Erik Semler am Grab von Andreas Dörflein

Zum Jubiläum von Spandaus Friedhof „In den Kisseln“

16. November 2011
10:00

Vor 125 Jahren wurde die Anlage eröffnet

Erik Semler am Grab von Andreas Dörflein
Erik Semler am Grab von Andreas Dörflein

In diesem Monat blickt der Friedhof „In den Kisseln“, der am 17. November 1886 seine Pforten öffnete, auf eine 125jährige Geschichte zurück. Der erste Friedhofsleiter war der 40jährige Robert Bergmann, der die Anlage für die Stadt Spandau in Eigenregie führte. Ab 1886 wurden die innerstädtischen Friedhöfe und der sogen. „Selbstmörderfriedhof“ in der Pichelsdorfer Vorstadt nicht weiter betrieben und aus den Friedhöfen zwischen Neuendorfer und Schönwalder Straße wurde der heutige Koeltzepark, benannt nach dem ersten Oberbürgermeister Spandaus. Der Friedhof „In den Kisseln“ wurde eröffnet und noch heute ist das Grab Friedrich Koeltzes der deutliche Mittelpunkt des „Bürgermeisterfelds“ auf der Friedhofsanlage.

Friedrich Koeltze war von 1886 bis 1919 Bürgermeister der Havelstadt. In seine Amtszeit fiel 1913 die Erklärung Spandaus zur Großstadt, da der 100.000 Einwohner in diesem Jahr geboren wurde.

Der Name „In den Kisseln“ bezieht sich auf mit Kiefern bewachsene Sanddünen, die sich einst vom Falkenhagener See bis zur Havel erstreckten. Von der Spandauer Straße in Falkensee sind diese Dünen am See heute noch deutlich auszumachen. In Spandau finden sich heute entlang der ehemaligen Dünen Straßennamen wie Hügelschanze, Am Windmühlenberg, Bergstraße oder Schülerbergstraße. Auch heute ist es möglich, diese Erhebung auf dem Friedhofsgelände auszumachen.

Der Friedhof „In den Kisseln“ mit einer anfänglichen Ausdehnung von 5,2 ha ummauerter Fläche wurde im Laufe der Jahre immer wieder erweitert und er ist heute mit einem Ausmaß von 62 Hektar die größte Begräbnisstätte auf dem Stadtgebiet Berlins. Die heutige Begrenzung ist im Norden die Radelandstraße, im Osten die Straße „In den Kisseln“, im Süden die Pionierstraße und im Westen die Trasse der Osthavelländischen Eisenbahn. Von der Friedhofsmauer besteht heute leider nur noch der nördliche Teil.

Erhalten sind aus dem Jahre 1886 das Totengräbergehöft und die Kapelle sowie die älteste Grabstelle.

Im Oktober haben sich wieder besonders viele Menschen auf dem Friedhof „In den Kisseln“ am Grab von Thomas Dörflein eingefunden, der am 13. Oktober Geburtstag hatte.

Wenn Sie mehr über unseren Friedhof „In den Kisseln“ erfahren möchten, bietet sich am 16. November 2011 die Gelegenheit. Der Staakener Historiker Erik Semler führt Sie über das Gelände und erzählt viele Details aus der Geschichte der Spandauer Friedhofsanlage. Treffpunkt für die 100minütige Führung ist um 10 Uhr auf dem Parkplatz.

Seit drei Jahren macht sich Semler mit seinen Führungen einen Namen in der Zitadellenstadt und hat im Oktober seine 100. öffentliche Sonntagsführung durchgeführt. Aber nicht nur über den Friedhof „In den Kisseln“ weiß er zu berichten. In seinen Vorträgen und Fahrtbegleitungen nach Schönwalde, Seeburg oder ins weitere Umland lässt er die Historie auferstehen und erzählt lebendig und schillernd über die entsprechenden Sehenswürdigkeiten

 

 

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Lesezeichen: Nächtlicher Blick über den Bahnhof auf das Rathaus Spandau
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Postkarte: Blick auf die Spandauer Stadtmauer am Behnitz/Kolk
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One thought on “Zum Jubiläum von Spandaus Friedhof „In den Kisseln“

  1. In die Amtszeit des Bürgermeisters Koeltze fielen noch viele andere für Spandau sehr wichtige Entscheidungen. Ansiedlung von Siemens auf den Nonnenwiesen, der Bau der Straßenbahn, der Bau des neuen Rathauses, usw. usf. Über den Zweckverband war er sehr unglücklich. Trotzdem konnte Groß-Berlin letztlich Spandau vor der DDR und dem Stalinismus retten, welch ein Glück im Rückblick! Koeltze ist für mich ein Vorbild und DIE herausragende Persönlichkeit in der Spandauer Geschichte. Da können sich einige Personen eine Scheibe von abschneiden, vor allem die, die eher in der Zukunft statt in der Vergangenheit leben. Es gilt nämlich immer der Grundsatz: Wer die Vergangenheit nicht kennt, der hat auch keine Zukunft.

    Danke!

    PS: Ich bin zwar eingefleischter Autofahrer, aber die Straßenbahn in Spandau hätte ich gerne wieder. DIE HATTE RICHTIG KLASSE GEHABT!

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