Am International Pillow Fight Day fliegen wieder friedlich die Fetzen (Foto: Ralf Salecker)

Internationaler Kissenschlacht-Tag 2015 in Berlin

Am Pillow Fight Day fliegen friedlich die Fetzen

Am International Pillow Fight Day fliegen wieder friedlich die Fetzen (Foto: Ralf Salecker)
Am International Pillow Fight Day fliegen wieder friedlich die Fetzen (Foto: Ralf Salecker)

Am Samstag, den 4. April 2015 um 15 Uhr geht es los. Die Kollegen von Frau Holle stürzen sich ins fröhliche Getümmel bis die Fetzen fliegen. Der Welt-Kissenschlacht-Tag oder neudeutsch „Pillow Fight Day“ wird sicherlich wieder ein paar Hundert Berliner zur friedlichen Straßenschlacht im öffentlichen Raum locken. Austragungsort des Flashmobs wird wahrscheinlich der Treptower Park sein.

Auch wenn die Aktion gerne noch als spontaner Flashmob bezeichnet wird, ist sie längst darüber hinaus gewachsen. Üblicherweise kündigen mehrere Tausend ihr Kommen über Facebook an. Wie fast immer in solchen Fällen, setzen nur wenige ihre Ankündigung in die Tat um. Hier gilt wohl der olympische Gedanke, dabei sein bei den Zusagern, ist alles. In der Realität kommen dann rund 10 Prozent davon. Das würde auch sonst recht eng werden.

Am International Pillow Fight Day fliegen friedlich die Fetzen (Foto: Ralf Salecker)
Am International Pillow Fight Day fliegen friedlich die Fetzen (Foto: Ralf Salecker)

2008 hat der inzwischen weltweit durchgeführte Internationale Kissenschlachttag seinen Anfang genommen. Inzwischen sind etwa 150 Städte weltweit bei diesem friedlichen Kräftemessen dabei. Manch einer nimmt es als Frustabbau, andere dagegen möchten einfach nur ihren Spaß haben. Den haben alle ganz offensichtlich. Es macht Spaß mittendrin zu sein – oder auch nur Zuschauer am Rande. Wer mit schwarzer Kleidung dort vorbeischneit, macht einen großen Fehler. Feder haben die Eigenschaft, sich dort besonders fest zu verbeißen. Meist dauert das Vergnügen rund eine halbe Stunde. Danach gibt es auch kaum mehr intakte Kissen.

Im Regelfall kommt niemand kam bei der großen Kissenschlacht zu Schaden. Die Polizei am Rande bereit, falls die Veranstaltung aus dem Ruder laufen sollte. Offensichtlich genießen auch die Polizeibeamten das ungewöhnliche Treiben, welches nach etwa einer halben Stunde von ihnen langsam, freundlich aber bestimmt beendet wird. Der Platz wird aussehen, als wenn hier die moderne Version von Frau Holle gedreht wurde.

Am Schluss fegt die Stadtreinigung die Federn zusammen. Falls es auf der Wiese im Treptower Park stattfinden wird, könnten eine Menge Federn zurückbleiben. Die Vögel im Park dürfte es freuen, bekommen sie doch unverhofft weiches Polstermaterial für das Nest.

Das Motiv dieser Kissenschlacht ist der Kampf um den öffentlichen Raum

Am International Pillow Fight Day fliegen friedlich die Fetzen (Foto: Ralf Salecker)
Am International Pillow Fight Day fliegen friedlich die Fetzen (Foto: Ralf Salecker)

Manch einer schüttelt über diese Veranstaltung entrüstet den Kopf. Schließlich entsteht eine Menge “Dreck”, der auf Kosten der Steuerzahler beseitigt werden muss. Auch wenn der Spaß eindeutig im Vordergrund steht, hat der „International Pillow Fight Day“ schon einen tieferen Sinn.

Der schleichende Verlust an öffentlichem Raum wird von vielen als sehr problematisch empfunden. In einer öffentlichen und spektakulären Aktion soll er wieder zurück erobert werden. Ob dieser Umstand den meisten Teilnehmern bewusst ist, sei dahin gestellt.

So formulieren es die Initiatoren (Quelle: www.pillowfightday.com/about) folgendermaßen:

   One of our goals is to make these unique happenings in public space become a significant part of popular culture, partially replacing passive, non-social consumption experiences like watching television, and consciously celebrating public spaces in our cities as our “urban living rooms.” The result, we hope, will be a global community of participants in a world where people are constantly organizing and attending these happenings in every major city in the world.

   This project, Pillow Fight Day 2012, is a collaboration of many people who comprise a loose, decentralized network of urban playground event organizers all over the world.

Feste Regeln gelten beim Welt-Kissenschlacht-Tag

Am International Pillow Fight Day fliegen friedlich die Fetzen (Foto: Ralf Salecker)
Am International Pillow Fight Day fliegen friedlich die Fetzen (Foto: Ralf Salecker)

Unbewaffnete dürfen grundsätzlich nicht angegriffen werden. Wer also kein Kissen in der Hand hält ist tabu. Gleiches gilt für Brillenträger und Leute mit einer Kamera. 100-Prozentig funktioniert das natürlich nicht. Im Regelfall geschah dies aber im Eifer des Gefechtes. Eine freundliche Entschuldigung gibt´s zum Treffer mit den Kissen meist dazu.

Als weitere wichtige Regel gilt das gemeinsame Aufräumen nach der Schlacht. Diese Regel scheint den meisten aber nicht bewusst oder egal zu sein.

Eine öffentliche Grünanlage ist für einen solchen Spaß denkbar ungeeignet. Die Unmengen an Federn sind nur sehr schwer zu entfernen, vor allem, wenn sie feucht werden, was über Ostern ja durchaus zu erwarten ist.

Trotz alledem wird es ein lustiges Schauspiel für alle sein.

Impressionen vom Pillow Fight Day 2012 am Brandenburger Tor

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist