Bahnunterführung in der Klosterstraße, Entwurf (Bild: Aletja Plus GmbH)

Licht ins Dunkel der Bahn-Unterführung in Spandau bringen

14. Februar 2013
11:00

Lärm und Dunkelheit an der Klosterstraße sollen weichen

Bahnunterführung in der Klosterstraße, Entwurf (Bild: Aletja Plus GmbH)
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Bahnunterführung in der Klosterstraße, Entwurf (Bild: Aletja Plus GmbH)

Wenn man spontan einen der dunkelsten und lautesten Orte im Bereich der Spandauer Altstadt nennen müsste, fiele die Wahl sofort auf die 60 Meter lange und 45 Meter breite Bahnunterführung in der Klosterstraße. 40.000 bis 50.000 Fahrzeuge bewegen sich täglich unter der Eisenbahnbrücke hindurch. Züge donnern darüber hinweg. Viele Radfahrer und ein paar Tausend Fußgänger nehmen diesen düsteren und schmuddeligen Weg, um von der Altstadt zu den Spandau-Arcaden oder weiter in die Wilhelmstadt zu gelangen. Die alte Postruine unterstreicht den düsteren Eindruck noch. Manch einer nimmt lieber den Umweg durch die Bahnhofshalle in Kauf, um dem Lärm zu entgehen. Damit soll es 2014 ein Ende haben.

Bahnunterführung in der Klosterstraße, Schalldämmende Metallelemente als Leuchtkästen (Bild: Aletja Plus GmbH)
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Bahnunterführung in der Klosterstraße, Schalldämmende Metallelemente als Leuchtkästen (Bild: Aletja Plus GmbH)

Im letzten Jahr schrieb das Bezirksamt Spandau einen Wettbewerb aus:

Die zu entwickelnden Beiträge sollen sich vornehmlich mit dem Tunnelraum der Unterführung befassen, wodurch eine stark verbesserte Erlebbarkeit, insbesondere für Radfahrer und Fußgänger erreicht werden soll. Mit Hilfe von lärmmindernden (baulichen) Maßnahmen, die die Verkehrs- und Brückenfunktion nicht beeinträchtigen sollen sowie künstlerischer Konzepte und einer neuen Lichtkonzeption soll der Tunnelraum positiv erlebbar werden.

Der Umfang der Werbeflächen soll nicht reduziert werden – eine Änderung der Flächenverteilung ist in eine Neukonzeption einzubinden. Die (Werbe-)Flächen oberhalb des Tunnels dürfen mit einbezogen werden.

Aufwertung der Unterführung der Deutschen Bahn in der Klosterstraße

Das Ergebnis des Wettbewerbs wird vom 14. Februar (11 Uhr) bis zum 24. Februar im Erdgeschoss der Spandau Arcaden zu begutachten sein. Eröffnet wird die Ausstellung zur Aufwertung der Unterführung der Deutschen Bahn in der Klosterstraße im Beisein von Baustadtrat Carsten Röding.

Blick vom Rathaus Spandau zu den Spandau Arcaden und zum Bahnhof (Foto: Ralf Salecker)
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Blick vom Rathaus Spandau zu den Spandau Arcaden und zum Bahnhof (Foto: Ralf Salecker)
Bahnhof Spandau und Arcaden - Nächtliches Panorama (Foto: Ralf Salecker)
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Bahnhof Spandau und Arcaden – Nächtliches Panorama (Foto: Ralf Salecker)

Wie schon Charlottenburg und andere Bezirke zuvor, will Spandau die Situation der düsteren Brücken als Angstraum in den Griff bekommen. Da kommen finanzielle Mittel aus dem Programm „Aktive Stadtzentren“ gerade recht. Insgesamt 300.000 Euro stehen für die Jahre 2012 bis 2014 zur Verfügung. Auch die Spandau-Arcaden finanzieren einen Teil der Umgestaltungskosten. Mit Hilfe einer künstlerischen Gestaltung durch Lichtplaner und Akustiker sollen die Problemquellen Lärm und Dunkelheit angegangen werden.

Am 14.01.2013 entschied ein Gremium aus Institutionen, Sachverständigen und lokalen Akteuren über die eingereichten Entwürfe. Als Sieger ging das Bearbeitungsteam aus aletja plus GmbH, livebau solutions GmbH und AiR Ingenieurbüro GmbH hervor.

Die Idee ist so einfach wie wirkungsvoll. Unterschiedlich große durchleuchtete Metallelemente an den Wänden und zwischen den Brückenpfeilern auf dem Mittelstreifen bewirken eine gewisse Schalldämmung. Bedruckte farbige Folien sorgen für ein abwechslungsreiches Farbenspiel.

Wo Licht ist, hat Angst keinen Platz mehr, könnte zukünftig die Devise heißen. Möglicherweise pendeln dann wieder mehr Menschen zur nahen Wilhelmstadt.

 

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

3 thoughts on “Licht ins Dunkel der Bahn-Unterführung in Spandau bringen

  1. Ich bin sehr gespannt auf die Realisierung. Und noch mehr gespannt bin ich darauf, wie das ganze dann ein Jahr später nach dem üblichen Vandalismus aussieht. Bestimmt so wie jetzt, nur teurer. Fakt ist einfach, dass hier kein Architekt RECHTZEITIG, das heißt vor Beginn des Bahnhofsbaus, an diese gruselige Unterführung gedacht hat. Statt dessen muss jetzt „Drangeflickt“ werden.

  2. Bei keiner Brücke in Berlin oder anderswo hat man sich Gedanken darum gemacht, dass auch Menschen hindurch gehen müssen/wollen/sollen. Sie sind meist recht düster.
    Die einzelnen Metalelemente sollen mit farbigen bedruckten dekorativen Folien versehen werden. Sollten die Opfer von Vandalismus werden, können sie preiswert ausgetauscht werden.

  3. „Sollten die Opfer von Vandalismus werden, können sie preiswert ausgetauscht werden.“

    Tut mir leid, aber der Konjunktiv „sollte“ ist leider Wunschdenken. Kein Geld ausgeben für Metallelemente, auch wenn sie noch so preiswert sind! Lieber den Eigentümer der Brücke zwingen, den Saustall mal sauber zu machen. Und das anderswo auch nicht an die Menschen gedacht wird ist kein Grund, es hier ebenfalls nicht getan zu haben. Wieso ist eigentlich die alte Brücke nie gestrichen worden? Der Lack hängt in Fetzen runter. Und die Taubenstangen über den Werbeschilder führen dazu, dass die fliegenden Ratten alles gleichmäßig auf dem Boden vollsauen. Wer’s nicht glaubt, einfach mal hingehen und schauen. Die ganze Maßnahme beruht eh nur auf der Studie, die erst auf Druck der Piraten öffentlich gemacht wurde und die die Attraktivität der Altstadt beleuchtet. Darin steht für viel Geld das, was jeder Halbblinde auch so schon sehen kann. Besonders lustig ist die Aussage über den dubiosen Wochenmarkt vorm Rathaus…

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