Die neue Auszubildende Nancy Lemke ist 31 Jahre alt und ledige Mutter von zwei kleinen Mädchen im Alter von 4 und 2 Jahren. (Foto: BA Spandau)

Erste Auszubildende in Teilzeit im Bezirksamt Spandau

Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gewährleistet

Die neue Auszubildende Nancy Lemke ist 31 Jahre alt und ledige Mutter von zwei kleinen Mädchen im Alter von 4 und 2 Jahren. (Foto: BA Spandau)
Die neue Auszubildende Nancy Lemke ist 31 Jahre alt und ledige Mutter von zwei kleinen Mädchen im Alter von 4 und 2 Jahren. (Foto: BA Spandau)

Alleinerziehende profitiert vom neuen Konzept der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Bezirksamt Spandau lässt seinen Worten vom vergangenen Winter Taten folgen. Nachdem auf Anregung der Bezirksbeauftragten für Frauen und Gleichstellung, Annukka Ahonen, die diesjährigen Ausbildungsstellen der Verwaltungsfachangestellten auch in Teilzeit ausgeschrieben waren, ist es nun soweit: Pünktlich zum 1.9.2015 startet die erste Auszubildende in Teilzeit im Bezirksamt Spandau mit 30 Wochenstunden.

Die neue Auszubildende Nancy Lemke ist 31 Jahre alt und ledige Mutter von zwei kleinen Mädchen im Alter von 4 und 2 Jahren. Eine Ausbildung in Vollzeit, wie es in Berlin noch die Regel ist, wäre für die junge Frau mit ihren umfangreichen Familienpflichten nicht zu schaffen.

Nancy Lemke:

„Als ich die Stellenausschreibung des Bezirksamts Spandau zur Teilzeitausbildung sah, wusste ich sofort: Das ist ideal für mich und meine kleine Familie! Ich liebe meine Mädchen und möchte ein Vorbild für sie sein. Mit der Ausbildung kann ich die Zukunft unserer Familie auf eine gute Grundlage stellen. Und meine große Tochter freut sich auch, dass Mama wieder Arbeit hat!“

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank:

„Aus der Idee, in meinem Haus in Teilzeit auszubilden, wird nun Realität. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verlangt auch die Anpassung der Ausbildungsstrukturen an die Lebensentwürfe und Familienwirklichkeiten der jungen Menschen. Das Bezirksamt nimmt hiermit auch seine Vorbildfunktion wahr. Ich hoffe, dass nun auch die Wirtschaft nachzieht.“

Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Annukka Ahonen, fordert, dass die Teilzeitausbildung zur Regel wird:

„Ich bin sehr begeistert, dass aus der Idee, die ich im vergangenen Herbst dem Bezirksbürgermeister präsentiert habe, nun eine Erfolgsgeschichte wurde. Unsere neue Auszubildende Fr. Lemke mag die erste sein, die hier in Teilzeit ausgebildet wird – sie wird aber nicht die einzige bleiben!“

Zu den gesellschaftlichen Hintergründen und gesetzlichen Voraussetzungen

Zu viele junge Frauen hängen fest zwischen einem erfolgreich absolvierten Schulabschluss und dem Start in eine Berufsausbildung. Der Grund: sie haben Kinder und sind alleinerziehend.

Auch mit den besten Kita-Betreuungszeiten und dem engagiertesten häuslichen Umfeld, ist es aus organisatorischen und logistischen Gründen nicht möglich, eine Berufsausbildung zu beginnen, die in Vollzeit angeboten wird.

Somit bleiben diese jungen Frauen ohne eine Berufsausbildung zurück und fin-den sich mit ihren Familien häufig im Leistungsbezug des Jobcenters wieder.

Dabei ist es so einfach. Das Berufsbildungsgesetz erlaubt eine reguläre Berufs-ausbildung weitestgehend problemlos in eine Teilzeitstruktur umzuwandeln. Die Arbeitszeiten beim Arbeitgeber können flexibel an die familiären Bedürfnisse angepasst werden. So ist zwischen 20 und 35 Wochenstunden alles möglich. Hier bedarf es nur der Verabredung zwischen Auszubildender und Arbeitgeber. Die Vergütung wird in den meisten Fällen angepasst. Damit den kleinen Familien keine finanzielle Not droht, stehen die Jobcenter mit Rat und Tat zur Seite.

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