Asiatische Wasserbüffel neu seit Mai 2011 auf den Tiefwerder Wiesen. (Foto: Ralf Salecker)

Wasserbüffel auf den Tiefwerder Wiesen in Spandau

16. Mai 2011
12:00

Neues Beweidungsprojekt im Feuchtgebiet hat nicht nur Freunde

Tiefwerder Wiesen, Karte: Ralf Salecker - www.unterwegs-in-spandau.de
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Tiefwerder Wiesen, Karte: Ralf Salecker - www.unterwegs-in-spandau.de
Asiatische Wasserbüffel neu seit Mai 2011 auf den Tiefwerder Wiesen
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Asiatische Wasserbüffel neu seit Mai 2011 auf den Tiefwerder Wiesen

Im Kernbereich der Tiefwerder Wiesen in der Spandauer Wilhelmstadt wurde ein abgesperrter Bereich geschaffen, in dem zukünftig Wasserbüffel auf 14 Hektar das Gras kurz halten sollen. Spaziergänger konnten die schon im letzten Jahr begonnenen Arbeiten beobachten. Die Tiefwerder Wiesen machten ihrem Status als Feuchtgebiet alle Ehre. Das Wasser stand so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Projektpartner sind die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die Oberste Naturschutzbehörde und das Bezirksamt Spandau Naturschutz- und Grünflächenamt, die Untere Naturschutzbehörde  sowie als Projektträger der Landschaftspflegeverband Spandau e.V..

Einige Anrainer sind nicht besonders erfreut, dass zukünftig die friedlichen Wasserbüffel hier grasen sollen. Die Idee, die asiatische Großrinder zu Beweidung von Feuchtwiesen einzusetzen ist nicht neu. Sie hat sich auch anderswo in Brandenburg bestens bewährt. Dort werden sie an Orten für landschaftspflegerische Maßnahmen eingesetzt, an denen andere Tiere wegen der Feuchtigkeit scheitern würden. Gleichzeitig liefern sie wohlschmeckendes Fleisch.

Wir müssen noch nicht einmal nach Brandenburg gehen, um Wasserbüffel zu sehen. Seit Mai letzten Jahres grasen auf der Pfaueninsel die vierbeinigen Rasenmäher. Hier wurde eine Tradition aufgegriffen, die vor 200 Jahren durch Königin Luise begründet wurde. Sie holte damals die Vierbeiner auf die Insel.

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Asiatische Wasserbüffel neu seit Mai 2011 auf den Tiefwerder Wiesen

Einige Bewohner der Kleingartenkolonie Klein-Venedig auf Tiefwerder wollen die Tiere nicht haben. Vordergründig lehnen sie die Ansiedlung der asiatischen Rinder ab, da sie eine nicht heimische Art sind. Nun wäre es interessant zu sehen, welch nicht heimische Pflanzenarten in den Gärten angepflanzt wurden.
Ganz böse Zungen behaupten, einige Hundebesitzer würde es stören, nun ihre Vierbeiner nicht mehr frei laufen lassen zu können, da ein Zaun das 14 Hektar große Areal absperrt.
Vordergründig geht eher die Angst um, es würden infolge dieser Attraktion mehr Besucher in das ruhige Idyll nahe der Heestraße strömen. Den meisten Autofahrer dürfte kaum bewusst sein, an welcher Perle sie ständig vorbeidüsen, wenn sie von Spandau nach Berlin fahren.
Der Ärger der Anrainer hat lange Tradition. Ein großer Teil musste unfreiwillig weichen, weil das gesamte Gebiet um die Tiefwerder Wiesen wieder renaturiert werden soll.

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Asiatische Wasserbüffel neu seit Mai 2011 auf den Tiefwerder Wiesen

Baustadtrat Carsten Röding stellt am 16. Mai gemeinsam mit den Partnern das Projekt vor. Gleichzeitig wird die Vereinbarung zur Beweidung mit Wasserbüffeln unterzeichnet. Auch die Kleingärtner von Klein-Venedig sind dazu eingeladen.

 

  • Wasserbüffel auf den Tiefwerder Wiesen in Spandau
  • Montag, den 16. Mai 2011
  • um 12:00 Uhr
  • im Dorf Tiefwerder
  • Treffpunkt:
  • Wendehammer der Dorfstraße
  • 13597 Berlin

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

7 thoughts on “Wasserbüffel auf den Tiefwerder Wiesen in Spandau

  1. Also, ich weiß immer noch nicht, was ich davon halten soll. Was passiert mit den Tieren im Winter? Was kostet das alles? – Und hab ich nicht mal irgendwo gelesen, dass es sich um das letzte Hecht-Laichgebiet in Berlin handelt? Ist die Ecke davon auch betroffen? Ich muss zugeben, dass ich über das Projekt nur mäßig informiert bin und werde mich daher mit einer Meinung nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen. Trotzdem, begeistert hat mich die Idee bisher nicht wirklich – ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

  2. Die asiatischen Rinder werden den Winter über zurück auf den Bio-Bauerhof in Fahrland gebracht. Während der restlichen Zeit dienen sie als biologische Rasenmäher, die sich auf der fetten Weide den Bauch füllen. Der zuständige Bauer meinte, das Futterangebot entspräche quasi einer Sonntagsmahlzeit an 7 Tagen in der Woche. Nach etwa drei Jahren werden die Rinder dann geschlachtet. Bestes Bio-Fleisch ist das Ergebnis. Das Fleisch soll sehr fett- und cholesterinarm sein.
    Niemand kann wirklich die Folgen abschätzen. Darum werden viele Augen das Projekt beobachten; u. a. eine Studentin aus dem Studiengang Biologischer Landbau.
    Der Elektro-Zaun um das Gelände soll in dieser Zeit geöffnet sein, um das Schlittschuhfahren auf den gefrorenen Eisflächen zu ermöglichen.
    Mit Hilfe der Rinder soll die freie Wiesenlandschaft erhalten bleiben. Sie halten das Gras kurz und verbeißen die wuchernden Weiden. Sonst würde über kurz oder lang das Gelände zu gewuchert sein. Ich denke, den möglicherweise laichenden Hechten macht dies nicht viel aus. Voraussetzung für das Laichen sind überschwemmte Wiesen. Auch wenn mal ein junger Hecht zertreten werden sollte, macht dies wahrscheinlich im Vergleich zu anderen Fraßfeinden und Umwelteinflüssen (Trockenheit) nicht viel aus.

  3. Mittlerweile wurde so ein Projekt ausgeweitet… In Berlin – Marzahn – Gollinerstrasse wurde ebenfalls ein schönes Naturgebiet eingezäunt und seit heute (16.06.2011) mit Hochlandrindern bestückt… Prinzipiell ein nettes Projekt… nur schade das man hier die Anwohner in keinsterweise mit einbezogen hat…

    – der Zaun geht exakt bis zur Strasse…
    – der Zaun hat viel zu große Maschen… (unsere Mischlingshunde passen locker durch)
    – das gesamte Gebiet wurde eingezäunt und damit jede Möglichkeit genommen Hunde noch frei laufen zu lassen…

    als Hundebesitzer muss ich einfach sagen ungünstig gelöst… hätte man hier die Anwohner mit einbezogen hätte man dies sicherlich auch mit Kompromissen lösen können…

  4. @EinAnwohnerInMarzahn:
    Ich kann mit Ihnen fühlen. Dadurch, dass die Hunde trotzdem durch den Zaun kommen und Sie nicht, können Sie ja nun auch nicht mehr den Hundekot aufsammeln und damit Ihrer Pflicht als Hundehalter nachkommen. Und das auch noch in einem Naturschutzgebiet! Ich an Ihrer Stelle würde versuchen, bei der zuständigen Stelle eine Verkleinerung der Zaunmaschen zu erwirken. Dann hätten Sie Ihre Hunde und deren Hinterlassenschaften besser im Blick und könnten leichter aufräumen. Dadurch müssten in der Folge auch hundelose Menschen keine Kompromisse in Punkto Sauberkeit und Hygiene eingehen und allen wäre geholfen.

    Danke!

  5. Gestern( 27.7.11) sah ich zum ersten Mal eine zweite kleine Herde neben den Wasserbüffeln. Sie haben Ähnlichkeit mit Galloways, sind aber beige-grau. Worum handelt es sich.

  6. Ohne Bild kann ich nichts sagen.
    So habe ich einen guten Grund, dort einmal wieder vorbeizuschneien …

  7. Ja, mach nur einen Plan!
    Sei nur ein großes Licht!
    Und mach noch einen zweiten Plan
    gehn tun sie beide nicht,
    denn für dieses Leben
    ist der Mensch nicht schlau genug.
    Doch sein höheres Streben
    ist ein schöner Zug.

    Bertold Brecht

    Nach der Renaturierung.
    Die Schwäne und Graugänse niesten immer noch auf derselben Wochenendparzelle. Allerdings baden nun Hunde, Rinder und Schafe gemeinsam in dem inzwischen mit Aquarienpflanzen verkrauteten Gewässer.
    Tiefwerder ist das letzte intakte Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet an der Unterhavel. Wenn es so bleiben soll, dann halte man sich an die alte Weisheit: Repariere nichts, was nicht kaputt ist.

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