Tiere sind nicht die besten Weihnachtsgeschenke (Foto: Ralf Salecker)

Urlaubszeit bedeutet auch mehr ausgesetzte Tiere in Spandau

Es gibt eine Alternative zum Aussetzen der Haustiere

Jetzt steigt wieder die Zahl ausgesetzter Tiere (Foto: Ralf Salecker)
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Jetzt steigt wieder die Zahl ausgesetzter Tiere (Foto: Ralf Salecker)

Für viele Tiere wird auch dieses Jahr der Urlaub wieder zur Qual.
Tiere, die im Winter als niedliches Geschenk unter dem Weihnachtsbaum landeten, finden sich in den Sommerferien häufig ausgesetztes Häufchen elend am Straßenrand wieder. Für viele scheint es einfacher zu sein, sich so der lästig gewordenen Hausgenossen zu entledigen. Jahr für Jahr beginnt das gleiche Spiel. Ebenso wie der Sperrmüll gerne am Straßenrand entsorgt wird, finden sich dort zu Beginn der großen Ferien verstärkt Haustiere wieder.

Nach Auskunft des Tierheim Berlins wurden im letzten Jahr etwa 3000 Tiere in der Stadt ausgesetzt. Bundesweit wurden allein zu Beginn der Ferien 2012 etwa 70.000 Tiere ausgesetzt in Berlin waren es zu beginn der Sommerferien 2011 rund 1500 Tiere. Katzen, Hunde und andere Kleintiere machen den Löwenanteil dabei aus. Die meisten Exoten überleben oft nur kurze Zeit in der Stadt, andere überstehen den Wechsel in die „städtische Wildnis“ länger. So finden sich in manchen Gewässern Schildkröten und anderes Getier, die dort niemals heimisch waren.

Dem aufmerksamen Spaziergänger an der Kuhlake im Spandauer Stadtforst wird nicht entgangen sein, dass dort seit Jahren eine Population von Rotwangenschildkröten lebt. Diese findet man auch im Tiergarten oder dem Teufelssee. Ausgesetzt werden Tiere nicht nur, weil die Besitzer sich überfordert fühlen. Sie sind einfach nicht bereit, die entsprechenden Gebühren zu entrichten, die von den Tierheimen für die Abnahme verlangt werden. Ein Hund schlägt dabei mir 6o bis 110 Euro und eine Katze mit 20 bis 65 uro zu Buche. Simpler Geiz treibt also die Tierhalter.

Verantwortlich handeln!

Mit einem eindringlichen Appell wendet sich der Bezirkstadtrat für Bürgerdienste und Ordnung Stephan Machulik kurz vor Beginn der Sommerferien an die Spandauerinnen und Spandauer. Der Bezirksstadtrat bittet alle Tierbesitzer, keine Tiere vor der Fahrt in den Urlaub auszusetzen und stattdessen auf Betreuungsangebote für Haustiere zurückzugreifen:

„Wer ein Haustier besitzt, hat eine Verantwortung für die Tiere, auch in der Urlaubszeit, deshalb sollte jeder Hunde-, Katzen- oder Kleintierbesitzer und –besitzerin dafür sorgen, dass sein oder ihr Tier in den Ferien betreut wird. Hier ist der Tierschutzverein für Berlin eine wichtige Anlaufstelle. Das Aussetzen und Anbinden an Mülltonnen oder Laternen ist keine Lösung und stellt darüber hinaus ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar.“
Tipp: Tiersitter-Datenbank des Tierheim Berlin für Betreuungsangebotssuchende

Tierheim Berlin

Für alle die bislang keine Unterkunft für ihre Tiere haben, möchten wir auf die Variante hinweisen die Tiere bei Menschen in der Nachbarschaft unterzubringen. Hierzu bietet das Tierheim Berlin über seine Website einen ganz besonderen Service an: die Tiersitter-Datenbank. Unter www.tierschutz-berlin.de können Tierfreunde über eine Suchfunktion Kontakt zu Tiersittern aufnehmen, die in ihrer Nachbarschaft leben. Die kostenfreie, vom Tierschutzverein für Berlin seit mehreren Jahren betriebene Datenbank enthält weit über 600 Einträge von Tierfreunden in Berlin und im Umland. Interessenten, die Urlaubsplätze in privater Umgebung anbieten möchten, können sich auf der Website selbstständig in das Register eintragen.

Tipp: Reisebestimmungen für die einzelnen Urlaubsländer kennen

Frühzeitig, am besten im Zuge der Urlaubsplanungen, sollte geklärt werden, ob die Haustiere mitreisen können. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat die Servicekarte „Reisen mit Heimtieren“ herausgegeben, auf der Sie die wichtigsten Tipps für das Reisen mit Heimtieren finden. Bedenken Sie dabei auch, dass für den Aufenthalt möglicherweise vorgeschriebene Impfpflichten erfüllt sein sollten.

Mehr Infos unter:

Tipp: Was tun, wenn ich ein ausgesetztes Tier finde?

Die Tiere möglichst wenig anfassen, um Verletzungen zu vermeiden. Auch ein harmlos aussehender Hund kann durch die für ihn ungewohnte Situation unerwartet reagieren; oftmals sind ausgesetzte Tiere zudem völlig dehydriert und ausgehungert. Nur dann ruhig nähern, wenn man sich völlig sicher ist, die Situation im Griff zu haben. Tiere nicht einfach mitnehmen, sondern die Polizei, oder das Ordnungsamt informieren.

Das Ordnungsamt und die Polizei sind verpflichtet, sich um aufgefundene, ausgesetzte Tiere zu kümmern! Wenn man einen Verdacht hat, wem das Tier gehört oder wer es ausgesetzt haben könnte, sollte dies der Polizei mitgeteilt werden, sie wird den Fall untersuchen.

Deutschlandweite Tierschutz-Notrufnummer: 0700 58 58 58 1

Tiersammelstelle

Entlaufene Tiere aus allen Bezirken Berlins werden in die Tiersammelstelle verbracht und dort vorübergehend verwahrt. Transport und Unterbringung der Tiere sind kostenpflichtig. Für den Betrieb der Tiersammelstelle gibt das Land Berlin pro Jahr etwa 600.000 Euro aus.
Die amtliche Tiersammelstelle für verlorene und verwahrte Tiere befindet sich im Hausvaterweg 39, 13057 Berlin-Falkenberg, auf dem Gelände des Tierheimes Berlin. Telefon: 030 76888200

Für die Unterbringung und den Transport von Tieren fallen Gebühren an:

  • Hund: 60 bis 115 Euro
  • Katze: 20 bis 85 Euro
  • Mäuse/ Hamster: 5 Euro
  • Kaninchen, Degus, Chinchillas, Ratten: 5 bis 30 Euro
  • Wellensittiche, Nymphensittiche, Agaponiden (nur Rosenköpfchen), Kanaren, Finken: 15 Euro
  • gr. Papageien: 50 Euro
  • Wasserschildkröten, Landschildkröten, kleine Echsen: 20 Euro
  • Leguane: 30 Euro
  • Fragen dazu werden unter der Telefonnummer 76888–0 beantwortet

Für weitere Fragen stehen Ihnen gern unsere Mitarbeiter unter Tel. (030) 76888–0 zur Verfügung.

 

 

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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