Die Spandauer Schleuse, zwischen Behnitz und Zitadelle wird saniert (Foto: Ralf Salecker)

Reparaturarbeiten an der Spandauer Schleuse zwischen Zitadelle und Behnitz

Es wurde Material verbaut, mit dem man keine Erfahrung hatte …

Die Spandauer Schleuse, zwischen Behnitz und Zitadelle wird saniert (Foto: Ralf Salecker)
Die Spandauer Schleuse, zwischen Behnitz und Zitadelle wird saniert (Foto: Ralf Salecker)

Die Spandauer Schleuse nahe der Altstadt bereitet wieder einmal Probleme. Als Verbindung zwischen Oberhavel und Unterhavel soll sie zwischen Behnitz und Zitadelle die unterschiedliche Höhe des Wasserspiegels ausgleichen. Die wichtigste Verbindung zwischen der Havel-Oder-Wasserstraße und der Unteren Havel-Wasserstraße ist bis März für die Schifffahrt gesperrt.

1998 begann man mit dem Neubau der Spandauer Schleuse. Ihre Grundsteinlegung erfolgte am 31.August. Im Juni 2002, nach vier Jahren Bauzeit und 26,8 Millionen Euro Ausgaben wurde sie in Betrieb genommen. 115 Meter lang und 12,50 Meter breit ist sie und schafft eine Hubhöhe von 2,40 Metern.

Vier Tage später musste sie wieder für den Schiffsverkehr geschlossen werden, weil der Stoßschutz klemmte. Wieder mussten die Schiffe einen 15 Kilometer weiten Umweg in Kauf nehmen, um nach Berlin zu gelangen, wie schon in der Zeit ab März 1993, als die alte Schleuse wegen Baufälligkeit gesperrt wurde. Dieses kleine Problem bekam man noch am selben Tag in den Griff. Drei Monate später führten defekte Hydraulikteile am Tor zu einer mehrwöchigen Schließung. Ein Tor, welches sich nicht ganz öffnen lässt, ist schon recht ärgerlich. Ärgerlich auch das nun beginnende Gutachter-Verfahren, in dem die Schuldfrage für all die Probleme geklärt werden sollte. Irgendwer musste das schließlich alles bezahlen …

Wer jetzt über die Juliusturmbrücke fährt, hat sich sicherlich über das riesige Zelt gewundert, welches seit einiger Zeit die Spandauer Schleuse umhüllt. Hier ist leider nicht Christo der Verpackungskünstler am Werke gewesen. Um den Winter über an der leergepumpten Schleusenkammer arbeiten zu können, war der Aufbau eines beheizten Zeltes notwendig.

Nach 10 Jahren ist eine „ganz normale Sanierung“ der Schleuse notwendig geworden. 600.000 Euro werden die Arbeiten voraussichtlich kosten. Ganz normaler Verschleiß (?), weil man einen Beton verbaute, mit dem man keine Erfahrung hatte. Spandau wurde also so etwas wie ein Versuchsobjekt. „Es bröckelt aus den Fugen der Schleusenkammer“, berichtet der Tagesspiegel. Während die Schäden in der Schleusenkammer selbst beseitigt werden, sollen im oberen Bereich Stoßschutzbereiche geschaffen werden, die dem unfreiwilligen Kontakt mit den einfahrenden Schiffen besser wiederstehen können. Wasser und Stahl führen schnell zu Korrosion. In Stahl-Schiffsrümpfen werden „Zink-Mäuse“ als Opferanoden eingebaut, damit sich nicht der Rumpf sich auflöst. Vergleichbares geschieht auch im Bereich der Schleuse.

In der Schifffahrtspolizeilicher Anordnung Nr. 179/2012 heißt es ganz lakonisch:

„Aufgrund von planmäßigen Reparatur-/Instandsetzungsarbeiten an der Schleuse Spandau, Havel- Oder-Wasserstraße (HOW) km 0,58, wird die Schleuse Spandau vom 22.10.2012 bis 30.3.2013 für den gesamten Verkehr gesperrt.“

Und weiter:

„Die Sperrung erfolgt gemäß § 6.28a Nr.2 der Binnenschifffahrtsstraßen- Ordnung durch Doppelrotschaltung der Lichtsignalanlagen an der Schleuse.“

Wie auch sonst …

Ein paar LINKS zur Zitadelle Spandau

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Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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