Stolpersteine in der Wilhelmstadt für das Ehepaar Zehden

Stolpersteine in der Spandauer Wilhelmstadt für das Ehepaar Zehden

In Gedenken an die Opfer der Gewaltherrschaft

Stolpersteine in der Wilhelmstadt für das Ehepaar Zehden
Stolpersteine in der Wilhelmstadt für das Ehepaar Zehden

Bereits in den vergangenen Jahren sind in der Zitadellenstadt in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus an vielen Orten Stolpersteine verlegt worden. Diese quadratischen individuell beschrifteten Messingplatten befinden sich an dem letzten freiwillig gewählten Wohnort der Menschen und erinnern an ihr Schicksal. Anfang Oktober sind gemeinsam mit dem Kölner Bildhauer Gunter Demnig, der dieses Kunstprojekt ins Leben gerufen hat, die Stolpersteine für das Ehepaar Emmy und Richard Zehden und ihrem Neffen Horst Schmidt in der Franzstraße 32 verlegt worden, die hier in der Wilhelmstadt ihre letzte freiwillig gewählte Bleibe hatten.

Mit Unterstützung der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau haben die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Martin-Buber-Oberschule recherchiert und die Lebensgeschichte der drei Personen Stück für Stück rekonstruiert.

Emmy und Richard Zehden waren aktiv in ihren Glauben als Zeugen Jevohas eingebunden und lehnten jegliche Form der Tötung anderer Menschen ab. Aus diesem Grund verweigerten sie den Wehrdienst, versteckten sogar junge Wehrdienstverweigerer und zählten damit par excellence zu den Verfolgten des NS-Regimes. Ihr Neffe und Ziehsohn Horst Schmidt, den das Ehepaar Zehden 1939 als Kind angenommen hatte, teilte das von Leid geprägte Schicksal des Ehepaares. Im Jahr 1940 wurde ihnen ihre Wohnung in der Franzstraße 32 gekündigt und der unfreiwillige Umzug in eine Laubenkolonie nach Gatow in den Krielower Weg stand bevor. Dort wurde Richard Zehden im September 1942 verhaftet und nach Sachsenhausen gebracht, wo der im November 1943 zu Tode kam. Ende 1943 wurde das Todesurteil für Emmy Zehden ausgesprochen und im Juni 1944 durch die Hinrichtung mit der Guillotine vollstreckt. Horst Schmidt konnte dem Urteilsspruch der Nazis entkommen. Er sollte im Juni 1943 verhaftet werden, hielt sich aber zu diesem Zeitpunkt mit seiner späteren Ehefrau Hermine in Danzig auf. Im brandenburgischen Görden saß Schmidt später im Gefängnis und wartete auf die Vollstreckung des im November 1944 verhängten Todesurteils. Das Kriegsende 1945 und die Kapitulation ließen ihn entkommen. Horst Schmidt verstarb im Jahr 2010.

In einer von den Schülerinnen und Schülern organisierten Gedenkveranstaltung wurde an das Schicksal dieser drei Menschen erinnert.

 

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Spandau Kalender "Unterwegs in Spandau 2012"
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Lesezeichen: Nächtlicher Blick über den Bahnhof auf das Rathaus Spandau
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Postkarte: Blick auf die Spandauer Stadtmauer am Behnitz/Kolk
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