis zum Bullengraben

Nicht nur Wasser, Wald und Parks gibt es in Spandau. In den letzten Jahren wurden auch Grünzüge angelegt oder wieder hergestellt. Dominiert werden sie von Wasserläufen und Wiesen und bieten damit vielen Tiere und Pflanzen einen idealen Lebensraum. Uns Menschen dienen die Grünzüge vor allem zur Erholung, aber es gibt auch allerhand Sehenswertes.
Einer der Grünzuge ist der Egelpfuhlgraben. Er kreuzt einen anderen Grünzug, den Bullengraben, der von Westen nach Osten durch Spandau verläuft. Fertiggestellt wurde der Egelpfuhlgraben im Jahr 2007. Er ist ein gutes Beispiel für interessante Landschaftsgestaltung in einer Großstadt.
Die Grünanlage ist 20 Hektar groß und bietet ein gelungenes Zusammenspiel von wiederhergestellten Feuchtwiesen, renaturierten Gewässern, Erholungsflächen und Spielplätzen. Auch wandern lässt es sich hier: auf dem grünen Wanderweg Nr. 20, dem Bullengrabenweg.


Der Egelpfuhl‑ und Bullengraben dienten über Jahrhunderte der Entwässerung der feuchten Niederung westlich der Havel. So wurde die Weide‑ und Heuwirtschaft in dieser Gegend ermöglicht.
Die Kreuzung der beiden Gräben, das so genannte Grabenkreuz, stellt einen besonderen Punkt in den Grünzügen dar. Hier und am etwas nördlicher vom Egelpfuhlgraben gelegenen Weidenbruch kann man einen Abstecher in die Egelpfuhlniederung machen. Dort wurde der alte Baumbestand durch landschaftsgärtnerische Maßnahmen wieder freigelegt und der alte erneuerungsbedürftige Pflasterweg durch einen für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen nutzbaren Asphaltweg ersetzt. Der Weg durchläuft den Egelpfuhlgraben auf seiner gesamten Länge, bis er in der Nähe der Carlo-Schmid-Oberschule endet.
Darüber hinaus hat der früher öfters überflutete Weidenbruch am Egelpfuhlgraben durch den Bau einer Steganlage eine gute Wegeverbindung zum Grabenkreuz erhalten.
Am Seeburger Weg wird der „Eingangsbereich“ zum Egelpfuhlgraben und damit zum Bullengrabengrünzug durch Sitzmauern betont. Im Frühjahr lässt sich von hier aus der Blick auf ein farbenprächtiges Blütenmeer genießen. 70.000 Blumenzwiebeln wurden dafür gesetzt.
Aber nicht nur Radfahrer, Spaziergänger, Sportler und spielende Kinder nutzen das grüne Areal. Auch die Pächter der unmittelbar am Egelpfuhlgraben liegenden Kleingartenkolonien möchten und können dies, obwohl seit Jahren über eine mögliche Gefährdung durch Gase (Methan, Kohlendioxid) und verschmutztes Wasser berichtet wird, welches bei Regen aus der ehemaligen Deponie Egelpfuhl in die Gräben drückt. Die Ursache: Von 1928 bis 1967 wurden die im Egelpfuhl durch Torfabbau entstandenen Teiche mit Industrie‑ und Hausmüll, Bauschutt und Schlacke verfüllt. In den 1970er Jahren entstanden dann Kleingartenkolonien. Da der Hausmüll zu einem großen Teil aus organischen Stoffen bestand, kommt es im Untergrund unter Luftabschluss zu Gärungsprozessen.
Ein Gutachten kam zu dem Schluss, dass kein Grund zur Panik bestehe, bei einer weiteren sensiblen Nutzung des Gebietes aber mittelfristig eine Sanierung notwendig sei. Kurzfristig genügen einige Vorsichtsmaßnahmen wie das Vermeiden von Zelten und Lagerfeuern, gutes Lüften von Lauben, Gewächshäusern, Schuppen, Kinderspielhäusern und Grubenschächten vor dem Betreten. Für das Ausschachten von Gruben tiefer als 30 Zentimeter und das Betreten von Wasseruhrschächten sei angeraten, Fachpersonal mit Messgeräten vom Bezirksverband der Kleingärtner mitzunehmen. Auf den Anbau von Blatt‑ und Wurzelgemüse sowie Küchenkräutern sollte verzichtet werden.
Inzwischen ist das größte Teilstück des früheren Deponiegeländes in ein grünes Erholungsgebiet umgewandelt und zu einem Teil des Grünzuges Bullengraben geworden. Trotz seiner Vergangenheit kann das Gelände ohne Sorge von Jedermann genutzt werden.

Peter Siebke

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Jul 17 2008

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Siebke

Der Grünzug Bullengraben in Spandau

Abgelegt unter Grünzüge,Staaken

Bullengraben Spandau

Spandau hat viel Grün zu bieten. Waldgebiete, verschiedene Parks und mehrere Grünzüge geben ihm seinen heutigen Charakter.
Einer davon ist der Bullengraben, ein Beispiel für interessante Landschaftsgestaltung in einer Großstadt. Noch vor Jahren befand sich der Bullengraben in einem traurigen Zustand.


Beim Bau der Bahnstrecke Berlin-Hannover erfolgten Eingriffe in Natur und Landschaft, die durch Kompensationsmaßnahmen im Bezirk Spandau auszugleichen waren. So wurde die Neuanlage des Grünzuges Bullengraben beschlossen.
Es entstand eine über 20 Hektar große Grünanlage mit Erholungsflächen und Spielplätzen, welche auch die Wohnqualität der angrenzenden Siedlungen erhöhte. Über eine Länge von 4,5 Kilometer können Fußgänger und Fahrradfahrer wiederhergestellte Feuchtwiesen, renaturierte Gewässer und vielfältige Spielflächen sowie attraktive Wege und Plätze finden, die diesen Grünzug vom Stadtrand bis zur Havel erlebbar machen.
Der Name Bullengraben ist wahrscheinlich von dem slawischen Wort für Heuballen abgeleitet. Der Graben diente seit Jahrhunderten der Entwässerung der feuchten Niederung westlich der Havel.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte dann die städtische Besiedlung um den Bullengraben ein. Seit gut vierzig Jahren dient der Bullengraben auch als Vorfluter zur Aufnahme des Regenwassers aus den Stadtquartieren von West-Spandau. Diese wasserwirtschaftliche Funktion des Bullengrabens verbot eine umfassende Renaturierung und Wiedervernässung der weitgehend trocken gefallenen Niederung. Darum wurde die Niederung nicht wiederhergestellt, sondern lediglich landschaftlich gestaltet.
Er ist in drei Abschnitte unterteilt und beginnt im Westen mit dem Abschnitt Staaken. Vom Nennhauser Damm kommend betritt man den Grünzug, durchschreitet auf einem schwebenden Metallsteg einen alten Lindenhain und trifft auf eine kleines Wasserbecken, das die Quelle des Bullengrabens symbolisieren soll. Ein Platz mit Bänken und Bäumen bildet den Auftakt für eine Reihe von Aufenthaltsorten am Wasser entlang des gesamten Bullengrabens. Der Besucher erfährt durch wechselnde Vegetation von Bäumen, Büschen, Schilf und Rasen gleitende Stimmungswechsel. An der Kreuzung mit dem Magis-tratsweg befindet sich ein von Jugendlichen viel besuchter Skatepark.
Der Abschnitt Grabenkreuz wird durch den von Süden nach Norden verlaufenden Egelpfuhlgraben markiert. Mit dem Bullengraben entsteht so ein Grabenkreuz. In der Nähe der Grabenkreuzung steht eine Stahlskulptur, der „Bullengraben-Bulle“.
Verschiedene Räume sind durch Plätze miteinander verbunden und erschließen sich so dem Besucher. Der teilweisen Wildnis des Feuchtgebietes stehen die gepflegten Rasenflächen im Norden gegenüber. Weiter in Richtung Westen gelangen Spaziergänger zum Areal des Wiesenbeckens. Der „geheimnisvolle Teich“ lässt lediglich über Stege und Plateaus, die sich ins Dickicht schneiden, Blicke auf sein Wasser zu.
Ein großzügiger Landschaftsraum öffnet sich dem Besucher zwischen Egelpfuhlstraße und Päwesiner Weg im Abschnitt Lazarusstraße. Mit dem Bullengraben im Norden hat man von erhöhter Warte einen freien Blick auf Wiesenterrassen. Durch die unter­schied­­lichen Höhenstufen werden differenzierte Feuchteverhältnisse geschaffen, die Wiesenarten, von der Feuchtwiese über die Frischwiese bis zur Trockenwiese entstehen lassen. Wege und Stützmauern geben der Terrassenlandschaft einen Rahmen.
Der Bullengraben nähert sich nun senkenartig dem Siedlungskern von Spandau. Hier wird er, teilweise von Kleingartenanlagen berührt, von der Stadt erfasst und bis zur Havel von einer Promenade begleitet.

Peter Siebke

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