Zitadelle Spandau,  Blick auf das Torhaus von der Bastion König (Foto: Ralf Salecker)

Zitadelle Spandau

Die Renaissance-Festung Zitadelle Spandau

Zitadelle Spandau,  Blick auf das Torhaus von der Bastion König (Foto: Ralf Salecker)
Zitadelle Spandau, Blick auf das Torhaus von der Bastion König (Foto: Ralf Salecker)

Dichtes Grün verbirgt die Zitadelle vor den Blicken von der Straße Am Juliusturm. Der geneigte Besucher lässt die unruhige Großstadt hinter sich, wenn er den Besuch wagt.
Um die auf einer Insel gelegene Zitadelle zu erreichen, die nordöstlich der Spandauer Altstadt am Zusammenfluss von Spree und Havel liegt, überquert man die 1939 errichtete Zitadellenbrücke. Auf ihrem Geländer zeigen Guss- und Schmiedearbeiten die historische Entwicklung des Helmes.

Der  Westliche Abzugsgraben ist überquert. Wir befindet uns nun im Zitadellenpark, einer kleinen aber feinen dicht begrünten Parklandschaft, die fast vollständig die alte Zitadelle umschließt.

Brücke zur Zitadelle mit der "Geschichte der Helme" (Foto: Ralf Salecker)
Brücke zur Zitadelle mit der „Geschichte der Helme“ (Foto: Ralf Salecker)

Rechter Hand führen zwei Wege, bewacht vom Kriegsgott Ares  bis zur einer Landspitze mit einem wunderbaren weiten Blick auf die seenartige Oberhavel (Krienicke). Am 8. August 1567 inszenierte Kurfürst Joachim II. dort ein Kampfgeschehen zwischen Berliner und Spandauer Bürgern, das als „Knüttel- oder Knüppelkrieg“ in die Spandauer Geschichte einging.
Bevor man diese erreicht, muss ein Wehr überquert werden, welches manchmal sogar als Wildwassererzeuger für Kanuten dient. Kurz dahinter befindet sich die Freilichtbühne Spandau.
Linker Hand der Brücke geht es am Zitadellengraben entlang weiter in Richtung Spandauer Schleuse und den Ravelin Schweinekopf.
Die Festung, eines der bedeutendsten Festungsbauten aus der Hochrenaissance (erbaut von Graf Rochus zu Lynar und Francesco Chiaramella), ist von einem breiten Wassergraben umgeben, dem Zitadellengraben. Er folgt der Außenform des Zitadellensterns mit seinen vier Bastionen (König , Königin, Brandenburg, Kronprinz). Sie und ihre direkte Umgebung sind seit 1959 Landschaftsschutzgebiet.
Über den 1864 aufgeschütteten Damm geht´s am Defensionsgitter vorbei in den Innenhof der Festung.
Das Zitadellentorhaus wurde 1563 fertiggestellt, es war das erste Gebäude der neuen Festung. Der italienische Architekt Chiaramella gestaltete den Eingang als Kopie des Stadttores von Verona.
Der Juliusturm (links vom Tor gelegen), das Wahrzeichen Spandaus, ist das älteste Bauwerk Berlins. Die Findlinge des Turmsockels ermöglichen eine Datierung in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Er ist gemeinsam mit dem Palas Teil des erhaltenen Restes der spätmittelalterlichen Burganlage Spandau.
Folgenschwer für den Turm war der Beschuss der Zitadelle durch preußische Truppen 1813, er brannte aus. Als Folge stürzte 1822 die Mauerkrone herunter. Karl Friedrich Schinkel erhielt 1836 den königlichen Befehl, einen neuen Zinnenkranz zu entwerfen.
Wegen seiner sicheren Lage innerhalb einer Festung diente der Turm bereits 1650 als Aufbewahrungsort des kurfürstlichen Silberschatzes. Nach dem Krieg 1870-1871 wurde der Juliusturm zum Lagerort für den Reichskriegsschatz bestimmt und über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.
Der Palas, Wohn- oder Saalbau für die Herrschaft einer Burg, schließt sich in nordöstlicher Richtung an den Juliusturm an.
Kurtinen verbinden die Bastionen der Zitadelle. Die Nordkurtine ist die einzige Kurtine, die zur Sicherung der Wasserfläche im Vorfeld der Festung keine Verteidigungsgalerie besitzt.
Die Ostkurtine zwischen Bastion Brandenburg und Königin besitzt im Ansatz an der Bastion Brandenburg eine Kasematte mit zwei Verteidigungsstellungen zur Sicherung der rechten Flanke.
1983 stießen Archäologen auf Reste einer spätslawischen Anlage aus dem 11. Jahrhundert, sowie auf Fundamente einer Ringmauer des 15. Jahrhunderts. Im 1994 neugeschaffenen Foyer B (innerhalb der Westkurtine) besteht die Möglichkeit, die Entwicklung der Burg Spandau im Verlauf mehrerer Jahrhunderte zu betrachten.
Architektonisch interessant sind die 1822-1824 erbauten „Italienischen Höfe“ mit ihren Schwibbögen,  die im Entwurf ebenfalls auf Lynar zurückgehen.

Auf der Zitadelle sind nicht nur Natur und Historie zu bestaunen. Künstler, Kunsthandwerker, eine Instrumentenbauwerkstatt (www.klang-holz.de) und viele Veranstaltungen zeugen von Lebendigkeit.

Weitere LINKS zur Zitadelle

2 thoughts on “Zitadelle Spandau

  1. Hallo,
    ich finde die Ausführungen sehr interessant aber habe ein Problem mit dem Nachvollziehen der Nummern auf Ihren Karten.
    Was ist was?
    Wo kann ich erfahren was (Gebäude) sich hinter den Zahlen verbirgt.
    Gruß
    Barbara Müller

  2. Hallo!

    Die Karte wurde speziell für den Spandau-Kalender angefertigt. Die Ziffern auf der Karte bezogen sich auf den einleitenden Text zur Zitadelle, der auch als Kalender-Rückseite im Spandau-Kalender „Unterwegs in Spandau 2009“ stand. Da viele Nutzer ein Problem mit den Ziffern im Text hatten, habe ich diese dort entfernt.
    Hier ist der LINK zur entsprechende Stelle.
    http://www.unterwegs-in-spandau.de/spandau-kalender-2010/spandau-kalender-2009/
    Sollten jetzt doch mehr Menschen den Hinweis wieder haben wollen, werde ich die Ziffern wieder einfügen…
    Im Nachfolgenden LINK können Sie den Kalender auch als PDF anschauen.
    http://www.salecker.info/spandau-kalender-2010-einleitung.html
    Dort einfach auf 2009 gehen…

    Gruß,

    Ralf Salecker

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