Aufsuchende Sozialarbeit: Wir im Falkenhagener Feld

Im Berliner Ortsteil Spandau startet ein neues Modellprojekt, das soziale Unterstützung dorthin bringen soll, wo sie oft fehlt: direkt in den Alltag der Menschen. Mit dem mobilen Angebot „Wir im Falkenhagener Feld“ setzen die Johanniter künftig auf aufsuchende Sozialarbeit im Quartier Falkenhagener Feld Ost.

Rund 19.500 Menschen leben im Quartier Falkenhagener Feld Ost, das von großen Wohnblöcken, Hochhäusern und Grünflächen geprägt ist. Trotz vorhandener Hilfsangebote haben viele Bewohnerinnen und Bewohner bislang Schwierigkeiten, Zugang zu Unterstützung zu finden. Finanzielle Sorgen, gesundheitliche Belastungen, soziale Isolation und Sprachbarrieren erschweren den Alltag zusätzlich. Auch Konflikte im Wohnumfeld, Lärm oder Vandalismus gehören zu den Herausforderungen.

Kandeler Weg 1
Kandeler Weg 1 (Foto: www.salecker.info)

Genau hier setzt das neue Projekt an. Ziel ist es, bestehende Lücken im Hilfesystem zu schließen und die soziale Teilhabe im Quartier nachhaltig zu stärken. Statt auf klassische Beratungsstellen zu setzen, gehen die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter aktiv auf die Menschen zu, in Wohnhäusern, auf Höfen, Spielplätzen und öffentlichen Plätzen.

Das Modellprojekt Wir im Falkenhagener Feld erprobt in Kooperation mit den landeseigenen Wohnungsunternehmen neue Methoden der wohnortnahen, aufsuchenden Arbeit in einer Großsiedlung, erklärt Stephan Machulik, Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Gefördert wird das Projekt mit 254.000 Euro aus dem Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“.

Stephan Machulik, Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz
Stephan Machulik, Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz (Foto: www.salecker.info)

Auch die Johanniter sehen in dem Ansatz großes Potenzial. Mit ihrem neuen mobilen Angebot stärken sie die soziale Teilhabe und das nachbarschaftliche Miteinander im Falkenhagener Feld, erklärt Björn Teuteberg, Regionalvorstand der Berliner Johanniter. Ziel sei es insbesondere, Menschen zu erreichen, die bisher kaum Zugang zu bestehenden Hilfsangeboten haben.

Kern des Projekts ist eine flexible Struktur: Neben einer festen Wohnung im Kandeler Wer 1 (1. Etage) als Anlaufstelle kommen mobile Formate wie ein Begegnungsstand, ein Stehcafé oder ein Lastenrad zum Einsatz. Bei Kaffee oder Tee sollen niedrigschwellige Gespräche entstehen und Vertrauen aufgebaut werden. Ergänzt wird das Angebot durch regelmäßige Sprechstunden und individuelle Beratung.

Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt auf der Stärkung der Nachbarschaft. Geplant sind unter anderem Hof- und Spielplatzaktionen, Pflanzprojekte, Kiezspaziergänge, Clean-Ups, Flohmärkte sowie Nachbarschaftsfrühstücke und Kreativangebote für Familien.

„Gute Nachbarschaft entsteht dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen und Unterstützung niedrigschwellig erreichbar ist“, betont Annika Loßack, Regionalleiterin bei der Gewobag. Auch berlinovo hebt die Bedeutung des Projekts hervor: Die aufsuchende Sozialarbeit ermögliche es, Bedarfe frühzeitig zu erkennen und gezielt zu reagieren, so Teamleiterin Colette Klima.

Das Projekt „Wir im Falkenhagener Feld“ wurde vom Quartiersmanagement Falkenhagener Feld Ost initiiert und wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gemeinsam mit den Wohnungsunternehmen Gewobag und berlinovo finanziert. Träger ist die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Weitere Informationen und Kontakt:
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Regionalverband Berlin
„Wir im Falkenhagener Feld“
Sozialarbeiterin Agnes Stegemöller
Kandeler Weg 1, 13583 Berlin
Tel. +49 173 61 95 144


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