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Panoramafotografien der Spandauer Neustadt

Ausstellung im Quartiersbüro Neustadt Spandau

13 großformatigen (je 120 mal 40 cm) Panoramafotografien von Ralf Salecker (“Unterwegs in Spandau“).

In den Räumen des Quartiermanagement der Spandauer Neustadt sind die großformatigen Panoramabilder von Ralf Salecker zu sehen, die schon einmal für kurze Zeit im Kaufhaus am Park betrachtet werden konnte. Wer die Gelegenheit im Dezember verpasst hat, kann dies jetzt nachholen.

Zeigten die Kalender von Ralf Salecker bisher einen Querschnitt durch den gesamten Bezirk, legt die Ausstellung bewusst einen Schwerpunkt auf das Gebiet vor den Toren der Altstadt. „Alles sehen – Vorurteile und Klischees überwinden“ ist der Titel dieser Ausstellung. Hier wird der Versuch unternommen, ein paar ungewöhnliche, möglicherweise sogar unerwartete Blicke der Neustadt zu zeigen. Möglicherweise wird der geneigte Besucher feststellen, wie spannend der Besuch in diesem Ortsteil sein kann – und, wie wenig manche Vorurteile greifen.

Die großformatigen  Panoramabilder können direkt bei Ralf Salecker bestellt werden.

Die Ausstellung wurde ermöglicht mit Hilfe des Quartiersmanagements der Spandauer Neustadt.

Quartiersmanagement Spandauer Neustadt

“Alles Sehen” – Vorurteile und Klischees überwinden

Spandauer Neustadt in großformatigen Panoramafotografien

Ein Projekt im Rahmen des Programms Soziale Stadt.
Seit einigen Jahren stelle ich die besonderen Seiten Spandaus in Form von Panoramafotografien dar. Diese ermöglichen aufgrund ihres erfassten Bildwinkels (bis zu 360 Grad) einen ungewöhnlichen Blick auf das betrachtete Umfeld.
So lag der Gedanke nahe, diesmal einen Ortsteil Spandaus – die Spandauer Neustadt – in den fotografischen Mittelpunkt zu stellen, der nicht gerade den besten Ruf genießt. Erste Erfahrungen mit eigenen Veröffentlichungen über den Koeltzepark zeigten, wie heftig Reaktionen selbst von Menschen sein können, die direkt im Kiez leben. So erregte sich ein Leserbriefschreiber über die positive Darstellung des Parks, mit einem drastischen Hinweis auf die dortige Trinker-Szene. Wenn also selbst Einwohner Schwierigkeiten mit dem eigenen Umfeld haben, dann kann man wohl davon ausgehen, das gewisse Klischees in den Köpfen der Leute auch außerhalb der Neustadt existieren.
Das Image des Ortsteils ist sowohl bei den Kiezbewohnern, wie auch bei den restlichen Spandauer nicht das Allerbeste.
Das Fotoprojekt “Alles sehen – Vorurteile und Klischees überwinden” unternimmt den Versuch, Örtlichkeiten in der Neustadt zu zeigen, die neugierig machen, den Ortsteil selbst zu erkunden. Fotos sollen präsentiert werden, denen es gelingt, Positives zu zeigen, ohne schönfärberisch zu wirken.
Die Auswahl geeigneter Orte zeigte sich als durchaus schwierig. Vorschläge aus den Reihen der Bewohner ließen sich oft nicht nutzen, da die Vorschläge deutlich über die Grenzen der Neustadt hinausgingen. Das ist zwar ein positives Zeichen für einen Blick über den “Tellerrand”, konnte aber leider nicht umgesetzt werden, da das Thema enge geografische Grenzen setzte. Trotzdem kam im Laufe der Zeit eine ausreichende Anzahl an Vorschlägen zusammen. Die dabei geführten Gespräche waren sehr spannend, weil viele Details über die Neustadt thematisiert wurden, die zeigten, wie verwurzelt die Menschen in “ihrem” Kiez sind. Alle waren außerordentlich an einer aktiven positiven Auseinandersetzung über das Umfeld interessiert.
Umgesetzt werden sollte das Fotoprojekt in Form von Panoramafotografien. Der Begriff Panorama leitet sich aus den griechischen Wörtern πᾶς (sprich: pas – alles, ganz) und ὁράω (sprich: horao – sehen) ab. Bei dieser Fotografie werden bis zu mehreren Dutzend Fotografien zu einem einzigen Bild montiert. Der so erfasste Bildwinkels (bis zu 360 Grad) bietet einen ungewöhnlichen Blick auf das betrachtete Umfeld. Dies bedeutet im Einzelfall, dass für ein Foto als Endprodukt bis zu 72 Einzelaufnahmen notwendig sind. Während einer Aufnahmeserie darf sich an den fotografischen Bedingungen nichts verändern. Weder dürfen Menschen oder Tiere durchs Bild wandern (sie würden dann mehrfach abgebildet), noch sich die Lichtbedingungen ändern. Schon ein misslungenes Bild würde die gesamte Serie unbrauchbar machen.
Viele immer wiederkehrende Besuche der einzelnen Orte waren im Laufe des Jahres notwendig, um zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Ein Dutzend Versuche sind da eher als Durchschnittswert anzusehen. Dazu kommen dann noch langwierige Berechnungen der Fotos am Computer. Rechnet man den Aufwand einmal zusammen, dann wurden in ein einzelnes Bild etwa 40 Stunden Arbeit investiert. So ist es nicht verwunderlich, dass die ursprünglich geplante Zeit für die Erstellung der Fotos nicht eingehalten werden konnte.
Entgegen der ersten Überlegung das Ergebnis als gerahmte großformatige Fotos zu präsentieren, wurde die sich bietende aktuelle Gelegenheit genutzt, die Bilder als noch größere Leinwanddrucke (120 mal 40 cm) für einen sogar etwas geringen Preis zu produzieren. Das Ergebnis bestätigt diese Entscheidung.

Folgende Motive wurde letztendlich ausgewählt:

  1. Blick zur Wasserstadt, zum Nordhafen – man muss nicht in den Süden reisen …
  2. Koeltzepark – Rosenpergola (der “Stein des Anstoßes”); als Ort für die “Älteren”
  3. Koeltzepark – Jugendfreizeitstätte; als Ort für die Jugend
  4. Koeltzepark – Kinderspielplatz; als Ort für die Jüngsten
  5. Altes Schulgebäude – die Vergangenheit
  6. Neues Schulgebäude – die lichtdurchflutete Gegenwart
  7. Lutherplatz – der zentrale Ort in der Spandauer Neustadt
  8. Eiswerderbrücke – Kulisse für viele Filme
  9. Eiswerderbrücke – als Verbindung zur grünen Insel Eiswerder
  10. Deckengemälde – eine aktuelle künstlerische Auseinandersetzung mit dem Kiez
  11. Hinterhof – “Italien lässt Grüßen” – von wegen düstere Hinterhöfe …
  12. Spielplatz/Grünanlage – versteckte Plätze
  13. Lynar-Krankenhaus – ein Ort nicht nur für Kranke …
  14. Behnitz – alte Stadtmauer; “Grenzen überwinden” …
  15. Südhafen – am anderen Spandaus

Gespräche mit Besuchern der Ausstellung im “Kaufhaus am Park” zeigten, wie positiv Idee und Umsetzung des Fotoprojekts angenommen wurde. Als Wanderausstellung wird sie nicht nur in Spandau einen anderen Blick auf die Neustadt ermöglichen. Das gesteckte Ziel, einer positiven Reflektion der eigenen Position zur Spandauer Neustadt als lebenswertem Umfeld ist also erreicht.
Gespräche mit potentiellen weiteren Ausstellern werden geführt.

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