Demokratie braucht Erinnerungskultur: Spandau lädt zum Kulturaustausch auf die Zitadelle

Vielfalt sichtbar machen

Im Rahmen der Berliner Kultur- und Erinnerungstage 2026 lädt der Bezirk Spandau zu einer Kulturaustauschveranstaltung unter dem Motto „Demokratie braucht Erinnerungskultur“ ein. Im Mittelpunkt stehen die Geschichte und Kultur von Deutschen aus Russland, Spätaussiedlern und Vertriebenen, die seit vielen Jahren das Leben im Bezirk mitprägen.

In Spandau leben mehr als 20.000 Menschen mit Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion. Die Veranstaltung verfolgt das Ziel, ihre Perspektiven sichtbarer zu machen und den Austausch innerhalb der Stadtgesellschaft zu fördern.

Begegnung der Generationen

Das Angebot richtet sich an alle Altersgruppen, von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen bis hin zu jungen Menschen, die in Berlin aufgewachsen sind. Der generationenübergreifende Dialog soll dazu beitragen, Erfahrungen weiterzugeben und gegenseitiges Verständnis zu stärken.

Kultur, Kulinarik und Geschichte

Das Programm umfasst musikalische und tänzerische Darbietungen sowie literarische Beiträge, die Einblicke in Traditionen und Lebenswelten der Community geben. Ergänzt wird dies durch kulinarische Angebote mit Spezialitäten aus der russischen Küche.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erinnerungsarbeit: Beiträge zur Geschichte von Spätaussiedlern und Vertriebenen ordnen deren Erfahrungen in die Berliner Erinnerungskultur ein und stellen Bezüge zur Gegenwart her.

Engagement aus der Zivilgesellschaft

Organisiert wird die Veranstaltung vom BGFF e.V. (Berliner Gesellschaft für Förderung interkultureller Bildung und Erziehung). Der Verein engagiert sich seit über 20 Jahren für Integration durch Bildung, Sprache und Kultur und wurde 2011 mit dem Integrationspreis des Bezirks Spandau ausgezeichnet.

Zu den Schwerpunkten der Arbeit zählen mehrsprachige Bildungsangebote in Deutsch, Russisch und Ukrainisch, der enge Zugang zur Community sowie generationenübergreifende Projekte.

„Unser Verein verbindet Menschen unterschiedlicher Herkünfte und Generationen. Diese Veranstaltung bietet die Möglichkeit, kulturelle Vielfalt sichtbar zu machen und den Austausch im Bezirk zu stärken“, sagt Olga Delwa, Leiterin des BGFF e.V.

Termin und Teilnahme

Die Veranstaltung findet am 30. August 2026 von 11 bis 14 Uhr auf der Zitadelle Spandau (Am Juliusturm 64, 13599 Berlin) statt. Interessierte können sich per E-Mail an info@bgff.de anmelden.

www.bgff.de

BGFF e.V.

BGFF e.V. ist ein Berliner Verein, der seit 2002 mit Bildungs-, Sprach- und Integrationsangeboten arbeitet und in Spandau mit mehreren Einrichtungen vertreten ist. Der Träger wurde 2011 mit dem Integrationspreis des Bezirks Berlin-Spandau ausgezeichnet und versteht Mehrsprachigkeit ausdrücklich als gesellschaftliche Ressource.

Im Bezirk bietet BGFF unter anderem Kitas, Samstagsschulen, Lernförderung und interkulturelle Freizeitangebote an. Nach eigenen Angaben sind mehr als 140 Mitarbeitende im Verein tätig, der insgesamt über 400 Kinder in seinen Kindertagesstätten betreut.

Für Spandau besonders relevant ist das Kulturzentrum „Lavka“ am Reformationsplatz 13 sowie die Arbeit an weiteren Standorten im Bezirk. Damit richtet sich der Verein nicht nur an Kinder und Familien, sondern auch an Jugendliche und Erwachsene, etwa im Rahmen von Beratungs-, Bildungs- und Begegnungsangeboten.

BGFF e.V. verbindet Integrationsarbeit mit kultureller und sprachlicher Förderung und setzt dabei auf alltagsnahe Angebote für verschiedene Generationen. In Spandau ist der Träger damit ein sichtbarer Akteur, wenn es um Teilhabe, Mehrsprachigkeit und interkulturellen Austausch geht.

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