Nadya Dittmar: Ich kann mich nicht erinnern. 2012, Album (1986), Tipp-ex, 29,5 × 22× 3 cm

„Heim_spiel spandau“ im Gotischen Haus

30. Mai 2013
19:00bis21:00

Ausstellungseröffnung in Berlins ältestem Bürgerhaus

Nadya Dittmar: Ich kann mich nicht erinnern. 2012, Album (1986), Tipp-ex, 29,5 × 22× 3 cm
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Nadya Dittmar

Manch einer schafft es nur in die Touristeninforamtion, wenn er das Gotische Haus, Berlins ältestes Bürgerhaus in der Spandauer Altstadt betritt. Dabei lohnt es sich durchaus, ein paar Schritte weiter zu gehen. Eine Gelegenheit dazu wäre die Ausstellungseröffnung am 30.5.2013 um 19 Uhr.

»Heim_Spiel« ist eine 2012 vom Frauenmuseum Berlin entwickelte Ausstellungsreihe, die in Berlin lebenden und professionell arbeitenden Künstlerinnen Gelegenheit zur Präsentation gibt und damit den oft strapazierten Begriff von Berlin als der Kunstmetropole Europas auch abseits der bekannten »Kunstmeilen« mit Inhalt füllt. Zugelassen zu den »Heim_Spielen« sind jeweils nur Bewerberinnen, die in dem Bezirk leben oder arbeiten, in dem die Ausstellung stattfindet – in diesem Fall also Spandau und Umland.

Die erste Station der Reihe, in Zusammenarbeit mit dem Kunstamt Tempelhof-Schöneberg, erfolgreich und mit beachtlichem Presseecho durchgeführt, wurde im März 2012 im Rathaus Tempelhof-Schöneberg realisiert – nun gibt das Gotische Haus Spandau den Arbeiten von sechs von einer Fachjury ausgewählten Spandauer Künstlerinnen ein temporäres Heim.

Das Frauenmuseum Berlin e.V.  zu Gast im Gotischen Haus Spandau

  • Eröffnung: Donnerstag, 30. Mai 2013, 19 Uhr
  • Begrüßung: Andrea Theissen, Museums- und Kunstamtsleiterin Grußwort: Gerhard Hanke, Bezirksstadtrat
  • Einführung: Rachel Kohn, Frauenmuseum Berlin

Beteiligte Künstlerinnen

  • Carola Czempik
  • Frauke Danzer
  • Nadya Dittmar
  • Nina Heinrichs
  • Gabriele Styppa
  • Sibylla Weisweiler

Für Carola Czempik und Nadya Dittmar ist die eigene Herkunftsgeschichte Thema – wobei beide ganz entgegengesetzte Formen finden. Frauke Danzer bezieht sich weniger auf eine geografische oder gebaute Heimat als vielmehr auf den menschlichen Körper als Heim. Ihre eigens für die Räumlichkeiten des gotischen Hauses konzipierte Installation führt die Verletzlichkeit der uns umgebenden Hüllen vor Augen. Nina Heinrichs »Heimat« ist ebenfalls nicht geografisch zu beschreiben, dafür aber eng mit dem Begriff Kindheit verbunden: Materialien aus der mütterlichen Schneiderwerkstatt werden zum Ausgangspunkt ei- ner künstlerischen Reise zu den Ursprüngen. Auch Gabriele Styppa führt uns auf gewisse Weise in die Kindheit zurück: sie »spielt« mit dem Begriff »Heim_Spiel« als theatrale Form und formt in Puppenstuben- größe eine alltägliche Essensszene, deren dramatische Entwicklung sie in 5 Fotografien erzählt. Sibylla Weisweiler schließlich interpretiert den Begriff Heimspiel ganz wörtlich und nimmt im klassisch-hausfraulichen Umfeld Fußballer-Posen ein – ein humorvoller Kommentar zu festgefügten Rollenzuschreibungen und gleichzeitig die ganz persönliche Erinnerung daran, wie in ihrer Kindheit die Fußballergebnisse die Wochenendstimmung der Familie bestimmten.

Carola Czempiks

Carola Czempiks: Ausschnitt aus Archive 1 – im spiegelsaal aber, Arbeit im Dialog mit dem Gedicht Großstein / Kamien S´la?ski von Winfried Hoggenmüller, 48 Holzkästchen, je 15 × 15 cm, gefüllt und ge- schichtet mit verschiedenen Salzen,  Gesteinsmehlen,  transparenten  Papieren,  Pigmenten, und Wachsen, 2010
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Carola Czempiks

Carola Czempiks »Archive« stehen für die Spurensuche sowie das fragmentarisch überlieferte Erinnern verlassener Lebensräume.

Bildbeschreibung: Ausschnitt aus Archive 1 – im spiegelsaal aber, Arbeit im Dialog mit dem Gedicht Großstein / Kamien Slaski von Winfried Hoggenmüller, 48 Holzkästchen, je 15 × 15 cm, gefüllt und geschichtet mit verschiedenen Salzen, Gesteinsmehlen, transparenten Papieren, Pigmenten, und Wachsen, 2010

Frauke Danzers

Frauke Danzer
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Frauke Danzer

Frauke Danzers Protective Capes sind Hüllen, zugleich auch Schutzräume, die den Körper umschließen, ihn abbilden, nachzeichnen. Sie bleiben als Relikte Erinnerungsstücke vergangener Zeit.

Die 7 Körperschimären kreisen um sich selbst und bekommen so etwas Eigenständiges und Unabhängiges.

Bildbeschreibung: Protective Capes, Installation,

Papier, Draht, Drehmotoren, ca. 1,30 × 2,30 × 2,30 m, 2013

Nadya Dittmar

Nadya Dittmar: Ich kann mich nicht erinnern. 2012, Album (1986), Tipp-ex, 29,5 × 22× 3 cm
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Nadya Dittmar

Welche Dinge geben mir Halt?

Das Wissen darüber, woher ich stamme. Erinnerungen, Normen, Werte bieten Orientierung, stiften Identität. Mein Begriff von Heimat ist eng mit der DDR verbunden. Diese Heimat und ihr Verschwinden haben mich geprägt.

Bildbeschreibung: Ich kann mich nicht erinnern. 2012, Album (1986), Tipp-ex, 29,5 × 22× 3 cm

Nina Heinrichs

Nina Heinrichs
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Nina Heinrichs

»Wenn ich an Heimat denke, denke ich an zu Hause:

an meine Mutter, an deren Heimarbeit, an ihre Schneiderwerkstatt, an Mengen von verschiedenen Materialien, Stoffen, Stecknadeln, Schnittmustern, Pauspapieren, Modezeitungen.« so Nina Heinrichs. All diese Materialien fielen der Künstlerin nach dem Tod ihrer Mutter in die Hände und inspirierten sie zu der Serie Aus der Schneiderwerk- statt meiner Mutter.

Bildbeschreibung: aus der Serie aus der Schneiderwerkstatt meiner Mutter, 2011/12, Collage / Zeichnung

Gabriele Styppa

Gabriele Styppa
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Gabriele Styppa

In einer fünfteiligen Fotosequenz erzählt Gabriele Styppa mit Figuren aus Knetgummi eine »Tragödie«, klassisch in fünf Akten. Die auf einer Miniaturbühne agierenden Figuren greifen ironisch das Thema »Heimspiel« auf – im Maßstab und durch die Miniaturmöbel an Puppenstuben erinnernd, evozieren sie Kindheitserinnerungen, dies aber eben nicht süßlich-verkitscht, sondern mit der der kindlichen Phantasie eigenen Drastik.

Bildbeschreibung: Heimspiel-Horst und Hilde 1–5, Fotografie hinter Acrylglas, je 26 × 40 cm, 2013

Sibylla Weisweiler

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Sibylla Weissweiler

Sibylla Weisweilers Serie zeigt eine Frau als Spielmacherin im zentralen offensiven Mittelfeld ihrer häuslichen Umgebung. Sie verlagert das Fußballspiel aus dem öffentlichen in den privaten Raum. Ihren Bildern (Acryl auf Papier) geht ein Rollenspiel voraus: die Künstlerin verkleidet sich als Fußballerin und hält ihr Spiel mittels einer Polaroid-Kamera fest. Sie trägt stilecht ein Trikot mit der Nummer 10 und kickt gekonnt zwischen Bügelbrett und Bett.

Bildbeschreibung: Serie Südkurve Dribbeln und Duschen mit Elf,

12 Bilder, gerahmt 40 ×30 cm, Acrylfarbe auf Papier, 2006

 

Gotisches Haus Spandau

  • Breite Str. 32
  • 13597 Berlin
  • U7 Altstadt Spandau

Ausstellungsdauer 30. Mai–24. August 2013, Mo–Sa 10–18 Uhr, Feiertage geschlossen. Eintritt frei Für alle weiteren Informationen wenden Sie sich bitte an info@frauenmuseumberlin.de.

 

 

+++ Spandaus größter Fotowettbewerb – Foto-Kunst-Lauf – noch bis zum 19.6.2013 können Bilder eingeschickt werden – Preise im Gesamtwert von 4000 Euro zu gewinnen +++

Spandauer Foto-Kunst-Lauf
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Spandauer Foto-Kunst-Lauf 2013

 

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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