Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbund e. V. - AMV

Spandauer Vorreiterrolle findet Nachahmer

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Positiver Nachahmereffekt: Tempelhof-Schöneberger Grüne fordern ein öffentlich einsehbares Asbest-Register

Nachdem die BVV Spandau auf Antrag des Fraktionsvorsitzenden der Piratenpartei Emilio Paolini auf ihrer Sitzung am 20.04.2016 unter TOP Ö 14.1. „Asbestgefahr in Spandauer Wohnungen nicht einfach hinnehmen“ beschlossen hat, dass das Bezirksamt Spandau aufgefordert wird, sich bei den zuständigen Stellen für ein Asbestregister und die Sanierung städtischer Wohnungen mit asbesthaltigem Baumaterial einzusetzen (Drucksache – 1713/XIX), ziehen nun die Grünen in Tempelhof-Schöneberg nach und fordern ebenfalls ein öffentlich einsehbares Asbest-Register, das nicht nur die landeseigenen, sondern auch die Wohnungen privater Vermieter umfasst. Die grüne Bezirksverordnete Renate Giese über den Sinn eines solchen Registers:Jede Mieterin, jeder Mieter soll selbst einsehen können, ob die eigene Wohnung betroffen ist bzw. vom Alter oder dem Datum der letzten Sanierung her mit dem krebserregenden Baustoff belastet sein könnte.“ Quelle: Bündnis 90/Die Grünen Tempelhof-Schöneberg

Tempelhof-Schöneberg folgt Spandau


In Tempelhof-Schöneberg stehen 9.631 städtische Wohnungen unter Asbestverdacht. 5.005 Wohnungen der Degewo, 2.730 der Gewobag und 1.896 bei Stadt und Land sollen belastet sein. Diese Zahlen gehen aus einer Antwort des Senats vom 16.11.2015 auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Andreas Otto vom 29.10.2015 hervor. (Quelle: pardok.parlament) In keinem Berliner Bezirk stehen mehr Wohnungen unter Asbestverdacht. Schöneberg-Tempelhof ist der Bezirk mit den meisten unter Asbestverdacht stehenden Wohnungen in Berlin.

Der Kommentar des AMV

„Bedenkt man, dass die Gesundheit das höchste Gut des Menschen ist, so war es längst überfällig, dass sich die Politik in Schöneberg-Tempelhof dem Thema Asbest in Wohnungen widmet“, sagt RA Uwe Piper, Erster Vorsitzender des AMV – Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbund e. V. „Asbest ist ein eindeutig krebserregender Stoff, bei dem anerkannt ist, dass bei hoher Freisetzungswahrscheinlichkeit von Asbestfasern durch die Reizwirkung in der Lunge oder das Wandern der Fasern zum Brust- und Bauchfell Lungenkrebs beziehungsweise ein Mesotheliom (Tumor des Lungen- oder Bauchfells) entstehen kann“, so Piper. „Nachdem auf Bezirksebene zunächst Spandau eine Vorreiterrolle übernommen hat, wird es ausdrücklich begrüßt, dass nun die Grünen in Tempelhof-Schöneberg aktiv werden und einen entsprechenden Antrag in die BVV eingebracht haben; es ist zu hoffen, dass der Antrag eine entsprechende Mehrheit findet“, wünscht sich Piper. „Der AMV hat sich am heutigen Tag mit einem offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden der in den BVV´s Neukölln (8.549 Verdachtsfälle), Charlottenburg-Wilmersdorf (6.336), Mitte (6.281), Reinickendorf (4.118), Friedrichshain-Kreuzberg (3.836) und Steglitz-Zehlendorf (3.336) vertretenen Parteien gewandt und diese gebeten, nach dem Vorbild von Spandau und Tempelhof-Schöneberg ebenfalls aktiv zu werden und ein öffentlich einsehbares Asbest-Register zu fordern“, teilt Piper mit.

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One thought on “Spandauer Vorreiterrolle findet Nachahmer

  1. Aktueller Stand am 09.06.2016:

    Nach Spandau setzen sich nun auch die Grünen in Charlottenburg-Wilmersdorf (1), Friedrichshain-Kreuzberg (2), Reinickendorf (3) und Tempelhof-Schöneberg (4) sowie die Piraten in Steglitz-Zehlendorf (5) für ein Berliner Asbest-Register ein.

    Damit folgen Spandau jetzt fünf Bezirke und setzen sich für ein Berliner Asbest-Register sowie für einen Sanierungsfahrplan ein.

    Von den „Asbestbezirken“ in Berlin fehlen nur Mitte und Neukölln.

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