Gerhard Hanke, Kulturstadtrat in Spandau und die Leiterin der Bezirkszentralbibliothek Marion Mühlhoff am neuen Selbstbuchungsaustomaten in der Bezirkszentralbilbiothek Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Neueröffnung der Spandauer Hauptbibliothek

Die „Mutter aller Bibliotheken“ kann wieder problemlos besucht werden

Gerhard Hanke, Kulturstadtrat in Spandau und die Leiterin der Bezirkszentralbibliothek Marion Mühlhoff  am neuen Selbstbuchungsaustomaten in der Bezirkszentralbilbiothek Spandau (Foto: Ralf Salecker)
Gerhard Hanke, Kulturstadtrat in Spandau und die Leiterin der Bezirkszentralbibliothek Marion Mühlhoff am neuen Selbstbuchungsaustomaten in der Bezirkszentralbilbiothek Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Es war ziemlich voll heute früh, als der Auftakt für den „Beginn einer neuen Zeitrechnung“ im Spandauer Bibliothekswesen gegeben werden sollte. Spandau hat als erster Bezirk vollständig auf Funktechnologie umgestellt! Alle Medien sind mit einem RFID-Etikett (Radio Frequency Identification = Funkerkennung) versehen worden. Eine darin enthaltene Antenne sorgt dafür, dass sie berührungslos erfasst werden können.

RFID-Einführung in Spandau

  • 21.07.2011 Die Stadtteilbibliothek Kladow (Spandau) startet als erstes mit der Selbstverbuchung
  • 27.07.2011 Die Stadtteilbibliothek Haselhorst (Spandau) geht als zweite Bibliothek in den Publikumsbetrieb mit RFID
  • 11.08.2011 Eröffnung der Stadtteilbibliothek in der Bertold-Brecht-Oberschule (Spandau)
  • 28.10.2011 Eröffnung der Stadtteilbibliothek Heerstraße (Spandau)
  • 24.11.2011 Eröffnung der Stadtteilbibliothek Falkenhagener Feld (Spandau)

Eine neue Zeit beginnt

Automatische Sortieranlage in Spandaus Hauptbibliothek (Foto: Ralf Salecker)
Automatische Sortieranlage in Spandaus Hauptbibliothek (Foto: Ralf Salecker)

Bisher war es „normal“, an der Theke seine Bücher zur Ausleihe und Abgabe verarbeiten zu lassen. Ein Vorgang der – je nach Länge der Schlange – schon etwas länger dauern konnte. Als erster Bezirk in Berlin bietet Spandau jetzt eine selbständige Ausleihe und Rückgabe von Medien durch den Nutzer.

In der Bezirkszentralbibliothek in der Carl-Schurz-Straße gibt es vier Selbstverbuchungsautomaten für die Ausleihe und die bisher einzige Rücksortieranlage. An zwei Rückgabestellen können die Medien einem automatischen Sortiersystem übergeben werden. 25 Medien pro Minute können verarbeitet werden.

Manch einer muss sich erst daran gewöhnen

Heike Schmidt, Bibliotheksleiterin löst den Alarm aus. (Foto: Ralf Salecker)
Heike Schmidt, Bibliotheksleiterin löst den Alarm aus. (Foto: Ralf Salecker)

Am ersten Tag war der Ansturm naturgemäß riesig. Viele wollten ihre Bücher loswerden. Mit Rucksack oder Tasche bewaffnet stürmten viele direkt zu den Schließfächern. Kaum passierten sie die Sicherheitsschranke ging der Alarm los. Daran muss man sich erst gewöhnen – erst abgeben, dann ans Schließfach gehen …

Richtige Probleme mit dem neuen System hatte kaum jemand. Am Alter lag es jedenfalls nicht. Das Personal gab schnell die nötige Hilfestellung. Unwirsch, wegen der Umstellung, weil die eingeschliffenen Gewohnheiten abgelegt werden müssen, reagierten die Wenigsten. Das ist doch was …

Gerhard Hanke, der Bildungsstadt äußerte den Wunsch, in Zukunft auch außerhalb der Öffnungszeiten Medien zurückgeben zu können. In Charlottenburg geht es schon an der Heinrich-Schulz-Bibliothek und der Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek.

Die Technik hat den Ansturm bisher gut überstanden. Ausfälle sind noch keine zu verzeichnen. Da infolge der RFID-Technik Zeit gespart wird, kann die Bibliothek zukünftig längere Öffnungszeiten anbieten.

EFRE-Gelder machten die Modernisierung erst möglich

Für Spandau schließt sich hier der Kreis: im Juli 2011 startete am Bezirksrand in Kladow die erste Berliner Bibliothek überhaupt mit der RFID-Technologie. Es folgten vier Spandauer sowie 16 weitere Berliner Bibliotheken. Knapp 60 Bibliotheken sollen noch folgen im deutschlandweit größten Bibliotheksprojekt dieser Art, das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), des Landes Berlin, der Berliner Bezirke sowie der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) finanziert wird.

P.S.

Nun kann jeder (bis Ende März) problemlos die Ausstellung von Panoramafotografien im Lesecafé der Stadtbibliothek besuchen.

 

Ralf Salecker

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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