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Der Grünzug Bullengraben in Spandau

Bullengraben Spandau

Spandau hat viel Grün zu bieten. Waldgebiete, verschiedene Parks und mehrere Grünzüge geben ihm seinen heutigen Charakter.
Einer davon ist der Bullengraben, ein Beispiel für interessante Landschaftsgestaltung in einer Großstadt. Noch vor Jahren befand sich der Bullengraben in einem traurigen Zustand.


Beim Bau der Bahnstrecke Berlin-Hannover erfolgten Eingriffe in Natur und Landschaft, die durch Kompensationsmaßnahmen im Bezirk Spandau auszugleichen waren. So wurde die Neuanlage des Grünzuges Bullengraben beschlossen.
Es entstand eine über 20 Hektar große Grünanlage mit Erholungsflächen und Spielplätzen, welche auch die Wohnqualität der angrenzenden Siedlungen erhöhte. Über eine Länge von 4,5 Kilometer können Fußgänger und Fahrradfahrer wiederhergestellte Feuchtwiesen, renaturierte Gewässer und vielfältige Spielflächen sowie attraktive Wege und Plätze finden, die diesen Grünzug vom Stadtrand bis zur Havel erlebbar machen.
Der Name Bullengraben ist wahrscheinlich von dem slawischen Wort für Heuballen abgeleitet. Der Graben diente seit Jahrhunderten der Entwässerung der feuchten Niederung westlich der Havel.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte dann die städtische Besiedlung um den Bullengraben ein. Seit gut vierzig Jahren dient der Bullengraben auch als Vorfluter zur Aufnahme des Regenwassers aus den Stadtquartieren von West-Spandau. Diese wasserwirtschaftliche Funktion des Bullengrabens verbot eine umfassende Renaturierung und Wiedervernässung der weitgehend trocken gefallenen Niederung. Darum wurde die Niederung nicht wiederhergestellt, sondern lediglich landschaftlich gestaltet.
Er ist in drei Abschnitte unterteilt und beginnt im Westen mit dem Abschnitt Staaken. Vom Nennhauser Damm kommend betritt man den Grünzug, durchschreitet auf einem schwebenden Metallsteg einen alten Lindenhain und trifft auf eine kleines Wasserbecken, das die Quelle des Bullengrabens symbolisieren soll. Ein Platz mit Bänken und Bäumen bildet den Auftakt für eine Reihe von Aufenthaltsorten am Wasser entlang des gesamten Bullengrabens. Der Besucher erfährt durch wechselnde Vegetation von Bäumen, Büschen, Schilf und Rasen gleitende Stimmungswechsel. An der Kreuzung mit dem Magis-tratsweg befindet sich ein von Jugendlichen viel besuchter Skatepark.
Der Abschnitt Grabenkreuz wird durch den von Süden nach Norden verlaufenden Egelpfuhlgraben markiert. Mit dem Bullengraben entsteht so ein Grabenkreuz. In der Nähe der Grabenkreuzung steht eine Stahlskulptur, der „Bullengraben-Bulle“.
Verschiedene Räume sind durch Plätze miteinander verbunden und erschließen sich so dem Besucher. Der teilweisen Wildnis des Feuchtgebietes stehen die gepflegten Rasenflächen im Norden gegenüber. Weiter in Richtung Westen gelangen Spaziergänger zum Areal des Wiesenbeckens. Der „geheimnisvolle Teich“ lässt lediglich über Stege und Plateaus, die sich ins Dickicht schneiden, Blicke auf sein Wasser zu.
Ein großzügiger Landschaftsraum öffnet sich dem Besucher zwischen Egelpfuhlstraße und Päwesiner Weg im Abschnitt Lazarusstraße. Mit dem Bullengraben im Norden hat man von erhöhter Warte einen freien Blick auf Wiesenterrassen. Durch die unter­schied­­lichen Höhenstufen werden differenzierte Feuchteverhältnisse geschaffen, die Wiesenarten, von der Feuchtwiese über die Frischwiese bis zur Trockenwiese entstehen lassen. Wege und Stützmauern geben der Terrassenlandschaft einen Rahmen.
Der Bullengraben nähert sich nun senkenartig dem Siedlungskern von Spandau. Hier wird er, teilweise von Kleingartenanlagen berührt, von der Stadt erfasst und bis zur Havel von einer Promenade begleitet.

Peter Siebke

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