Neue Stadtteilbibliothek im Falkenhagener Feld. Feierliche Schlüsselübergabe durch Gerhard Hanke und Carsten Röding an Daniele Tannenberger und Regina-Schulze-Dau (Foto: Ralf Salecker)

Vom Supermarkt zur modernen Stadtteilbibliothek

Ab jetzt gibt´s geistige Nahrung im Falkenhagener Feld

Neue Stadtteilbibliothek im Falkenhagener Feld. Feierliche Schlüsselübergabe durch Gerhard Hanke und Carsten Röding an Daniele Tannenberger und Regina-Schulze-Dau (Foto: Ralf Salecker)
Neue Stadtteilbibliothek im Falkenhagener Feld. Feierliche Schlüsselübergabe durch Gerhard Hanke und Carsten Röding an Daniele Tannenberger und Regina-Schulze-Dau (Foto: Ralf Salecker)

Die Stadtteilbibliothek im Spandauer Falkenhagener Feld ist jetzt in die erste Reihe gerückt. Vorher unscheinbar neben der Schule am Hermann-Schmidt-Weg „versteckt“ war sie vielen im Umfeld nicht bekannt. Das ist jetzt anders. Seit dem 3. Dezember, mit nur einem Monat Verspätung, hat die Stadtteilbibliothek ihre Pforten in der Westerwaldstraße 9 für das Lesepublikum geöffnet. Carsten Röding und Gerhard Hanke überreichten symbolisch den Schlüssel an Daniele Tannenberger (ehemalige Leiterin) und Regina Schulze-Dau, die neue Leiterin der Bibliothek. Frau Tannenberger wechselt nun in die Zentrale und bildet dort junge Bibliothekare aus.

Ein Kabeldiebstahl verursachte nicht nur zusätzliche Kosten, sondern auch eine Verzögerung im Eröffnungstermin. Im ehemaligen Plus-Markt war der Ansturm groß. Niemand ließ sich von dem Umstand abschrecken, dass vor der Tür gerade wieder die Straße aufgerissen wurde und der Zugang zu den Räumen noch ein wenig provisorisch ist. „Lieber das Chaos am Anfang, als später noch einmal.“

Neue Stadtteilbibliothek im Falkenhagener Feld. Daniele Tannenberger freut sich über den Erfolg. (Foto: Ralf Salecker)
Neue Stadtteilbibliothek im Falkenhagener Feld. Daniele Tannenberger freut sich über den Erfolg. (Foto: Ralf Salecker)

Eineinhalb Jahre Bautätigkeit haben nun ein Ende gefunden, auch wenn es draußen noch ein wenig anders ausschaut. Etliche Hürden waren zu nehmen, damit der Umzug überhaupt möglich wurde. Frau Daniele Tannenberger, die ehemalige Leiterin der Stadtteilbibliothek war sichtlich gerührt. Schon lange hatte sie sich für die Bibliothek neue Räumlichkeiten gewünscht – doch woher nehmen? Schließlich war klar, dass es Räume im Besitz des Bezirkes sein mussten. Spandau ist pleite, auch dieser Umstand ist nichts Neues. Trotzdem gelang es dem Bezirk, das Gebäude zu erwerben und zu sanieren.

Unter anderem ist die neue Bibliothek der Überzeugungskraft von Baustadtrat Carsten Röding zu verdanken, der schon früh an einen Erfolg des Umzuges in den Supermarkt glaubte. Auch Gerhard Hanke, der Bildungsstadtrat ließ sich nach anfänglichen Zweifeln überzeugen.

Finanziert wurde das Projekt u.a. aus Mitteln des Programms „Stadtumbau West“. Erst so wurde der Kauf des ungenutzten Supermarktes von der GSW erst möglich. Rund 2 Millionen Euro hat der ganze Spaß gekostet. Sogar neue Bücher kamen am Schluss noch dazu. 50.000 Euro spendierte die EU aus dem Topf „Bibliotheken im Stadtteil“.

Während die alten Bibliotheksräume auf zwei Etagen verteilt waren, gibt es hier alles, was das Herz begehrt auf einer Ebene. Lichtdurchstrahlt und freundlich wirken die neuen Räume. Kein Vergleich zum spröden Charme der alten Räume.

Wenn der Telefonanschluss und damit auch die Internetverbindung funktionieren, ist auch der Kontakt zum Rest der Welt möglich und die Computerarbeitsplätze können frei genutzt werden.

Gemütliche Sitzecken laden zum Verweilen und Schmökern ein. Ein riesiger Fernseher verwandelt die Bibliothek in ein kleines Kino.

Der Herz im Kiez schlägt jetzt kräftiger

Niemand kann die Bibliothek jetzt noch übersehen. „Weite“ Wege, zur Buchausleihe in die Spandauer Altstadt müssen nun nicht mehr sein. Zuflucht-Gemeinde, Siegerland-Grundschule, Klubhaus, Bibliothek und Einkaufszentrum umschließen einen großen Quartiers-Platz der dazu einlädt, ihn zu nutzen, sich dort als Nachbarn zu begegnen. Sabine Clausen, von der Zuflucht-Gemeinde begrüßte die Bibliothek ganz bewusst als neue/alte Nachbarin im Kiez.

Gerade weil die Situation im Falkenhagener Feld nicht unproblematisch ist, braucht es ein lebendiges Zentrum, welches aktiv der Anonymität entgegenwirkt, indem es die Menschen zusammenbringt. Das nahegelegene Familienzentrum (FIZ), Kirchengemeinde, Klubhaus und nun auch die Bibliothek schaffen diese lebendige Nachbarschaft.

Anliegen der Bibliothek ist es naturgemäß, die Medienkompetenz, besonders der Kinder, zu stärken, sie früh an das Lesen heranzuführen. An diesem Ort des kulturellen Austausches sollen sich alle Generationen und Kulturen begegnen. Wie schon in der Hauptbibliothek, gibt es auch hier Medien in unterschiedlichsten Sprachen.

Nicht nur die neuen Räumlichkeiten verzauberten die Besucher. Niko Donner, seines Zeichens Zauberer, schlug mit seinen Zaubertricks die Kinder in seinen Bann.

17.000 Medien Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

  •  Romane
  •  Sachliteratur
  •  Hörbücher
  •  CD
  •  DVD
  •  CD-ROM
  •  Zeitschriften

Vorlesestunde

  • mit Unterstützung vom Lesewelt e.V. für Kinder von 4 bis 12 Jahren. Jeden Donnerstag von 16 bis 17 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos.

Service

  •  Online-Zugang zu allen Beständen der Berliner Öffentlichen Bibliotheken
  •  Online-Zugang zum Munzinger-Archiv
  •  Zugang zum Internet
  •  Angebote für Kitas und Schulen
  •  Vorlesestunden mit Lesewelt e.V. donnerstags von 15:00 – 16:00 Uhr

Stadtteilbibliothek Falkenhagener Feld

  • Westerwaldstraße 9
  • 13589 Berlin
  • Telefon: (030) 6040-0687

Öffnungszeiten

  • Montags, donnerstags: von 13 bis 19 Uhr
  • dienstags, mittwochs, freitags: von 12 bis 17 Uhr

 

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

3 thoughts on “Vom Supermarkt zur modernen Stadtteilbibliothek

  1. Find ich gut. Bildung ist immer wichtig und willkommen. Vor allem in einem absoluten Problemstadtteil wie dem Falkenhagener Feld. Die Frage ist nur, ob das alles noch was nützt oder ob nicht lieber eine neue Polizeidienststelle hilfreicher wäre.

  2. Bildung sollte immer im Vordergrund stehen, dann gibt´s nachweislich auch später weniger Probleme.

  3. Stimmt, dann gibt es später keine Probleme, wenn die Bildung stimmt. Trotzdem darf man das jetzt und heute nicht aus den Augen verlieren, und da häufen sich die im Bezirk vorhandenen Probleme. Da hilft auch nicht, Flächen zum Grillen frei zu geben.

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