8. Stadtteilfest der Sozialen Stadt im Falkenhagener Feld (Foto: Raöf Salecker)

Impressionen vom 8. Stadtteilfest im Falkenhagener Feld

Ein Jubiläumsjahr nimmt seinen Anfang

8. Stadtteilfest der Sozialen Stadt  im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)
8. Stadtteilfest der Sozialen Stadt im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)
8. Stadtteilfest der Sozialen Stadt  im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)
8. Stadtteilfest der Sozialen Stadt im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)

50 Jahre Falkenhagener Feld sind ein guter Grund, um kräftig zu feiern. Auch wenn das 8.Stadtteilfest an der Westerwaldstraße nicht wegen des besonderen Jubiläums begangen wurde, bot das „Kiezfest“ eine gute Gelegenheit, darauf hinzuweisen. Das Jahr 2013 und ebenso das Folgejahr werden im Zeichen des halben Jahrhunderts stehen. Viele Veranstaltungen und und Ausstellungen werden das Jubiläumsjahr begleiten. Ein wichtiger Grund, das 8. Stadtteilfest der Sozialen Stadt im Falkenhagener Feld genau an diesem Ort stattfinden zu lassen, ist die feierliche Einweihung des neuen Quartiersplatzes an der Westerwaldstraße.

Großsiedlung

Als das Falkenhagener Feld damals in den 1960er Jahren „auf der grünen Wiese“ errichtet wurde, ging es darum, bezahlbaren und modernen Wohnraum zu schaffen. In Berlin fehlten überall Wohnungen. Fast zeitgleich wuchsen gleich drei Großsiedlungen in den Randbezirken des damaligen West-Berlins. Neben den größeren Siedlungen im Märkischen Viertel und der Gropiusstadt entstanden auch im Falkenhagener Feld Wohnungen. Alle drei Großsiedlungen boten erschwinglichen Wohnraum für zehntausende Menschen in Berlin. Die Grundsteinlegung für die ersten Gebäude im Falkenhagener Feld erfolgte im Siegener Viertel.

Fünfzig Jahre gehen nicht ohne Folgen an einem Wohngebiet vorbei. Anfangs in recht lockerer offener Bebauung errichtet, erfolgte später eine „Nachverdichtung“ mit der ein Teil der offen Qualität verloren ging. Es verwundert nicht, dass sich das Gefühl des Beengtseins auch in der Bezeichnung mancher Bauten niederschlägt. So trägt eine geschlossene Häuserzeile den treffenden Namen „Chinesische Mauer“.

Neuer Stadtplatz im FF

8. Stadtteilfest im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)
8. Stadtteilfest im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)
Verhüllte Leseskulptur vor der Stadtteilbibliothek im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)
Verhüllte Leseskulptur vor der Stadtteilbibliothek im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)

Das Klubhaus in der Westerwaldstraße war zum Zeitpunkt seiner Eröffnung Anfang 1970, als „Haus der Jugend und Familie“, als ein Ort für alle Generationen gedacht. Bewegte Zeiten gingen darüber hinweg. Die Probleme einer Großsiedlung blieben auch hier nicht ohne Folgen. Das kleine Einkaufszentrum an der Westerwaldstraße verlor seine Attraktivität für die Bewohner der Umgebung.

Umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen wurden in den letzten Jahren in Angriff genommen, mit dem Ziel, einen zentralen lebendigen Quartiersplatz als Identifikationsort und Treffpunkt für die Bewohnerinnen und Bewohner geschaffen. Finanziert wurden die Baumaßnahmen aus dem Städtebauförderprogramm „Stadtumbau West“. Der Platz erhielt eine Pflasterung mit hellen Betonsteinen, ist barrierefrei gestaltet und wird von zwei mit Bäumen bepflanzten Sitzbändern gegliedert. Diese sind mit Bänken und Spielsteinen möbliert, sowie mit einem Tennenbelag zur Nutzung durch Boule-Spielern ausgestattet. Der gesamte Straßenbereich zwischen Erzgebirgsweg und Siegerland-Grundschule wurde als „Spielstraße“ ausgewiesen, wodurch Fahrzeuge den Platz nur noch in Schrittgeschwindigkeit passieren dürfen. Das 8.Stadtteilfest bot erstmalig die Gelegenheit, den neuen 5500 Quadratmeter großen Platz einem lebendigen Praxistest zu unterziehen.

Bezirksbürgermeister Kleebank wies in seiner Eröffnungsrede auf die Bedeutung der Arbeit des Quartiersmanagements hin, die hier schon viele Jahre erfolgreich geleistet wurde. Zwei Quartiersmanagement-Büros gibt es im Falkenhagener Feld.

Das gut besuchte 8. Stadtteilfest an der Westerwaldstraße hat gezeigt, dass dies anscheinend gelungen ist. Neben den baulichen Maßnahmen, die auf dem vormals ungemütlichen Platz, der eher ein Parkplatz für Autos war, mehrere Aufenthaltsbereiche geschaffen haben und der Sanierung des Einkaufszentrums, rückte eine kulturelle Einrichtung von einer wenig beachteten Randlage in das neue Zentrum des Falkenhagener Feldes. Die Stadtteilbibliothek bezog einen ehemaligen Supermarkt, direkt an der Westerwaldstraße. Lichtdurchflutete großzügige Räume bieten einen barrierefreien Zugang auf einer Etage. Die Einrichtung eines Bürgerbüros in den Räumen der Stadtteilbibliothek erspart den Bewohnern des Falkenhagener Feldes „weite“ Wege ins Rathaus. Sicherlich wären umfangreichere Öffnungszeiten wünschenswert, aber ein Anfang ist gemacht. Zusammen mit der evangelischen Zuflucht-Gemeinde, der Siegerland-Grundschule, dem Familienzentrum (FIZ) und ganz besonders dem Klubhaus unter der neuen Leitung von Hakan Budak schlägt hier wirklich ein lebendiges neues Herz, das zum Verweilen einlädt. Inzwischen dürfen Autos auch nicht mehr ungehindert hindurchrauschen. In dieser verkehrsberuhten Zone ist Schrittgeschwindigkeit angesagt.

„Es ist somit ein zentraler Aufenthaltsort und nachbarschaftlicher Treffpunkt entstanden, der wichtige Jugend-, Sozial-, und Bildungseinrichtungen miteinander verbindet und in Zukunft näher zusammenrücken lässt.“

Klubhaus-Tribüne beim 8. Stadtteilfest im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)
Klubhaus-Tribüne beim 8. Stadtteilfest im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)

Vielen kam das neue Klubhaus bisher wie ein abweisender Betonklotz vor. Als Stadtteilzentrum geplant, wurde es nur von wenigen so wahrgenommen. Unter der Leitung von Hakan Budak scheint es jetzt wirklich zu einem Haus für alle Bewohner des FF zu werden. Manchmal sind es „Kleinigkeiten“, die viel bewirken. Die Veranstaltungsbühne auf dem Stadtteilfest sollte erst anders angeordnet sein. Ihre Ausrichtung zum Klubhaus hin ließ die große Freitreppe des Hauses erstmals wirklich zur Geltung kommen. Wie in einer Arena saßen die Besucher dort gemütlich und konnten problemlos Tanz- und Musikvorführungen verfolgen.

Mehr als 50 Initiativen aus dem Falkenhagener Feld und anderen Spandauer Ortsteilen nutzten die Gelegenheit, sich und ihre Arbeit persönlich vorzustellen und um mit Nachbarn und Bewohnern, Aktiven und Akteuren ins Gespräch zu kommen. Spiel und Spaß, ersthafte Gespräche, leckeres Essen und alkoholfreie Getränke boten genügend Auswahl für alle Besucher. Es herrschte ein lockeres Kommen und Gehen auf dem gut besuchten Stadtteilfest. Nicht wenige bemängelten die kaum vorhandene Werbung für das Fest. Als traditionelles Fest im FF hat es sein festes Publikum, welches über Mundpropaganda auch so gut informiert war.

B. Traven: Ich will nichts anderes sein als Wort

Leseskulptur vor der Stadtteilbibliothek im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)
Leseskulptur vor der Stadtteilbibliothek im Falkenhagener Feld (Foto: Ralf Salecker)

Direkt im Eingangsbereich der neuen Stadtteilbibliothek im Falkenhagener Feld weihten in Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank, Baustadtrat Carsten Röding, Kulturstadtrat Gerhard Hanke eine ganz besondere Leseskulptur ein. Die Künstlerin Hausgang entwarf und baute mit 60 Schülern der B.-Traven Oberschule eine bemerkenswerte Skulptur, die einen Ausspruch B.-Travens „Ich will nichts anderes sein als Wort“ für jeden greifbar umgesetzt hat. Titel vieler seiner Werke formen aus metallenen Einzelbuchstaben einen durchscheinenden menschengroßen Körper.

Den Autor umgibt ein großes Mysterium. Viele Gerüchte kursieren, wer er eigentlich war. Zeit seines Lebens führte er als Autor, Regisseur, aber auch als Zuchthäusler, ein schattenhaftes Dasein, zurückgezogen von der breiten Öffentlichkeit. Einige seiner Werke wurden verfilmt und gelten heute noch immer als große Klassiker. Zu den bekanntesten Werken B. Travens gehören die Romane „Das Totenschiff“ und „Der Schatz der Sierra Madre“.

Quartiersplatz eingeweiht: Ein Beitrag von Spandau-TV

 

Fotoimpressionen vom 8. Stadtteilfest im Falkenhagener Feld

 

Ralf Salecker

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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