Zitadelle Spandau,  Foyer B, alte Holzfundamente - Foto: Ralf Salecker

Zitadelle Spandau – Kurtinen; Ravelin; Foyer B; Offiziantenhaus; Haus 4

Zitadelle – Kurtinen, Schweinekopf und Foyer B

Zitadelle Spandau,  Foyer B, alte Holzfundamente - Foto: Ralf Salecker
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Kurtinen verbinden die Bastionen der Zitadelle. Bastion Kronprinz und Brandenburg werden durch die Nordkurtine verbunden. Sie ist die einzige Kurtine, die zur Sicherung der Wasserfläche im Vorfeld der Festung eine Verteidigungsgalerie besitzt.

Die Ostkurtine zwischen Bastion Brandenburg und Königin besitzt im Ansatz an der Bastion Brandenburg eine Kasematte mit zwei Verteidigungsstellungen zur Sicherung der rechten Flanke.

Zwischen Torhaus und Bastion Königin verläuft die Südkurtine, welche zur Hofseite hin als begrünte Böschung erkennbar ist.

Von der Bastion König führt die Westkurtine zur Bastion Kronprinz. Ihr vorgelagert ist der Ravelin »Schweinekopf«. Entlang des Kurtinenweges verläuft 0,60m höher der Schützenaufstand mit Brustwehr.

1983 wurden bei Restaurierungsarbeiten am Palas, dem Juliusturm, den Kurtinen- und Bastionswänden die Vorgänger der heutigen Zitadelle entdeckt. Dabei stießen die Archäologen auf Reste einer spätslawischen Anlage aus dem 11. Jahrhundert, sowie auf Fundamente einer Ringmauer des 15. Jahrhundert.

Im 1994 neugeschaffenen Foyer B (innerhalb der Westkurtine) besteht die Möglichkeit, die Entwicklung der Burg Spandau im Verlauf mehrerer Jahrhunderte zu betrachten. Ein 20m breiter Burggraben trennte seinerzeit Palas und Juliusturm als Kernbereich von der übrigen Burg. In einem Schauraum innerhalb der Westkurtine werden die Grabungsbefunde präsentiert.

Vor der Westkurtine steht das 1886-88 erbaute, sog. Offiziantenhaus (Heute: Sitz der Museumsverwaltung der Zitadelle).

An der Hofseite standen Stallungen sowie die Schmiede der Zitadelle. Beide wurden 1936 für den Bau des Verwaltungsgebäudes abgebrochen. Das 1936 erbaute Gebäude schließt sich unmittelbar an das Offiziantenhaus an und beherbergte bis 1945 Institute und Bibliothek des Heeres-Gasschutz-Laboratoriums. Seit Beginn der Fünfziger Jahre als Schulgebäude genutzt, diente der langgestreckte Bau in den Achtziger und Neunziger Jahren der Kampfstoffbeseitigungs-Abteilung der Polizei.

Heute haben im Erdgeschoss eine Instrumentenbauwerkstatt (Klang-Holz e.V.), eine Glasgravur-Werkstatt, die Wollwerkstatt, sowie die Puppenbühne der Zitadelle ihre Räume. In den beiden oberen Etagen wurden weitere Kunsthandwerker und Künstler angesiedelt.

Der Ravelin ist ein Vorwerk und erhebt sich vor der Mitte der Westkurtine. Er sichert den flachen Landstreifen, genannt Glacis, nach Westen gegen die Havel und den Nordteil der Stadt Spandau. (Die Bezeichnung Schweinekopf taucht um 1650 erstmalig auf.) Die heutige Form des Ravelin geht auf einen Umbau im Jahre 1704 zurück. Den Grundriss bilden zwei gleichlange Facen. Hinter der Ravelinspitze befindet sich als Kanonenstellung ein breiterer Platz, zu dem eine kurze Rampe hinaufführt.

 

Ralf Salecker

 

Zitadelle Spandau

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Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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