Aus der Not eine Tugend machen… auch in Spandau?
Schlaglöcher beseitigen ist teuer. Ein Dorf in Thüringen hat sich eine kuriose Lösung überlegt.
Dem Autofahrer wird es nicht entgangen sein. Schnee und Eis sind von den Straßen verschwunden. Trotzdem kommt keine echte Freude auf im Straßenverkehr. Der frostige Winter hat dem Straßenbelag heftig zugesetzt. Schlagloch reiht sich an Schlagloch. Das mindert nicht nur den Komfort beim Fahren, sondern kann durchaus die Gefahr von Unfällen steigern.
In Niederzimmern, einem thüringischen Dorf mit einer Bevölkerungsdichte von 80 Einwohnern pro km2 (Spandau 33400), geht man an das Problem klammer Kassen auf eine höchst kreative Art und Weise an. Unter dem Motto “Teer muss her. Kaufen Sie Ihr Schlagloch” kann jeder sein persönliches Schlagloch für 50 Euro erwerben. In das geteerte Schlagloch wird eine Plakette mit dem Namen des edlen Spenders eingelassen.
Spandau verfügt über einen Jahresetat von rund zwei Millionen Euro für die den Straßenbau. Allein für die Herstellung der Verkehrssicherheit in den Hauptstraßen seien 450000 Euro in Spandau notwendig. Bezieht man die Nebenstraßen mit ein, kann locker eine Million zusammenkommen. Berlin spart kräftig. Der Bezirk bekommt deutlich weniger vom Land als benötigt. 40 Millionen plant Berlin für die Bezirke ein, während der ADAC sogar 450 Millionen fordert. Nur die gefährlichsten Schäden können so beseitigt werden, so das Tiefbauamt. Zwar gibt es ein Sonderprogramm Berlins zur Schlaglochbeseitung, doch reicht dieses Geld nicht einmal ansatzweise aus, um der Schäden Herr zu werden. Insgesamt sind mache Straßen sehr stark vorgeschädigt. Die Folgen des Winters offenbaren nun diesen misslichen Umstand.
Spandau hat mit seinem Schlaglochmelder selbst schon einmal einen kreativen Anfang gemacht. Den Mitarbeitern des Tiefbauamtes ist es unmöglich, alle 425 km Straßennetz in Spandau zu überwachen. Löchern scheinen schneller zu entstehen, als sie entdeckt und beseitigt werden können. Die Einbeziehung der Bürger ist da eine praktische Lösung.
Wenn also Dörfer fernab der Großstadt höchst konstruktive Ideen haben, dann sollte man sich nicht scheuen, diese für sich zu adaptieren. Spandau, verkauf Deine Schlaglöcher!
