Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbund e. V. - AMV

Deutsche Wohnen

Mietminderung statt dauerhafter störungsfreier und effektiver Heizungsinstandsetzung

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Westerwaldstraße

Der Deutsche Wohnen AG, die in Berlin ca. 110.000 Wohnungen bewirtschaftet und damit Berlins größter Vermieter ist, ist es in der gesamten Heizperiode 2016/2017 in einzelnen Wohnungen der Deutsche Wohnen/GSW-Großsiedlung im Falkenhagener Feld nicht gelungen, die Heizungsprobleme in den Griff zu bekommen. Statt einer dauerhaften störungsfreien und effektiven Heizungsinstandsetzung gewährte sie stattdessen diverse Mietminderungen.

Keine kurzfristige Beseitigung von Störungen der Heizungsanlage

Der AMV – Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbund e.V. vertritt im Objekt Westerwaldstraße 29 in 13589 Berlin 13 Mietparteien, die in der gesamten Heizperiode 2016/2017 immer wieder über Heizungsausfall und Heizungsgeräusche klagten. Die Deutsche Wohnen war im Zeitraum vom 24.09.2016 bis zum 15.05.2017 nicht in der Lage, die Heizungsanlage dauerhaft störungsfrei ins Laufen zu bekommen. Zwar beauftragte sie jeweils nach Mängelmeldung unverzüglich ihren technischen Servicepartner B&O Deutsche Service GmbH, die jedoch technisch auf Dauer die Heizungsanlage nicht reparieren konnte. Am 16.03.2017 sagte ein Techniker der B&O Deutsche Service GmbH wortwörtlich zu einer Mieterin: „Die Zeit, die man mir gibt, reicht nicht aus, um die Heizung in Gang zu bringen.“ In einem Schreiben der Deutsche Wohnen Kundenservice GmbH vom 25.04.2017 an den AMV heißt es wie folgt: „Die derzeit vorliegende Störung der Heizungsanlage lässt sich leider nicht kurzfristig beseitigen.“

Mietminderung von über 8.600 €

Die Deutsche Wohnen zahlte an die 13 vom AMV vertretenen Mietparteien in der Westerwaldstraße 29 in der Heizperiode 2016/2017 insgesamt eine Mietminderung von 8.616,76 €. Bei einem Heizungstotalausfall in der gesamten Wohnung sowie zusätzlichen Heizungsgeräuschen betrug die gewährte Minderungsquote 77,5 %. Bei einer Mieterin im 14. OG des Objektes Westerwaldstraße 29 kam es zu einem Heizungstotalausfall in der Zeit vom 01.10.2016 bis zum 14.10.2016, zu einem Heizungteilsausfall im Bad und im Schlafzimmer in der Zeit vom 15.10.2016 bis zum 06.01.2017, zu einem Heizungstotalausfall in der Zeit vom 30.01.2017 bis zum 02.02.2017, zu einem Heizungteilsausfall im Bad und im Schlafzimmer in der Zeit vom 09.02.2017 bis zum 15.02.2017 sowie zu einem Heizungteilsausfall im Wohn- und im Schlafzimmer in der Zeit vom 07.03.2017 bis zum 16.05.2017; sie erhielt insgesamt 1.587,76 € an Mietminderung.

Kommentar des AMV

„Die Westerwaldstraße 29 ist leider kein Einzelfall, im Gegenteil: Die Liste der betroffenen Wohnsiedlungen und Häuser ist lang. Der AMV erwartet von der Deutsche Wohnen, dass diese die Zeit bis zum Beginn der Heizperiode 2017/2018 am 01.10.2017 effektiv nutzt und die notwendigen Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten an den Heizungsanlagen durchführen lässt, damit diese im nächsten Winter tadellos funktionieren“, sagte der 1. Vorsitzende des AMV – Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbund e.V., RA Uwe Piper. „Wir fordern außerdem die Berliner Politik auf, den öffentlichen Druck weiter zu erhöhen, bis der Vorstandsvorsitzende Michael Zahn, der die strategische Aufstellung der Deutsche Wohnen zu verantworten hat, die Instandhaltungs- und Instandsetzungspflicht seines Unternehmens ernst nimmt und seine Politik der systematischen Einsparung von Instandhaltungskosten aufgibt“, so Piper. „Noch so ein Winter ist den Mieterinnen und Mietern der Deutsche Wohnen nicht zumutbar“, äußerte Piper. „Es geht den Mieterinnen und Mietern nicht um möglichst hohe Mietminderungen sondern um warme Wohnungen im Winter. Kein Mieter friert freiwillig gerne“, sagte Piper. „Es kann von der Deutsche Wohnen wie von jedem anderen Vermieter verlangt werden, dass diese ihre Objekte im Interesse ihrer Mieterinnen und Mieter in ganz Berlin technisch auf den neuesten Stand der Technik bringt und ihre bisherige Unternehmensmaxime, ihren Fokus primär nur auf das gehobene Preissegment und ihre Konzentration nur auf ausgesuchte Standorte mit überdurchschnittlichem Marktpotenzial zu setzen, aufgibt. Anderenfalls muss die Politik klären, ob und wie die Deutsche Wohnen durch eine Reform des Enteignungsgesetzes sowie eine Rekommunalisierung der ehemaligen GSW-Bestände in ihre Schranken verwiesen werden kann“, schließt Piper.

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