Architektur der Charlottenburger Baugesellschaft (Charlotte) in Hakenfelde (Foto: Ralf Salecker)

Schöner Wohnen in Hakenfelde

Charlottenburger Baugenossenschaft sorgte einst für bezahlbaren Wohnraum

Architektur der Charlottenburger Baugesellschaft (Charlotte) in Hakenfelde (Foto: Ralf Salecker)
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Architektur der Charlottenburger Baugesellschaft (Charlotte) in Hakenfelde (Foto: Ralf Salecker)

Viele verbinden mit Hakenfelde einen schönen Uferweg entlang der Havel, den Spandauer See, die Insel Eiswerder, das Johannesstift und den Stadtforst. Doch der Spandauer Ortsteil hat noch mehr zu bieten. Man muss nur mal aufmerksam durch die kleineren Straßen abseits der lauten Streitstraße laufen.

Bis zum 2. Oktober 1967 gab es hier eine Straßenbahnlinie, die über den Falkenseer Platz bis zum Zoologischen Garten fuhr. Ihre letzten Spuren in der Mitte der Streitstraße sind erst vor kurzer Zeit verschwunden. Dort, wo einmal die Gleise verliefen und Jahrzehnte überdauerten, befindet sich jetzt ein Grünstreifen.

Carossa-Quartier

Carossa-Quartier in Hakenfelde (Foto: Ralf Salecker)
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Carossa-Quartier in Hakenfelde (Foto: Ralf Salecker)

Es gibt aber auch Spuren der Vergangenheit, die noch vorhanden sind. So sticht an der Streitstraße ein großer gelber Gebäudekomplex ins Auge. Das heutige Carossa-Quartier mit dem auffälligen Uhrenturm wurde im Auftrag des Reichsluftwaffenministeriums in den Jahren 1938 bis 1942 erbaut und beherbergte das Luftfahrtgerätewerk von Siemens & Halske. Etwa 1.000 Zwangsarbeiterinnen des Außenlagers Sachsenhausen mussten hier kriegswichtige Geräte wie z. B. Leit- und Steuerungstechnik für Flugzeuge produzieren. Kurz vor Kriegsende sollten sie nach Sachsenhausen verbracht werden, wurden aber unterwegs befreit.

Nach Ende des Krieges zog die britische Armee in den linken Teil des Gebäudes ein. Schulen nutzten den rechten ab 1950. Bis zur Kündigung des Mietverhältnisses 1993 war hier der Sitz des Hans-Carossa-Gymnasiums. Anschließend stand der Komplex etwa zehn Jahre leer. Heute ist das Quartier so etwas wie das Einkaufszentrum der Hakenfelder, das außerdem Büro- und Praxisflächen bietet und Sitz der Agentur für Arbeit Spandau ist.

Wohnquartiere der „Charlotte“

Architektur der Charlottenburger Baugesellschaft (Charlotte) in Hakenfelde (Foto: Ralf Salecker)
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Architektur der Charlottenburger Baugesellschaft (Charlotte) in Hakenfelde (Foto: Ralf Salecker)

Direkt gegenüber gelangt man westlich der Streitstraße zu einer markanten Wohnsiedlung der 1907 gegründeten Charlottenburger Baugenossenschaft. Wohnungsbau-Genossenschaften verstehen sich als Mittelweg zwischen individuellem Eigentum und Miete. So auch die „Charlotte“.

In allen größeren Städten herrschte am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine große Wohnungsnot. Davon waren nicht nur die einfachen Arbeiter betroffen, sondern auch die besser gestellte Mittelschicht. Spandau hatte sich zu einem wichtigen Rüstungszentrum Deutschlands entwickelt. Die Bevölkerung nahm explosionsartig zu. Vier- und fünfgeschossige Mietskasernen mit beengten dunklen Hinterhöfen nach Berliner Vorbild schossen wie Pilze aus dem Boden. Trotzdem, oder gerade deswegen, gab es kaum bezahlbaren und ansprechenden Wohnraum. Mietwucher war an der Tagesordnung. Gewinnmaximierung führte zu einer möglichst dichten Bebauung aller freien Flächen. Licht, Luft und Sonne – wohnungsnahe Freiräume für die Mieter – zählten nicht. Es gab keine Bauvorschriften, die hier regelnd eingriffen. Nur die Straßenflucht musste gewahrt bleiben. Licht, Luft und Sonne – wohnungsnahe Freiräume für die Mieter – zählten nicht.

Ornamente an Gebäuden der Charlottenburger Baugesellschaft (Charlotte) in Hakenfelde (Foto: Ralf Salecker)
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Ornamente an Gebäuden der Charlottenburger Baugesellschaft (Charlotte) in Hakenfelde (Foto: Ralf Salecker)

Die Charlottenburger Baugenossenschaft setzte bewusst ein Gegengewicht: ansprechende Wohnqualität zu bezahlbaren Konditionen. Nicht nur die Wohnungen selbst, sondern auch die Gestaltung der Häuserzeilen sollte Licht ins Lebensumfeld der Menschen bringen. Die ersten Wohnungen der „Charlotte“ in Hakenfelde – zwischen Wegscheider Straße und Hohenzollernring – wurden schon 1913 fertiggestellt. In den Jahren 1926 bis 1929 folgten die Wohnungen um den Wansdorfer Platz.

Zur Straße hin bilden kleine Grünflächen und nach innen gezogene Höfe eine willkommene Auflockerung der Straßenfront. Parkähnliche Innenhöfe bieten ruhige Rückzugsbereiche für die Anwohner. Gestalterische Elemente wie kleine Erker, Hauszeichen über den Türen und dezente Ornamente lockern die Fassaden auf, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu spielen. Während gemütlicher Spaziergänge im Laufe der Jahreszeiten lassen sich viele spannende Details entdecken.

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About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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