Fischer mit Netzen, Denkmal am Falkenseer Platz (Foto: Ralf Salecker)

Falkenseer Platz

Der Spandauer Fischer im Verkehrstrubel

Der Falkenseer Platz gehört nicht unbedingt zu den beliebten Plätzen in Spandau, behauptet sich aber als größte Verkehrsschlagader im Bezirk. Über ihn bewegen sich Verkehrsstöme von und nach Hakenfelde, Siemensstadt, in die Spandauer Neustadt, in das Falkenhagener Feld und nach Gatow und Kladow. Sein Herz, eine Grünfläche mit einem Durchmesser von 80 Metern, ist alles andere als eine Insel der Ruhe. Trotzdem wirft hier ein Fischer gemütlich seine Netze aus.

Fischer mit Netzen

Fischer mit Netzen, Denkmal am Falkenseer Platz (Foto: Ralf Salecker)
Fischer mit Netzen, Denkmal am Falkenseer Platz (Foto: Ralf Salecker)

Die Bronze-Skulptur „Fischer mit Netzen“ ist drei Meter hoch, wiegt eine Tonne und ruht auf einem Sockel aus Muschelkalk. Die Bildhauerin Ursula Hanke Förster verkörperte mit ihr Spandau als Stadt am Fluss und Stadt der Fischer. Hergestellt wurde die Skulptur von der Bildgießerei Hermann Noack in Friedenau. Ihren heutigen Platz bezog sie am 11. November 1960. Nur wenige Tage zuvor war der Kreisverkehr zwischen Falkenseer Damm und der Straße Am Juliusturm nach umfangreichen Baumaßnahmen eingeweiht worden. Jürgen Grothe berichtet in „Weißt Du noch?“, dass 11 Kanonenschläge am 11.11. um 11:11 Uhr ertönten – schließlich war Karneval.

Straßenführung und Verkehr

Fischer mit Netzen, Denkmal am Falkenseer Platz (Foto: Ralf Salecker)
Fischer mit Netzen, Denkmal am Falkenseer Platz (Foto: Ralf Salecker)

Besonders Fahranfängern bereitet der Falkenseer Platz als vierspuriger Kreisverkehr wenig Freude. Schaut man sich die Unfallstatistiken an, gehört er zu den unfallträchtigsten Orten in Berlin.
Spuren der Straßenbahnlinie 55, die bis zum 2. Oktober 1967 zwischen Bahnhof Zoo und Hakenfelde fuhr, sind heute keine mehr zu entdecken. Selbst in Hakenfelde hat sich das ehemalige Gleisbett in einen Grünstreifen verwandelt.

Straßen sind wie große Messer, die eine Landschaft zerschneiden. So hat der Bau der Straße Am Juliusturm den Behnitz (Kolk) von der Spandauer Altstadt abgetrennt. Erst 1941, mit dem Bau der Juliusturmbrücke, erhielt sie ihren heutigen Verlauf. Früher gab es hier einen alten Havelarm, den „Alten Rhein“ oder „Deutschen Rhein“, der einst von Spandaus Bürgern zu einem Flutgraben ausgebaut wurde. Eine kleine Brücke, genannt die Steinerne Brücke, sicherte die Verbindung mit dem Rest der Spandauer Altstadt. 1912 wurde dieser Havelarm wegen des Baus der Straße Am Juliusturm zugeschüttet.

Nähe Falkenseer Platz: Brücke über den Mühlengraben zum Behnitz, im Volksmund Kolk genannt. (Foto: Ralf Salecker)
Nähe Falkenseer Platz: Brücke über den Mühlengraben zum Behnitz, im Volksmund Kolk genannt. (Foto: Ralf Salecker)

Der 1963 fertiggestellte Altstädter Ring sollte große Verkehrsströme um die Altstadt herumleiten, was er noch heute tut. Für seinen Bau wollte man ursprünglich sogar den Mühlengraben zuschütten. Eine Menge Häuser wurden deswegen abgerissen. Der Altstädter Ring verläuft dort, wo sich im 17. Jahrhundert die Festungsanlagen der Stadt Spandau befanden. Erst 1880 riss man die Befestigungen ab, weil sie durch die Verbesserung der Geschütztechnologie nutzlos wurden. Auch das heutige Rathaus befindet sich formal außerhalb der Altstadt, nämlich auf der früheren Bastion I der Festung.

Historische Spuren

Parkanlage am Falkenseer Platz. Hier stand einmal die Garnisonskirche. (Foto: Ralf Salecker)
Parkanlage am Falkenseer Platz. Hier stand einmal die Garnisonskirche. (Foto: Ralf Salecker)

Vieles entgeht dem flüchtigen Blick, wenn man dem hektischen Verkehr am Falkenseer Platz folgt. Manches ist längst vergangen. So auch die Garnisonkirche nahe dem Oranienburger Tor, von dem nur der Name geblieben ist. Errichtet wurde die Kirche in den Jahren 1887 bis 1890 auf ehemaligem Festungsgelände. Während des Zweiten Weltkrieges erlitt sie schwere Schäden, sodass die Kirche 1950 gesprengt werden musste. Heute verläuft die Neuendorfer Straße genau über ihren früheren Standort hinweg.
Eine winzige historische Spur ist heute noch südlich der Garnisonkirche sichtbar. Schaut man vom Brauhaus Spandau in Richtung Grünanlage, sieht man den Stufenunterbau des einzigen Reiterstandbildes, das Spandau je hatte. Seit 1909 ragte die 4,5 Meter hohe Bronzefigur des Kaisers Wil­helm I. auf einem fast ebenso hohen Sockel in den Himmel. Zwölf Jahre sammelte Spandaus Bevölkerung Geld, um das geforderte Geburtstagsgeschenk für den Kaiser fertigzustellen. Schon 1942 wurde die Skulptur allerdings wieder entfernt – man benötigte das „kriegswichtige“ Metall.
Das heutige „Brauhaus Spandau“ hat im 1880 errichteten Gebäude der ehemaligen Garnisonwaschanstalt Quartier bezogen. Daneben entstanden die Garnisonbäckerei und das Proviantamt.

Erinnerung an den Hafenplatz

Nur ein Name zeugt noch vom ehemaligen Hafenplatz. Heute befindet sich hier die Bushaltestelle am Wröhmännerpark, der wiederum bis 1964 die Bezeichnung Wröhmännerplatz trug. Im Zuge der umfangreichen Umgestaltung der Straßenlandschaft ging der Hafenplatz am Wröhmännerpark 1961 in der Neuendorfer Straße auf. Der Hafenplatz trug seinen Namen nicht von ungefähr: 1858 wurde der erste städtische Hafen Spandaus errichtet. Schon 1950 schüttete man den größten Teil allerdings wieder zu.

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Spandau-Kalender 2014 - Titelbild
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Postkarte: Motiv-Mix Altstadt Spandau  Fotograf: Ralf Salecker
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Postkarte: 100 Jahre Rathaus Spandau  Fotograf: Ralf Salecker
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About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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