Quartier Pulvermühle

Quartier Pulvermühle Spandau

Parks und Wasserläufe in Haselhorst an der Krienicke

Das Quartier Pulvermühle war Ende 2000 der erste fertiggestellte Bereich der Bauplanung für die Wasserstadt Berlin-Oberhavel. Begrenzt wird das Gelände im Norden durch die Kleine Eiswerderstraße, im Osten durch die Daumstraße und im Süden durch den Telegrafenweg.
Als ehemalige Garnisons- und Festungsstadt hat Spandau eine lange Rüstungsgeschichte hinter sich. So leitet sich der Name des Quartiers von der Pulvermühle ab, die 1835 von Moabit aus hierher umgesiedelt ist.
Die Innenstadt mit ihrer zunehmenden Bevölkerung sollte von den Gefahren verschont bleiben, die sich aus der Waffen- und Munitionsproduktion ergaben. Pulver für preußische Kanonen kam nun aus Spandau.
Die Zerstörungen durch die Franzosen führten zur Errichtung so genannter Rayons in Spandau. Es handelte sich um Gebiete, in denen im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung sämtliche Bauwerke leicht abzureißen sein sollten, damit die Geschütze freies Schussfeld bekamen. Dieser Umstand machte die Gebiete ebenso interessant für industrielle Ansiedlungen wie die gute Erreichbarkeit auf dem Wasserweg.
Nach den Kriegen verkamen die Rayons zur industriellen Brache mit zum Teil hoch belasteten Böden. Auch die Notsiedlung, die in den 1950er Jahren im Bereich Pulvermühle errichtet wurde, verfiel im Laufe der Jahrzehnte.


Die ideale Lage am Wasser ließ dann die Vorstellung wachsen, diese Flächen weiträumig zu entwickeln. Man wollte Grünflächen und Wege am Wasser schaffen. Da im Zuge des Mauerfalls ein erhöhter Wohnungsbedarf vorhergesagt wurde, startete man zugleich ein umfangreiches Wohnungsbauprogramm. Später stellten sich die Prognosen allerdings als weit überhöht heraus. Die anfangs geplante dichte Wohnbebauung wurde infolgedessen nicht umgesetzt.
Zwei Parkanlagen rahmen im Quartier Pulvermühle die Siedlung aus roten Ziegeln ein: im Westen am Havelufer der Krienickepark 4 und im Osten der Grützmacherpark 1 mit dem Grützmachergraben 2. Ein weiterer Graben, der Östliche Abzugsgraben 3 durchschneidet teilweise die Siedlungsfläche und trägt so zur weiteren Auflockerung bei.
Der etwa 3 Hektar große Grützmacherpark wurde 2004 fertiggestellt. Hier gibt es einen großen Spielplatz. Der Krienickepark, eröffnet 1998, hat eine eigene kleine Badestelle zu bieten. Der 33 000 Quadratmeter große Krienickepark ist 2002 mit dem Gustav-Meyer-Preis ausgezeichnet worden. Mit diesem Preis werden herausragende Leistungen bei der Anlage und Pflege von Grünanlagen gewürdigt. Eine Promenade verführt zum Spaziergang direkt am Havelufer.
Der Grützmachergraben mündet an seinem südlichen Ende in die Spree, während an seinem oberen Ende, nahe dem Alten Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, der Rohrbruchteich liegt. Sein zickzackförmiger Verlauf deutet auch heute noch auf die ehemaligen Stadtumwallungen (Lynetten) hin. Eine hölzerne Brücke mit rund 20 Metern Spannweite stellt die Verbindung zur Daumstraße sicher. Im Schatten der Bäume lädt der Graben zum gemütlichen Flanieren oder zum Verweilen auf den Parkbänken ein.

Ralf Salecker

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Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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