Öffentlich und nichtöffentlich Badestellen

Im Sommer haben es wir Spandauer leicht, uns Abkühlung zu verschaffen – da mag die Sonne noch so sehr vom Himmel scheinen. Andere müssen erst in den Urlaub fliegen, um gemütlich an und in natürlichen Gewässern die Freizeit zu genießen und die Seele baumeln lassen zu können.
In Spandau sind Badestellen zu Fuß, mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmittel schnell erreicht. Vom Sandstrand bis zur Liegewiese, mit oder ohne Schatten spendenden Baumbestand ist alles vertreten. Neben den offiziellen Badestellen wird an vielen anderen Stellen der Sprung in die Havel oder den Kiesteich gewagt.
Grundsätzlich verboten ist das Baden an folgenden Stellen:
- in der Havel von der Insel Eiswerder bis zum Pichelsdorfer Gmünd, einschließlich der seenartigen Erweiterungen bis Höhe Schildhorn
- in den Häfen
- an Brücken
- in Schleusen
- an Schiffsanlegestellen
- an Fähren
Karten des Landesamtes für Gesundheit weisen Stellen an Unterhavel und Oberhavel aus, an denen in Spandau nicht gebadet werden darf. Wer an diesen Orten unterwegs ist, wird feststellen, dass sich viele Badegäste davon nicht abhalten lassen.
Diese Karte weist auch auf Einleitstellen für Regenwasser hin. An diesen Stellen kann es nach Regenfällen zu einer deutlichen Verschlechterung der Badegewässerqualität kommen, da hier das Regenwasser aus dem Straßenland mit allen typischen Verunreinigungen in die Havel gelangt.
Spandau verfügt über fünf öffentlich ausgewiesene Badestellen. Deren Wasserqualität wird während der Badesaison vom 15. Mai bis 15. September im 14-tägigen Abstand überprüft. Dazu gehören chemische, biologische und physikalische Untersuchungen des Wassers, aber auch der dazugehörigen Umgebung. Von der Wasserrettung (DLRG, ASB, Rotes Kreuz) überwacht kann hier unbeschwert gebadet werden. Das Badegewässertelefon (90229 5555) vom Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin ist rund um die Uhr erreichbar.
Liste der Badestellen mit Angabe der Wasserqualität
Zu Mauerzeiten waren die Badestellen oft überfüllt. Dicht an dicht drängten sich die Besucher. Endlose Autokolonnen bewegten sich morgens zu den wenigen Zielen und abends wieder nach Hause. Der Stau gehörte zum Badevergnügen wie die Luftmatratze. Angesichts vieler Badestellen im Umland ist die Situation heute viel entspannter.
Gute Informationen zu den Badegewässern und ihrer Qualität liefert das Badegewässerprofil
Leider gibt es genügend Zeitgenossen, die sich nicht an die Warnhinweise halten. Das ist natürlich jedem selbst überlassen. Bedenklich wird es nur, wenn kleine Kinder einer möglichen Gesundheitsgefährdung ausgesetzt werden.
- Allgemeine Beschreibung des Badegewässers, der an dem Badegewässer liegenden Badestelle, des Einzugsgebietes, der Nutzung des Gewässers und des Einzugsgebietes, der Verantwortlichkeiten
- Feststellung, Beschreibung und Risikobewertung hygienischer Verschmutzungen und deren Quellen; Beschreibung der Eintragspfade
- Bewertung des Risikos einer Massenvermehrung von Cyanobakterien, Makroalgen und/oder Phytoplankton
- Maßnahmen zur Verringerung eines hygienisch gesundheitlichen Risikos für die Badenden
Vermüllung der Badestellen
Ein Umstand, der sich in den letzten Jahren immer mehr zeigte, ist die zunehmende Rücksichtslosigkeit einiger Hundebesitzer, die trotz Hundeverbots an den Stränden, mit ihren Vierbeinern das kühle Nass nutzen. Sehr zum Ärger der anderen Badenden.
Gerade die inoffiziellen Bade- oder Sonnenbadestellen in Spandau sehen am Ende des Tages eher aus, wie eine Müllkippe. Essensreste, Tüten und Plastikbecher zeugen von wenig Rücksichtnahme. Zerschlagene Glasflaschen bedeuten eine große Gefahr – nicht nur für spielende Kinder. Nun mag die Forderung nach täglichen Reinigungstouren durch die SR oder andere Institutionen nachvollziehbar sein, ein wenig Zivilcourage und die freundlich Aufforderung an die Verursacher wäre sicherlich auch ein Weg.
Bürgerablage

- bewacht durch DLRG und ASB
- Bei dieser Badestelle handelt es sich um eine EU-Badestelle
- Anfahrt: Bus 136 (Bürgerablage)
- Niederneuendorfer Allee 84
- 13587 Berlin
- Info zur Badegewässerqualität
- Bürgerablage – Badegewässerprofil Oberhavel
Spandaus nördlichst gelegene Badestelle ist die Bürgerablage an der Oberhavel. Über die Herkunft des Namen streiten sich die Gelehrten. Wahrscheinlich wurde hier einmal für Spandauer Bürger Holz abgelagert. Zur DDR-Zeiten patrouillierten Grenzboote, um die Grenze nach Brandenburg zu „schützen“. Eine weitere Kuriosität waren die beiden Exklaven Erlengrund und Fichtewiese: Die Laubenkolonien waren nur betretbar, nachdem sich die Gartenbesitzer an einer kleinen Pforte bei den Grenzposten gemeldet hatten. Der Übergang verschwand nach dem Gebietsaustausch 1988, als die beiden Exklaven unkontrollierten Gebietsanschluss an West-Berlin erhielten.
Der große Sandstrand, von hohen Kiefern umgeben, lässt die Großstadt schnell vergessen. Ab und an kommen hier Radfahrer vorbei, die sich auf dem Radfernweg Berlin-Kopenhagen bewegen. Ein Ausflugslokal mit großem Biergarten sorgt für das leibliche Wohl.
Flußbadeanstalt Oberhavel
Von der Flußbadeanstalt Oberhavel in der Nähe des Spandauer Nordhafen sind keine Spuren geblieben. Offiziell ist dies keine Badestelle mehr. An der alten Stelle ist jetzt eine gemütliche flache Uferwiese mit einem sehr kleinen sandigen Uferbereich. Im Sommer tummeln sich hier viele Badegäste im Schatten der Bäume. Nahe dabei sind neue teure Häuser entstanden.
Uferpromenade, Appelwiese oder Obstwiese
- Anfahrt: Bus 134
- Am Ortsrand (am Ende der Straße)
- 14089 Berlin
Nördlich der Villa Lemm findet sich eine kleine unbewachte inoffizielle Badestelle, die viele Namen trägt: Uferpromenade oder Appelwiese. Die Jugend Gatows nennt sie auch „Obstwiese“, weil hier mitunter Obst in flüssiger Form konsumiert wurde (wird?). Früher einmal, in den 1970er Jahren gab es hier noch einen Bauwagen der DLRG, heute ist hier jeder für sich selbst verantwortlich.
Diese Fläche wird bald nicht mehr zur Verfügung stehen.

Kleine Badewiese in Gatow
Etwas weiter, am alten Gatower Ortskern gelegen, befindet sich die Kleine Badewiese. Viermal größer als die Bürgerablage erfreut sie sich großer Beliebtheit wegen der vielen schattigen Plätze unter hohen Laubbäumen. Hier gibt es nur wenig Sand, dafür aber weite Wiesen. Gastronomie befindet sich direkt am Strand.

- Wasserrettung: DRK Wasserwacht
- Vor dem Bootsverkehr geschützte Badestelle
- Bei dieser Badestelle handelt es sich um keine EU-Badestelle mehr
- Anfahrt: Bus 134, X34
- Am Wiesenhaus
- 14089 Berlin
- Badegewässerprofil
- Liste der Badestellen
Große Badewiese in Gatow

- Wasserrettung: bewacht durch DLRG
- Anfahrt: Bus 134, X34
- Seepromenade 1
- 14089 Berlin
Nur zwei Kilometer weiter in Richtung Süden gelangen wir zur Großen Badewiese. Weite Wiesenflächen und etwas weniger Baumbestand als bei der Kleinen Badewiese bieten Raum für jeden noch so großen Ansturm.
Ungewöhnlich ist der Zugang zum Wasser. Die Uferkante besteht aus einer etwa einen Meter hohen Betonwand. Stufen führen hinab ins Wasser. Durch die Wiese führt ein Trampelpfad, den Wanderer und auch Radfahrer gerne nutzen. Die einzige flache, sandige Badestelle – wunderschön von Schilf umgeben – findet sich rund 200 Meter weiter südlich.
Kiesteich im Spektepark im Falkenhagener Feld
Der Kiesteich wurde schon kurz nach Beendigung des Kiesabbaus durch die Anwohner als Badeplatz erobert. Heute bedeckt der See eine Fläche von 7 Hektar und hat eine Tiefe von 12 Metern. Jogger laufen 1,2 Kilometer, wenn sie den See umrunden. In seiner längsten Ausdehnung hätte ein Schwimmer eine Strecke von 300 Metern zu überwinden.

Im Falkenhagener Feld existieren für den Anwohner nur wenige Bademöglichkeiten. Die größte von ihnen liegt an der Süd-Ost-Seite des Großen Spektesee, kurz Kiesteich genannt. Markantes Zeichen seit ein paar Jahren ist der große Kletterfelsen. Ein Stückchen oberhalb liegt die vor einigen Jahren neu gestaltete Bademöglichkeit. Wenn es warm wird füllt sich die Wiese mit unzähligen Badegästen. Ein kleiner Kiosk direkt an der Liegewiese bietet Erfrischungen und kleine Snacks. Sogar Toiletten sind vor Ort vorhanden.
Viele Sport- und Freizeitangebote im direkten Umfeld locken zusätzlich hierher.
Die Wasserqualität ist aus praktischer Nutzererfahrung ok, auch wenn sie naturgemäß bei intensivem Badebetrieb und hohen Außentemperaturen nachlässt.
Offizielle Stellen beurteilen die Wasserqualität anders. Aufgrund seiner schlechten chemischen Wasserqualität ist der Spektesee noch nicht offiziell als Badegewässer freigegeben. Dies soll sich in Zukunft einmal ändern. Die Ursache der leichten chemischen Belastung ist u.a. in der früheren Verfüllung mit Bauschutt zu sehen.
Leider ist die Wiese recht schnell vermüllt, weil nicht alle Nutzer sich vernünftig genug verhalten. Auch gibt es immer wieder Beschwerden über Hundebesitzer, die ihre Hunde auf der mit einen kleinen Zaun umgebene Badewiese Gassie führen. Wer möchte sich schon gerne in den Hinterlassenschaften der Hunde wiederfinden…
Weitere wilde Bademöglichkeiten finden sich, wenn man entlang der Spektelake in Richtung Westen weiterwandert. Besonders die (inzwischen erneuerte) Holzbrücke fast am Ende der Spektelake ist ein beliebter Platz für Sprünge ins Wasser – aber eben keine offizielle Badestelle.
Falkenseer Chaussee, 13591 Berlin
- Badestelle befindet sich an der Süd-Ost-Seite, nördlich vom Kletterfelsen
- sieben Hektar groß, 12 Meter tief
- längste Ausdehnung: 300 Meter
- kleiner Kiosk
Badestelle Breitehorn

Breitehorn in Kladow
- Vor dem Bootsverkehr geschützte Badestelle
- Anfahrt: Bus 134
- Kolonie Breitehorn
- 14089 Berlin
Folgen wir der kilometerlangen Uferpromenade an der Havel, gelangen wir an der Grenze von Hohengatow und Kladow, direkt am Campingplatz, zur kleinen Badestelle Breitehorn. Im Sommer ist der Sandstrand von unzähligen Kanadagänsen belagert. Hier wird 2014 eine hohe Belastung an coliformen Bakterien gemessen. Noch (Stand 06-2014) ist kein Wert erreicht, bei dem vom Baden abgeraten wird.
Groß Glienicker See Süd (Moorloch)
Der Glienicker See weist auf beiden Seiten von allen Badestellen in Spandau die höchste Sichttiefe auf. Bis zu 3,6 Meter tief kann man nach Unten schauen. Das kommt all denen entgegen, die gerne „wissen“ wollen, was sich unter ihnen befindet.

- bewacht durch DLRG
- Bei dieser Badestelle handelt es sich um eine EU-Badestelle
- Anfahrt: Bus 135
- Im Dohl
- 14089 Berlin
- Badegewässerprofil
- Liste der Badestellen
EU-Badestelle Groß Glienicker See, Nord (Pferdekoppel)
- Bei dieser Badestelle handelt es sich um eine EU-Badestelle
- Anfahrt: Bus 135
- Uferpromenade 9
- 14089 Berlin
- Badegewässerprofil
- Liste der Badestellen
Badestelle Pichelswerder/Stößensee

Das Hundeauslaufgebiet Pichelswerder, betrifft nicht den Badebereich (dort gilt ein Hundebadeverbot) und die zwei Wege dorthin. Generell müssen Hunde an die Leine. Ausnahmen bilden in den Berliner Forsten die Hundeauslaufgebiete oder auch Freilaufzonen. Das Freilaufgebiet Pichelswerder erstreckte sich offiziell nie bis zum Ufer. Es wurde einfach als solches genutzt. Der Uferbereich ist der Bundeswasserstraßenverwaltung zugeordnet. Das Landesforstamt Berlin ist hier zuständig. Auch im Hundeauslaufgebiet gilt: Andere Menschen dürfen nicht belästigt oder gefährdet werden, denn ihre Erholung hat auch im Hundeauslaufgebiet Vorrang.
Mit dem Wald im Rücken und einem schönen Blick über die seenartige Erweiterung der Havel kann dieser Ort an der Südspitze Pichelswerders durchaus ein Genuss sein. Schon Max Liebermann zog es nach Pichelswerder um diesen Ausblick bildlich festzuhalten.
Nur recht selten verirren sich viele Badegäste hierher. Obwohl es sich um eine sog. wilde (!) Badestelle handelt, wacht hier die DLRG über das Wohl der Badenden. Die Wasserrettungsstation am Stößensee (Pelikan 12) befindet sich am Siemenswerderweg. Turnvater Jahn hätte damals diese Hilfe durchaus benötigt. Es war ihm peinlich, dass einer seiner Schüler hier ertrank. Wer mit dem Paddelboot eine Runde durch Klein-Venedig dreht, findet hier einen gemütlichen Ort für ein Picknick.
Es gibt aber auch andere Aussagen zum Thema Badestelle:
Der Stößensee und der Bereich der angrenzenden Havel ist keine offizielle Badestelle. Das Baden ist dort aufgrund der Regelungen in der Berliner Badegewässerverordnung (siehe Kasten rechts: Badeverbot) verboten. Leider gibt es in der Tat Uferbereiche, welche illegal zum Baden genutzt werden.
Ein Verbot, Hunde an Gewässerufer mitzunehmen oder ins Wasser zu lassen, gilt nach § 15 Absatz 1 Nr. 2 Hundegesetz nur an öffentlichen Badestellen. Da bei der besagten Stelle am Stößensee das Baden verboten ist, greift das Hundemitnahmeverbot des § 15 Hundegesetz nicht. Das sogenannte Schwemmen von Tieren, also Tiere zum Tränken oder Baden ins Wasser zu lassen, ist nach § 25 Satz 1 Berliner Wassergesetz (BWG) zulässig, soweit Rechtsvorschriften oder Rechte anderer nicht entgegenstehen.
Die DLRG Rettungsstation, die sich dort befindet, kümmert sich um die Sicherheit auf der Havel generell (auch Segler und Surfer). Am Stationssteg liegen die beiden Rettungsboote der DLRG, mit denen von dort aus zu den Einsatzbereichen gefahren wird. Der Umstand, dass sich dort eine Anlage der DLRG befindet, macht allerdings aus dem Uferbereich keine Badestelle.
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (2020)
Anschrift: Siemenswerder Weg
Parkplatz: direkt am Siemenswerder Weg
Haltestellen: Pichelswerder oder Brandensteinweg, je nach Fahrtrichtung (Bus M49); Alt-Pichelsdorf ( X34, X49), von dort 5 Minuten bis Pichelswerder
Für den etwa 1 Kilometer langen Weg durch den Wald benötigt man etwa 10 Minuten.
Freibäder der Berliner Bäder-Betriebe
Freibad Spandau Süd

Ausstattung: große Liegewiese, ein 50m Schwimmbecken mit integrierter Sprunggrube sowie 1 und 3m Sprungbrett. Für die kleinen Gäste steht ein Nichtschwimmerbecken mit 20m Rutsche und ein Planschbecken bereit. Der Parkplatz direkt am Schwimmbad ist kostenpflichtig.
- Gatower Straße 49
- Öffnungszeiten: täglich von 7 bis 20 Uhr.
- Tageskarte: 5,50, ermäßigt 3,50 Euro
- Früh- und Spätrabatt bis 8 Uhr und ab 75 Minuten vor Badeschluss: 3,50 Euro
- Verkehrsanbindung: Bus 135, 235, 638, 639, X34, X49, 134, 136, 149, 131
Sommerbad Staaken-West
Ausstattung: 25-m-Becken, Nichtschwimmerbecken mit Kinderrutsche, Planschlandschaft mit Wasserpilz, Liegewiese, Imbiss, Kinderspielplatz, Klettergerüst, Wippe, Sandkasten, Basketball, Tischtennis-Platte
- Brunsbütteler Damm 443; 13591 Berlin
- Telefon 363 19 46
- Öffnungszeiten: 7 bis 19 Uhr
- Tageskarte: 5,50, ermäßigt 3,50 Euro
- Früh- und Spätrabatt bis 8 Uhr und ab 75 Minuten vor Badeschluss: 3,50 Euro
- Verkehrsanbindung: RE2, RB13; Bus M32, 100 Parkplätze
- Webseite
Nichtöffentliche oder „wilde“ Badestellen in Spandau
Neben den Badestellen, die durch die freiwilligen Dienste der DLRG bewacht werden, gibt es sehr viele Bademöglichkeiten in öffentlichen Gewässern in Spandau, die manchmal auch verbotenerweise genutzt werden. Gebadet wird hier auf eigene Gefahr.
Mit dieser – hoffentlich wachsenden – Liste, soll der Versuch unternommen werden, all die kleinen Badestellen in Spandau zusammenzutragen. Es wäre schön, wenn sich möglichst viele an der Komplettierung mit eigenen Erfahrungen und Beschreibungen beteiligen würden.
Leider an vielen Naturbadestellen immer wieder der Schilfbereich niedergetrampelt. Die Schilfgürtel an den Ufern sind natürliche Kläranlagen. Sie weisen eine enorme Reinigungskraft auf. Gerade wenn im Sommer viele Badegäste ein Gewässer nutzen, ist deren Reinigungsfähigkeit besonders wichtig. Ferner sind Schilfbereiche Nistplätze für Vögel. Diese werden u. U. von rücksichtslosen Badegästen von ihren Gelegen vertrieben.
Wer Hinweise zu Berliner, Brandenburger und noch viel mehr Badestellen in Europa haben möchte, um sich vorsorglich für seinen Badeurlaub zu informieren, der nutze einfach den „WISE Bathing Water Quality data viewer„. Bei meinem letzten Blick waren dort 23 Berliner Badestellen verzeichnet.
Als kleine Ergänzung gibt es noch den Hinweis auf das Badegewässerprofil der Badestelle Teufelssee. Der liegt zwar schon in Charlottenburg-Wilmersdorf, ist aber so schön, dass er unbedingt in diese Liste aufgenommen werden muss. Mit dem Rad ist er gut zu erreichen. Bis zum frühen Nachmittag hält sich der Andrang meist in Grenzen. Später wird es richtig voll. FKK und bekleidetes Baden geht hier traditionell problemlos miteinander. Leider kommen auch hier immer mehr Hundebesitzer an diese Badestelle, um ihre Hunde verbotenerweise dort baden lassen.
Baden am ehemaligen Nordhafen

Der Spandauer Nordhafen wurde nach der Entfestigung Spandaus (1903) – zwischen 1908 und 1912 – im Norden der Neustadt aus einem Teilstück des ehemaligen Festungsgrabens angelegt. Dort, wo früher einmal Baumaterialien, Walzeisen, Gaskohle, Kolonialwaren, Reis, Zuckerrüben und Chemikalien umgeschlagen wurden, entstanden im Zuge der Grünflächen- und Ufermaßnahmen zum Bau der Spandauer Wasserstadt Wohnquartieren und Parkanlagen. Gestalterische Elemente der Parkanlagen erinnern an die historische Funktion des Gewässers.
Der Stichkanal der Havel, mit einer Länge von 500 Meter liegt im Spandauer Ortsteil Hakenfelde. Er zieht sich vom Havelwestufer bis zum Hohenzollernpark an der Streitstraße. Am Nordufer des Nordhafens verläuft eine in den Jahren 2006/2007 angelegte Promenade des Maselakeparks, die Teil des offiziellen Havelradwegs, des Havelseenwegs und der Wanderwege 12 und 20 der grünen Hauptwege Berlins ist.
Heute liegen ab und an kleinere Boote an den Kai-Anlagen. Vor kurzem nutzt anscheinend auch der Ausflugsdampfer Berolina die Möglichkeit dieser Anlegenstelle. Wasserfahrzeuge bis zu einer Länge von 67 m und einer Breite von 8,20 m dürfen diese Anlage nutzen.
Die Anlegebereiche am Nordhafen liegen etwa einen Meter tiefer, als die Uferpromenade. Hier breiten im Sommer jüngere und ältere Badegäste ihre Badetücher aus. Nach dem Sprung ins Wasser gelangt man ausschließlich über Notrettungsleitern wieder ans Ufer. Berge von zerschlagenen Glasflaschen lassen diesen an sich sehr schönen Ort am Maselakepark oft eher abschreckend wirken.
Ein Stückchen oberhalb, in Richtung „Kleiner Wall“ befindet sich ein kleiner Sandstrand, der gerne von Familien mit kleinen Kindern genutzt wird. Eine richtige Badestelle ist der Strand mit seinen großen Schaukeln in keinem Fall. Maximal ist ein Planschen im Uferbereich möglich.
Der Steg ist inzwischen in einem erbarmungswürdigen Zustand. Zäune sollen zeigen, dass hier etwas im Argen liegt. Wann der baufällige Zustand behoben wird, steht in den Sternen – und dies in einem Umfeld, in dass viele Tausend Menschen neu hinzugezogen sind.
Früher wurde hier inoffiziell gebadet. Nun ist die Angst größer, sich hier zu verletzen.
Havelspitze

„An der Havelspitze“ ist ein kleiner Weg in Hakenfelde, der an einer Senioreneinrichtung vorbei zur Havelspitze an der Maselakebucht führt. Eine große Holzplattform verlockt an heißen Tagen Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu einem Sprung ins kühle Nass. Von hier hat man einen schönen Blick die seenartige Erweiterung der Havel in Richtung Insel Eiswerder. Wer Ruhe sucht, sollte diesen Ort eher meiden. Alle anderen scheinen hier ihren Spaß zu haben.
- Anschrift: An der Havelspitze 5, 13587 Berlin
- Haltestelle: Spandauer-See-Brücke (36)
Ein paar weitere wilde Badestellen in Spandau
Hallenbäder der Berliner Bäderbetriebe:
Kombibad Spandau Süd
Ausstattung: Halle mit 50-Meter-Becken (28 °C), Sprungbecken mit 1- und 3-Meter-Sprungbrett, Nichtschwimmerbecken; Solarium mit Gesichtsbräuner, Softbräuner, Intensiv- und Intensiv Plusbräuner, Turbobräuner mit integriertem Gesichtsbräuner; Restaurant; Behindertengerecht: 2 Behindertenparkplätze, Automatiktüren, Duschen/WC Umkleide für Männer und Frauen getrennt, Wasserrollstuhl, Wasserlift
- Gatower Str. 19, 13595 Berlin
- Öffentlicher Nahverkehr: 135, 235, 638, 639, X34, X49, 134, 136, 149, 131
- Webseite der Berliner Bäderbetriebe.
Stadtbad Spandau Nord
- Ausstattung: 27-Meter-Becken (28 °C), integriertes Nichtschwimmerbecken; Solarium; Bistro
- Anschrift: Radelandstr. 1, 13589 Berlin
- Öffentlicher Nahverkehr: 145 und 671
- Webseite der Berliner Bäderbetriebe.
Badestellen in Berlin
Mit der Badekarte Berlin will VisitBerlin zeigen, wo man Berlin nicht nur auf dem Wasser, sondern auch im Wasser erleben kann. Als visueller Hintergrund dient die Netzspinne der U-Bahn, so dass eine leichte Orientierung möglich ist. Die Karte steht hier als PDF zum Download bereit.
Was tun, wenn beim Schwimmen ein Krampf eintritt?
Mitten auf dem Wasser von einem Krampf erwischt zu werden, ist höchst gefährlich. Panik macht sich breit. Schnell kann es geschehen. Gerade noch war alles in Ordnung und plötzlich tritt ein stechender Schmerz auf.
Wie kann es zu Krämpfen kommen?
Oft sind ein schlechter Schwimmstil und/oder Überlastung die Ursache. Heute gibt es immer mehr Nichtschwimmer, oder aber solche, die das Schwimmen nie richtig gelernt haben. Ein falscher Schwimmstil kann zu einer Überlastung der Muskeln und damit zu einer Daueranspannung führen. Ein Krampf ist also nichts anderes, als eine Dauerkontraktion der Muskeln.
Solche Krämpfe erwischen manch einen sogar im Schlaf. Hier wird dann häufig von einem Magnesiummangel ausgegangen. Magnesium-Präparate sollen auch vorbeugend zur Krampf-Vermeidung hilfreich sein.
Was ist zu tun, wenn der Krampf mitten auf dem Wasser zuschlägt?
Auch wenn es sich vermessen anhört, „nicht in Panik verfallen“, so ist dies doch der beste Rat. Wer sich in die Rückenlage bewegt, kann sich anschließend leichter entspannen. Wichtig ist, sich anders zu bewegen, damit die betroffenen Muskeln wieder zur Ruhe kommen können. Im Bett ist es deutlich einfacher. Sanfte Anspannung und nachfolgende Entspannung lassen den Krampf meist schnell abklingen. In jedem Fall sollte man sich erst einmal an Land begeben. Wer andere Schwimmer rechtzeitig auf das Problem aufmerksam macht, kann schneller mit Hilfe rechnen, ist selbst auch deutlich entspannter, weil die Angst weniger Raum greifen kann.



