Karneval in Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Die Jekken sind auch in Spandau unterwegs

Spandau Helei, rufen hier die Narren

Karneval in Spandau (Foto: Ralf Salecker)
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Karneval in Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Schon im 17. Jahrhundert wurde das wilde Treiben mit Mummenschanz und Gauklerspielen so arg, dass die Obrigkeit die Veranstaltungen mit einem Verbot belegte. Friedrich I. und Friedrich II. führten im 18. Jahrhundert höfische Maskenspiele ein. Im 19. Jahrhundert kam dann wohl wieder ein wenig Schwung ins Geschehen. Das Rheinland fiel an Preußen. Erste Karnevalsvereine entstanden in Berlin. Zu dieser Zeit gehörte Spandau noch nicht zu Berlin. 2001 gab es dann den ersten großen Karnevalszug durch die Stadt, mit einem lauten “Berlin, Hei-Jo”, das für Heiterkeit und Jokus steht. Immerhin 250.000 Besucher waren dabei.

Und heute? Wer hätte das gedacht. In einer protestantischen Diaspora wie Spandau hat sich eine Gruppe unbeugsamer Damen und Herren zusammengefunden, der Karneval Club Spandau, um närrisches Treiben auch hier im Bezirk zu zelebrieren.

Die Wurzeln des Karneval sind in katholisch geprägten Regionen Deutschlands zu finden. Mit Köln, Mainz und Bonn dürfte Spandau nicht zu vergleichen sein. Gibt es eine Karneval-Tradition in Berlin und Spandau? Diese Frage muss man ganz klar mit JA beantworten. Okay, die Tradition währt hier noch nicht so lange.

Seit mehr als 25 Jahren hat Berlins westlichster Bezirk seinen eigenen Karnevalsverein. 19 karnevalistisch angehauchte Personen, wie sie selbst es bezeichnen, kamen am 21. Mai 1985 zusammen, um das organisiert zu treiben, was im Rheinland ein Vergnügen für Millionen ist. Vorher waren sie alle in anderen Berliner Vereinen aktiv. Nun sollte das Herz in Spandau schlagen. Sie sind hier nicht in geheimer Mission unterwegs, ganz im Gegenteil. Die Vereinsmitglieder wollen auch andere für dieses Hobby begeistern.

Spandaus Bürgermeister, Konrad Birkholz, hat sie dabei immer wieder gerne unterstützt. Sein Nachfolger, Helmut Kleebank setzt diese Tradition fort. Kampflos überlässt er den Narren das Rathaus, wenn sie das Rathaus stürmen. Der Bürgermeister übergibt der wilden Horde dann Schlüssel und Rathauskasse. An letzterer werden die Jekken heuer nicht viel Freude haben. Möglicherweise legen sie ja noch etwas hinein …

Einen kurzen Augenblick lang herrscht dann närrisches Treiben in den würdigen Hallen. Im Bürgersaal werden dann die Orden verteilt. Zum ersten Mal erstürmten sie die „Heiligen Hallen“ am 11.11.1985. Seit der Wende beginnt der Rathaussturm eine Woche später, genauer gesagt, immer der Samstag nach dem 11.11.. Da eine Woche vorher das Rote Rathaus gestürmt wird, man aber gerne mit vielen anderen Karnevalisten feiern möchte, war dies die pragmatische Lösung.

Karneval Club Spandau

  • Präsident: Gerd Möhl
  • Altonaer Str. 35
  • 13581 Berlin
  • Telefon: (030) 3314270
  • E-Mail: Gert.Moehl@KCS-Spandau.de
  • Webseite: www.kcs-spandau.de

 

Spandau-Kalender 2014 – „Unterwegs in Spandau“

Jetzt schon an Weihnachten denken! Ein wunderbares Geschenk aus und über Spandau!

Spandau-Kalender 2014 - Titelbild
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Spandau-Kalender 2014 – Titelbild

Erhältlich für 12,95 Euro im gut sortierten Buch- und Zeitschriftenhandel in Spandau.

3 neue Spandau-Postkarten aus der Serie „Unterwegs in Spandau“
zu haben, bei jedem gut sortierten Buch- und Zeitungshandel,
sowie im Gotischen Haus in der Spandauer Altstadt.

Im November kommen zwei Spandau-Weihnachtskarten hinzu!

Postkarte: Typo-Motiv aus Spandau – Spandau ist eine Wolke; auch als großes Poster erhältlich
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Postkarte: Typo-Motiv aus Spandau – Spandau ist eine Wolke; auch als großes Poster erhältlich

Postkarten aus Spandau

 

Postkarte: Motiv-Mix Altstadt Spandau  Fotograf: Ralf Salecker
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Postkarte: Motiv-Mix Altstadt Spandau
Fotograf: Ralf Salecker

Postkarten aus Spandau

 

Postkarte: 100 Jahre Rathaus Spandau  Fotograf: Ralf Salecker
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Postkarte: 100 Jahre Rathaus Spandau
Fotograf: Ralf Salecker

Postkarten aus Spandau

 

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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