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Restaurierungsarbeiten am Juliusturm abgeschlossen

Die Herrin der Zitadelle, Andrea Theissen, präsentiert das sanierte Wahrzeichen Spandaus, den Juliusturm (Foto: Ralf Salecker)

Die Herrin der Zitadelle, Andrea Theissen, präsentiert das sanierte Wahrzeichen Spandaus, den Juliusturm (Foto: Ralf Salecker)

Das Wahrzeichen Spandaus, der Juliusturm, ist in die Jahre gekommen und es wurde Zeit für eine Erneuerungs- und Verjüngungskur des ältesten profanen Gebäudes Berlins. Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet, war der Juliusturm Teil einer Burganlage, die von dem askanischen Markgrafen auf dem Gebiet einer slawischen Siedlung errichtet wurde. Der Turm hatte die Funktion eines Wehrturms und diente der Verteidigung der Burg sowie der Überwachung des Havelübergangs. Eine Wohnnutzung war nicht vorgesehen, jedoch diente eine Wohnebene mit dem heute noch sichtbaren Kamin als letzter Rückzugsort bei einer Belagerung.

In der Nachricht aus der Vergangenheit beklagen die ausführenden Firmen die schlechten Zeiten im Zeichen der Arbeitslosigkeit und der Notverordnungen. (Foto: Ralf Salecker)

In der Nachricht aus der Vergangenheit beklagen die ausführenden Firmen die schlechten Zeiten im Zeichen der Arbeitslosigkeit und der Notverordnungen. (Foto: Ralf Salecker)

Bei der Errichtung der Zitadelle im 16. Jahrhundert durch die beiden Baumeister Chiaramella und Lynar sind der Juliusturm und auch der im 15. Jahrhundert entstandene Palas in die die Baupläne mit einbezogen und integriert worden.

Allerdings ist der Juliusturm im Laufe der Zeit, so im Jahr 1813, beschädigt worden, so dass immer wieder Reparaturen durchgeführt werden mussten. Nach dem deutsch-französischen Krieg diente der Turm im Rahmen der französischen Kriegsentschädigung als Lagerplatz für den Reichskriegsschatz. Dieser war hinter den 3,6 m dicken Wänden des Turms gelagert, der durch eine Tresortür gesichert war, durch den man noch heute den Turm betritt.

Die baulichen Erneuerungen des Juliusturms, die im Jahr 2013 begannen, sind abgeschlossen und das Wahrzeichen Spandaus erstrahlt in neuem Glanz. Im Zuge der Restaurierung ist die Entwässerung neu geregelt worden und erfolgt nun über ein Fallrohr und nicht mehr über die Zinnen. Das Besucherpodest wurde erneuert und 2000 kaputte Steine wurden, der jeweiligen Bauepoche entsprechend, ausgetauscht. Während der Restaurierungsarbeiten ist eine Nachricht entdeckt worden, die rund 80 Jahre alt und während der damaligen Instandsetzungsarbeiten im Jahr 1932 in einem Hohlraum in den Zinnen deponiert worden ist. Darin beklagen die ausführenden Firmen die schlechten Zeiten im Zeichen der Arbeitslosigkeit und der Notverordnungen.

2000 Steine wurden am Juliusturm erneuert (Foto: Ralf Salecker)

2000 Steine wurden am Juliusturm erneuert (Foto: Ralf Salecker)

Die abgeschlossene Restaurierung des Turms kostete rund 245.000 €. Anlässlich seines 85. Geburtstages hatte Altbürgermeister Werner Salomon gesammelt und mit seiner Spende die Instandsetzungsarbeiten unterstützt.

Die Besichtigung des Juliusturms, von dem aus man einen herrlichen Weitblick hat, ist nun wieder täglich von 10 bis 17 Uhr möglich.

Spandauer Media Verlag
Spandau heute
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