Aktionstag „Zu Fuß zur Schule“ - Die Sensibilität für sichere Schulwege muss größer werden!

„Elterntaxis“ verursachen Verkehrschaos vor den Schulen

22. September: Aktionstag „Zu Fuß zur Schule“ – Die Sensibilität für sichere Schulwege muss größer werden!

Aktionstag „Zu Fuß zur Schule“ - Die Sensibilität für sichere Schulwege muss größer werden!
Aktionstag „Zu Fuß zur Schule“ – Die Sensibilität für sichere Schulwege muss größer werden! (Illu: www.zu-fuss-zur-schule.de)

Zum „Zu Fuß zur Schule“-Tag am 22. September ruft der BUND dazu auf, Wege umweltfreundlich zu Fuß, mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen. Mehr als 60 Schulen mit 18.000 Schülern aus allen Berliner Bezirken beteiligen sich an Aktionen zu „Zu Fuß zur Schule“, die ihren Schwerpunkt in den bundesweiten Aktionswochen vom 19 bis 30. September haben. Der BUND Berlin organisiert die Aktionswochen in Berlin. Er ruft gemeinsam mit dem Arbeitskreis Mobilitätserziehung Berlin dazu auf.

Viel zu viele Kinder werden mit dem Auto zur Schule gebracht. Das führt zu gefährlichen Situationen vor zahlreichen Grundschulen. Es wirkt sich aber auch negativ auf die Kinder aus, die mit dem Auto gefahren werden. Sie bewegen sich zu wenig, ihnen fehlt frische Luft, sie können sich nicht gut orientieren und lernen auch nicht, sich sicher im Verkehr zu verhalten. Viele Schulen wollen deshalb Kinder und Eltern aktiv dazu gewinnen, dass der Schulweg zu Fuß zurückgelegt wird. „Nicht nur die Situation vor der Schule wird entschärft, sondern die Kinder werden auch schneller selbstständig und sicherer in ihrem Verkehrsverhalten“, betont Gabi Jung vom BUND. „Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, können sich außerdem besser auf den Unterricht konzentrieren. Ein Kind, das täglich einen Fußweg von 12 Minuten zur Schule geht, bewegt sich jede Woche zwei Stunden mehr.“

Die Berliner Schulen nutzen die „Zu Fuß zur Schule“-Wochen für vielfältige Aktionen. An zahlreichen Schulen werden von den Kindern bemalte „Zu Fuß zur Schule“-Transparente hängen, Eltern werden angesprochen und Informationen verteilt. Mit Stempeln wird erhoben, wie die Kinder zur Schule kommen und der Schulweg wird auf unterschiedliche Weise thematisiert, die Sinne werden geschult und das Schulumfeld kritisch unter die Lupe genommen. Einige Schulen organisieren „Schul-Laufbusse“: An der Schule am Sandsteinweg gibt es z. B. „Schulwegpaten“, die jüngere Kinder von festgelegten Orten in der Schulumgebung sicher zur Schule begleiten. Dort konnten die „Elterntaxis“ vor der Schule um 90% reduziert werden, wie der Lehrer Detlef Haake berichtet, der die Schulwegpaten dort betreut.

Gabi Jung, BUND-Projektleiterin, will das Thema nicht nur auf diese Aktionswochen begrenzen. Ziel ist es, die umweltfreundliche Mobilität bereits bei Kindern zu fördern und Mobilitätserziehung an den Schulen besser zu verankern. Aber auch bei der Ausbildung von LehrerInnen und ErzieherInnen muss sie mehr Gewicht bekommen. Die Verwaltung ist aufgefordert, mehr zu unternehmen, um die Schulwege sicherer zu machen.

 

Das Projekt wird gefördert von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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