Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen wird jährlich am 25. November begangen und erinnert an die 1960 ermordeten Mirabal-Schwestern; er eröffnet die UN-Kampagne „Orange the World“, die bis zum 10. Dezember läuft.
Mach mit! Eine Kampagne bei Eulalia Eigensinn e.V.
Die inhaltlichen Schwerpunkte der Diskussion sind:
- Rassismus
- Sexismus
- Gewalt
- Ausgrenzung
Leitfragen für die Teilnehmenden: „Was stört uns? Was wollen wir ändern? Wie können wir es verhindern und sichtbar machen?“ Das Motto lautet „Unsere Stimmen = Unsere Würde!“
Termine der Workshops
| Datum | Format | Uhrzeit | Ort |
|---|---|---|---|
| 03.11. | Präsenz-Workshop bei Eulalia Eigensinn e.V. | 15:00–18:00 Uhr | Lutherstraße 13, 13585 Bezirk Spandau |
| 06.11. | Online-Auswertungsworkshop | 15:00–15:45 Uhr | Online |
- Anmeldung per E-Mail an info@eulalia-eigensinn.de
- www.eulalia-eigensinn.de
- Die Teilnahme ist kostenlos.
- Keine künstlerischen Vorkenntnisse erforderlich.
Hintergrund des Aktionstags
Der 25. November geht auf die Ermordung der drei dominikanischen Schwestern Patria, Minerva und María Teresa Mirabal im Jahr 1960 zurück, die sich gegen die Diktatur Rafael Trujillos engagiert hatten. Lateinamerikanische Frauenrechtlerinnen erklärten das Datum 1981 zum Gedenktag; 1999 erkannten die Vereinten Nationen ihn per Resolution offiziell als „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ an.
Seit 1991 markiert der 25. November zugleich den Beginn der UN-Kampagne „Orange the World“: 16 Tage lang, bis zum 10. Dezember (Tag der Menschenrechte), setzen weltweit Städte, Organisationen und Privatpersonen mit der Farbe Orange ein Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Berlin beteiligt sich mit einer eigenen Landeskampagne, koordiniert über die Senatsverwaltung für Frauen, sowie ergänzenden Aktionen wie One Billion Rising (14. Februar) und dem Weltfrauentag (8. März).
Situation und Zahlen für Spandau
Spandau ist laut dem bezirklichen Präventionsreport der am stärksten von innerfamiliärer und partnerschaftlicher Gewalt betroffene Berliner Bezirk: 594 Fälle je 100.000 Einwohnende gegenüber einem Berliner Durchschnitt von 424. Diese Zahlen begründen, warum der Bezirk dem Thema jedes Jahr besondere Aufmerksamkeit widmet, unter anderem über die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Juliane Fischer-Rosendahl und die Arbeitsstelle Gewaltprävention, Diversity und Antidiskriminierung im Rathaus Spandau.
Die bezirksscharfe Aufschlüsselung nach häuslicher/partnerschaftlicher Gewalt liegt aktuell nur bis zum Berichtsjahr 2022 vor. Die bezirksspezifische Häufigkeitszahl von 594 für Spandau, die 40,1 Prozent über dem Berliner Durchschnitt lag, stammt aus dem „Berliner Monitoring Gewaltdelinquenz 2023“ und basiert auf PKS-Daten des Berichtsjahres 2022. Das nächste bezirksbezogene „Monitoring Gewaltdelinquenz“ mit neuen Bezirksprofilen ist erst für 2027 angekündigt. Berlinweit zeigt sich der Trend aber klar: die Opferzahlen bei Partnerschafts- und Familiengewalt steigen weiter, auch 2025.
Situation in Berlin
Für Berlin registrierte die Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 insgesamt 19.213 Opfer häuslicher Gewalt, 429 mehr als im Vorjahr (+2,3 Prozent) und damit die höchste Zahl der letzten zehn Jahre. Davon entfielen 12.582 Opfer auf Partnerschaftsgewalt; 71 Prozent aller Berliner Opfer häuslicher Gewalt waren Frauen. Die Zahl der Strafverfahren in der Hauptstadt ist seit 2021 kontinuierlich gestiegen, von rund 11.000 auf etwa 15.000 Fälle im Jahr 2024. Wie bereits erwähnt, ist Spandau innerhalb Berlins der am stärksten betroffene Bezirk mit einer Häufigkeitszahl von 594 Fällen je 100.000 Einwohnende, deutlich über dem Berliner Durchschnitt von 424 .
Bundesweite Zahlen 2024
Häusliche Gewalt umfasst laut BKA sowohl Partnerschaftsgewalt als auch innerfamiliäre Gewalt (zwischen Eltern, Kindern, Geschwistern und anderen Angehörigen).
| Kategorie | Opferzahl 2024 | Veränderung ggü. 2023 | Weiblicher Anteil |
| Häusliche Gewalt gesamt | 265.942 | +3,8% | 70,4% |
| davon Partnerschaftsgewalt | 171.069 | +1,9% | rund 80% |
| davon Innerfamiliäre Gewalt | 94.873 | +7,3% | 54,2% |
Quelle: BKA-Bundeslagebild Häusliche Gewalt 2024
Im Fünfjahresvergleich stieg die Opferzahl um fast 18 Prozent. Auffällig ist auch die Zunahme digitaler Gewalt: Bei Partnerschaftsgewalt stieg die Zahl betroffener Opfer digitaler Gewalt um 10,9 Prozent auf 4.876, bei innerfamiliärer Gewalt um 20,4 Prozent auf 2.027.
Besonders gravierend sind die Tötungsdelikte: 286 Menschen wurden 2024 im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt getötet, davon 191 Frauen und 95 Männer. Bei Partnerschaftsgewalt allein starben 132 Frauen und 24 Männer durch (Ex-)Partner bzw. (Ex-)Partnerinnen.
Speziell Frauen betroffen
Das parallel veröffentlichte Bundeslagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten 2024“ zeigt: 187.128 Frauen wurden 2024 Opfer häuslicher Gewalt, ein Plus von 3,5 Prozent. Insgesamt wurden 308 Frauen und Mädchen durch geschlechtsspezifische Gewalt getötet, davon 191 durch Partner, Ex-Partner, Bekannte oder Familienmitglieder. Zudem registrierte die Polizei 53.451 weibliche Opfer von Sexualdelikten (+2,1 Prozent) und 18.224 Frauen als Opfer digitaler Gewalt wie Cyberstalking (+6,0 Prozent).
Das BKA weist ausdrücklich auf ein hohes Dunkelfeld hin: Erste Ergebnisse der Opferbefragung LeSuBiA zeigen, dass die Anzeigequote meist unter zehn Prozent liegt, bei Partnerschaftsgewalt sogar unter fünf Prozent. Die polizeilich erfassten Zahlen bilden also nur einen Teil des tatsächlichen Ausmaßes ab.
Ständige Anlaufstellen in Spandau
Unabhängig vom Aktionstag stehen in Spandau ganzjährig folgende Hilfsangebote zur Verfügung:
- Berliner Krisendienst Spandau, Charlottenstraße 13, täglich 16–24 Uhr, Tel. 030 390 63 30.
- Fachberatungsstelle zu häuslicher Gewalt Spandau, Tel. 030 41709420, erreichbar auch über die Notrufliste der Gleichstellungsbeauftragten.
- Beratungsstelle Eulalia Eigensinn, Lutherstraße 13, Mo–Fr 10–14 Uhr, telefonisch 10–18 Uhr, Tel. 030 335 11 91.
- Zentrum für Seelische Frauengesundheit am Vivantes Klinikum Spandau, Neue Bergstraße 6, Tel. 030 130 13 3019.
- Männerberatung Spandau (Volkssolidarität) für gewaltausübende Männer, Neumeisterstraße 10, Tel. 0151 1808 8879/8878.
- Landesweit rund um die Uhr erreichbar: BIG-Hotline (030 611 03 00) und bundesweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (116 016).
Weitere Veranstaltungen werden hier veröffentlicht, wenn sie bekannt sind.



