Erik Semler verweist auf die Bildtafel, auf der der bedeutende Akt des  Religionswechsels dargestellt ist.

Spandaus Nikolaikirche in der Altstadt als zentraler Ort der Reformation

25. Oktober 2012
16:00
31. Oktober 2012
10:00bis12:00

Erik Semler über den bedeutenden Akt des Religionswechsels

Erik Semler verweist auf die Bildtafel, auf der der bedeutende Akt des  Religionswechsels dargestellt ist.
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Erik Semler verweist auf die Bildtafel, auf der der bedeutende Akt des Religionswechsels dargestellt ist.

Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther sein Papier mit den 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg. Damit leitete er die Reformation des römisch-katholischen Glaubens  vor 495 Jahren ein. Die neue Glaubensrichtung breitete sich langsam im Kurfürstentum Brandenburg aus, sodass sich am 1. November 1539 Joachim II. veranlasst sah, den Religionswechsel zu vollziehen. Zu dieser Zeit regierte er das Land als Kurfürst nach dem Tod seiner Vaters Joachim I. vier Jahre zuvor.

Dieser Schritt des Religionswechsels bedeutete für die Mark Brandenburg, dass sich alle Kirchen und Einwohner danach zu richten hätten und das Land damit als reformiert galt. Für den Herrscher selbst bedeutete dieser Wechsel einen enormen wirtschaftlichen Gewinn, da er die römisch-katholischen Kirchengüter einziehen konnte. Im Zuge dessen wurde auch das  reiche Spandower Kloster auf dem heutigen Gelände der alten Post an der Klosterstraße aufgelöst. Es wurde dann im 30jährigen Krieg wegen der Stadtbefestigung abgerissen.

Für diesen politisch bedeutenden Akt des Religionswechsels wählte Joachim II. die Nikolai-Kirche in Spandow. Dort ließ er sich das Abendmahl erstmals in beiderlei Gestalt – nach dem alten und den neuen Ritus – von Matthias von Jagow, dem brandenburgischen Bischof, verabreichen. Nach diesem Bischof ist die Jagowstraße in der Neustadt (von der Lutherstraße ausgehend) benannt worden.

350 Jahre später ist das heute vor der Nikolai-Kirche befindliche Denkmal eingeweiht worden. Es war früher mit einem kleinen Gitter umgeben. Auf den Bildtafeln sind deutlich die Gestalten des Abendmahls zu erkennen.

An all diese Geschichten anlässlich der Reformation am 31. Oktober erinnert der Historiker Erik Semler an diesem Tag  mit einer Führung in der Zeit von 10 bis 12 Uhr in der Spandauer Altstadt. Außerdem wird an weitere Kirchen in Spandaus mittelalterlichem Stadtkern gedacht. Wo waren beispielsweise die Moritz- und Johanneskirche?

Die Führung am 31. Oktober beginnt am Gotischen Haus (Breite Straße 32) in der Spandauer Altstadt. Kinder in Begleitung der Eltern sind bis 18 Jahre kostenfrei und jeder Teilnehmer erhält kostenlos einen Stadtplan mit Spandaupostkarten. Wer an dieser Führung nicht teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, bereits am Donnerstag, den 25. Oktober, um 16 Uhr einen bebilderten Vortrag im Uferpalais (Brauereihof 19) mitzuerleben.

Erik Semmler

 

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One thought on “Spandaus Nikolaikirche in der Altstadt als zentraler Ort der Reformation

  1. Nur eins ist merkwürdig. Die blöden Spandauer und Berliner haben keinen Reformationsfeiertag. Wieso? Weil die Berliner Politik zu blöde ist! Die Einzelhandelslobby konnte sich bedauerlicherweise durchsetzen, shoppen ohne Ende für Brandenburger. Und ja, ich weiß, man braucht keinen Feiertag, um der Reformation zu gedenken. Nur bleibt der fehlende Feiertag trotzdem nicht erklärbar.

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