Blitzmarathon in Spandau

Am 1. Europaweiten Blitzmarathon Rasern die rote Karte zeigen

BlitzmarathonRaser müssen sich am Donnerstag, den 16. April vorsehen. Zwischen 6 und 24 Uhr wird in 21 europäischen Ländern gleichzeitig geblitzt. Ein symbolischer Akt, der zu mehr Disziplin im Straßenverkehr anregen soll – sagen die Veranstalter.

Natürlich wird solch eine Maßnahme keinen nachhaltigen Effekt haben. Notorische Raser werden auch weiterhin zu schnell durch die Straßen jagen – immer ein Ohr an den Radarfallenwarnern. Was soll eine Aktion für einen Sinn haben, wenn Ort und Uhrzeit vorher bekannt gegeben werden? Einige Autofahrer werden sich wie üblich über die angebliche Abzocke durch Blitzer beschweren, weil sich „Vater Staat“ damit unberechtigt die Taschen füllen würde. Mit der gleichen Begründung könnte man dann gegen jede mit einer Geldbuße belegte Tat sein.

Im Berliner Straßenverkehr war die nicht angepasste oder gar überhöhte Geschwindigkeit im vergangenen Jahr in 3.072 Fällen Hauptursache für Verkehrsunfälle. Im Falle eines Verkehrsunfalles ist es fast immer die gefahrene Geschwindigkeit, die die Schwere der Unfallfolgen beeinflusst.

Schon wenige km/h können den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten: Bei einer Geschwindigkeit von 65 km/h sterben acht von zehn Fußgängern beim Zusammenprall mit einem Pkw, bei 50 km/h überleben dagegen acht von zehn Fußgängern.

Bürgerhinweise haben Einfluss auf die Wahl der Kontrollorte

Die Auswahl der Kontrollorte orientiert sich nicht nur an den sonst relevanten Auswahlkriterien (Unfallhäufungsstrecken, schutzwürdige Straßenbereiche wie vor Kitas, reine Wohngebiete, Straßen mit oft registrierter Geschwindigkeits-überschreitung). Auch die zahlreichen Bürgerhinweise aus dem Jahr 2014, die nicht berücksichtigt werden konnten, sind 2015 Grundlage für die Auswahl von Kontrollorten.

In Spandau sind dies:

Altstädter Ring, Daumstr., Freiheit, Hakenfelder Str., Halenseestr., Heerstr., Hohenzollernring, Im Spektefeld, Krampnitzer Weg, Nennhauser Damm, Nonnendammallee, Obstallee, Schönwalder Allee, Wasserwerkstr., Weinmeisterhornweg

Bei manchen dieser Orte kann man schon ins Grübeln kommen:

Halenseestraße: da scheint Spandau wieder Land gewonnen zu haben… ;-)

Krampnitzer Weg, Weinmeisterhornweg und Wasserwerkstr.: Sind das wirklich die gefährlichen Straßen in Spandau?

Insgesamt werden an diesem Tag und in der Nacht in Berlin 256 ständig wechselnde Radar- und Laserkontrollorte betrieben. Dazu kommen die neuen Funkstreifenwagen mit Verkehrsradartechnik zum Einsatz. Zusätzlich werden alle 19 Videofahrzeuge im Stadtgebiet und auf allen Autobahnstrecken unterwegs sein. Ein Großteil der Einsätze wird mit dem sofortigen Anhalten von Schnellfahrern verbunden sein, um in verkehrsaufklärerischen Gesprächen möglichst unmittelbar auf die Betroffenen zur Sensibilisierung einwirken zu können.

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist