Spandauer Weihnachtstraum am Rathaus (Foto: Ralf Salecker)

Wir feiern Weihnachten – Was feiern Menschen anderer Religionszugehörigkeit?

Vier Beispiele für Feste zur Sonnenwende

Weihnachtsmarkt Spandau
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Christi Geburt

Die Geburtszeit von Jesus Christus ist leider nicht genau überliefert. Die christliche Zeitrechnung bildete sich erst über Jahrhunderte hinaus und blieb mit römisch-heidnischer Zeitrechnung verflochten. Es ist sicherlich kein Zufall, dass Christi Geburt in die Zeit um die Sonnenwende gelegt wurde. Im 5. und 6. Jahrhundert unserer Zeitrechnung wurde zunächst von Mönchen mittels Bibelexegese und astronomischer Befunde Christi Geburt ermittelt und auf einem Konzil im 9. Jahrhundert verbindlich der 25. Dezember bzw. 6. Januar festgelegt. Christliche Feste und frühere heidnische Naturfeste überlagern sich. In der Nach vom 21. zum 22. Dezember ist jedes Jahr die Wintersonnenwende (auf der nördlichen Erdhalbkugel). Die längste Nacht und der kürzeste Tag des Jahres sind erreicht. Danach werden die Tage langsam wieder länger. Die Kräfte des Lichts und der Wärme bahnen sich ihren Weg.

Chanukka

Ein Fest, bei dem auch das Licht eine Rolle spielt, ist Chanukka, das jüdische Lichtfest. Es begann 2011 am 21. Dezember und dauert acht Tage, endet also am 28.12.2011. Chanukka ist ein untergordnetes Fest, aber ein Fest der Selbstbehauptung. Es erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem. Im Jahr 164 v. Chr. führten Matitjahn und seine fünf Söhne eine kleine jüdische Armee gegen den hellinistischen-syrischen Herrscher Antiochus zum Sieg. Sie trieben ihn und seine Armee aus Israel hinaus. Die Makkabäer beseitigten den im jüdischen Tempel errichteten heidnischen Altar und führten den jüdischen Tempeldienst wieder ein. Als man zur Einweihung die Menorah, den siebenarmigen Leuchter des Tempels, anzünden wollte, fand sich nur ein kleines Gefäß mit koscherem (geweihtem/reinem) Öl. Wie durch ein Wunder reichte diese winzige Ölmenge für 8 Tage. So lange brannten die Lichter der Menorah. Daran erinnern die acht Arme des Chanukka-Leuchters. Hinzu kommt aber der neunte Arm, der Lichthalter („der Diener“). Nur mit dieser neunten Kerze dürfen die anderen Kerzen angezündet werden. Chanukka ist vor allem ein häusliches Fest. Die Familie feiert mit Freunden zu Hause. Man ißt Krapfen oder Kartoffelpuffer mit Apfelmus. Gemeinsam werden Chanukka-Lieder gesungen. Die Kinder bekommen Geschenke und Süßigkeiten.

Dong Zhi

Die Chinesen feiern diesen Tag der Sonnenwende. Dong Zhi ist das zweitwichtigste Fest des chinesischen Kalenders. Es ist ein Fest der Familie und des Frohsinns. Die Menschen kleiden sich neu, bringen ihrer Familie Geschenke. Es wird getrunken und gefeiert. Auch im indianischen Kulturkreis genießt die Sonnenwende eine hohe Bedeutung. Die Hopi-Indianer feiern den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit einen Monat lang. Im antiken Rom lag auf der Wintersonnenwende die Geburt Mithras, des unbesiegten Sonnengottes – zweifellos der Vorläufer des christlichen Weihnachtsfestes.

Divali

Unweigerlich mit Süßigkeiten als Geschenk verknüpft ist auch das hinduistische Fest Divali (auch Dewali oder Deepvali). Zum indischen Fest des Lichtes gehören Feuerwerk, Licht in Öllampen, Kerzenlicht oder Neonlichter. Letzteres ist bei wohlhabenden Leuten en vogue. Das Divali-Fest wird überall auf dem riesigen Subkontinent Indien gefeiert, hat aber sehr unterschiedliche Bedeutungen. Gemeinsamer Nenner ist, dass dieses Fest immer auch die Erneuerung des Lebens feiert. Das indische Fest liegt aber meist im Spätherbst, zwischen dem 19. Oktober und dem 13. November. Es ließen sich sicherlich noch mehr Feste zur Herbst- bzw. Winterszeit finden.

azb

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