Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Jochen Anders und Andreas, AFD gewollt und SPD gewählt?

Das Wechselspiel von zwei Spandauer Bezirksverordneten in Spandau schlägt weiter Wellen

Wirbel in der Spandauer BVV (Foto: Ralf Salecker)
Wirbel in der Spandauer BVV (Foto: Ralf Salecker)

Das Parteienhopping der besonderen Art wirft ein schlechtes Licht auf alle beteiligten Parteien und Personen.

Weil es mit dem Fraktionsstatus (der erst ab drei Personen gilt) in der Spandauer BVV nicht geklappt hat, sollen die ehemaligen CDU-Mitglieder Jochen Anders und Andreas Hehn zur SPD gewechselt sein. Für sie sei „die CDU in Spandau farblos und festgefahren.“

Hat die AFD zu wenig geboten oder warum sind die beiden dann doch zur SPD gewechselt? Waren der SPD die Gespräche der beiden mit der AFD bekannt? Wenn ja, warum hat sie diese beiden dann trotzdem in die eigenen Reihen aufgenommen? War der Mehrheitenwechsel in der BVV der SPD solch ein Spielchen wert? Wie uneins muss die CDU sein, wenn es zu solchen Austritten kommt?

Heinz Troschitz, der Präsident des Spandauer Mietervereins, der schon in vielen Parteien Mitglied war (…natürlich nur Testweise…), soll die ganze Wechselgeschichte in Gang gebracht haben. Sein möglicher Wechsel zur AFD würde da durchaus passen. Ihm, wie auch den beiden Ex-CDU-Mitgliedern war die „die CDU zu weit nach links abgedriftet“, so der Tagesspiegel.

Jochen Anders war immerhin einmal der stellvertretende CDU-Vorsitzende gewesen. Der CDU-Fraktionschef Arndt Meißner bemerkte: „dass AfD-Sympathisanten nun für die neue SPD-Willkommenskultur stehen, spricht für sich“ – andererseits war Jochen Anders immerhin einmal der stellvertretende CDU-Vorsitzende in Spandau gewesen, das wird man nicht ohne weiteres…

Jochen Anders und Andreas Hehn sind beide Polizisten, eine für die CDU bisher scheinbar sichere Wählerklientel. Es wäre schön, einmal etwas zur Motivation der beiden für diesen politischen Zickzack-Kurs zu erfahren. Manch einer könnte auf den Gedanken kommen, dass eher egoistische persönliche Motive im Vordergrund standen, als politische Beweggründe.

Insgesamt hinterlässt diese Wechselgeschichte einen überaus bitteren Beigeschmack. In Hamburg gingen gerade einmal 56 % der Wahlberechtigten zur Wahl. Solch ein Possenspiel, wie jetzt in Spandau, trägt sicherlich nicht zu einem positiven Politikverständnis der Wähler bei. Es zeigt aber, dass auch die AFD nur mit Wasser kocht und letztendlich nichts „Neues“ zum politischen Geschehen beiträgt. Populistische Phrasen erfreuen zwar die Pegida-Sympathisanten, sind aber beileibe kein konstruktiver Ansatz, um etwas zu bewegen. Der Versuch der AFD, einen Fuß in die BVV Spandaus zu bekommen, ist gescheitert…

 

Parteichen, wechsel dich: http://www.tagesspiegel.de/berlin/von-der-cdu-ueber-die-afd-zur-spd-parteichen-wechsel-dich/11374646.html

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist