Jugendliche aus neun Nationen pflegen Kriegsgräberstätten in der Hauptstadt

„Arbeit für den Frieden – Versöhnung über den Gräbern“

Am Donnerstag, den 13. August 2009 ab 18 Uhr findet im Rahmen des Workcamps des „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ (www.volksbund.de; Ansprechpartner: Christoph Blase; Telefon: 030-330 99 86 80) ein offizieller Abend im Casino der Blücher-Kaserne in Berlin-Kladow statt. In einem selbst entwickelten Programm präsentieren die Jugendlichen den Gästen ihre Länder sowie ihre Erfahrungen aus der Jugendbegegnung. Neben den Jugendlichen werden Gäste aus der Berliner Politik und Gesellschaft erwartet.

Dank der Unterstützung durch die Bundeswehr ist die Gruppe in Berlin-Gatow in der General-Steinhoff-Kaserne untergebracht. Auch den Transport der Gruppe übernimmt die Bundeswehr und sie organisiert einen „Outdoor-Tag“, bei dem die Jugendlichen unter anderem lernen, Tragen zu bauen, Wasser zu filtern und bei einem Unfall Erste-Hilfe zu leisten.

Bis zum 18. August 2009 organisiert der Landesverband Berlin im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ein internationales Workcamp für junge Menschen zwischen 16 und 21 Jahren. 29 Jugendliche aus 9 Nationen – Belgien, Bulgarien, Frankreich, Italien, Polen, Rumänien, Russland, der Slowakei und Deutschland – verbringen zwei Wochen in Berlin.

Jugendliche aus ganz Europa wollen gemeinsam die deutsche Hauptstadt zu entdecken, sich kennen zu lernen und mit der deutschen und europäischen Geschichte auseinander setzen, sowie Pflegearbeiten auf Kriegsgräberstätten zu verrichten. Auf zwei Kriegsgräberstätten in Berlin-Wedding, auf dem Urnenfriedhof Seestraße sowie dem Friedhof Dohnagestell, verrichten die Jugendlichen Pflegearbeiten. Dort liegen sowohl Tote des Zweiten Weltkriegs (Soldaten, zivile Bombenopfer) und Opfer des nationalsozialistischen Regimes (Zwangsarbeiter, KZ-Opfer, Widerstandskämpfer) als auch Opfer des 17. Juni 1953. In der gemeinsamen Auseinandersetzung mit der Geschichte erfahren die Jugendlichen, wie grundlegend und wertvoll die Achtung vor dem Einzelnen für ein friedvolles Miteinander ist.

„Die jungen Leute arbeiten und feiern gemeinsam. Diese gemeinsame Pflege von Kriegsgräberstätten hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck von der Sinnlosigkeit des Krieges.

„Arbeit für den Frieden – Versöhnung über den Gräbern“. Unter diesem Motto treffen sich jedes Jahr seit 1953 mehr als 12.000 jugendliche Freiwillige aus aller Welt in Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten, Camps und Workshops des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Durch ein breites Rahmenprogramm mit geschichtlichen, politischen und kulturellen Aspekten entdecken die Jugendlichen die Vielfalt der Stadt Berlin. Ihr Programm umfasst beispielweise Museumsbesuche, die Besichtigung der Reichstags und des Schlosses Sanssouci in Potsdam, den Besuch der Gedenkstätte Berliner Mauer, des Denkmals für die ermordeten Juden Europas sowie der Gedenkstätte Sachsenhausen. Für die Sport-Fans steht ein Spiel des Berliner Bundesligisten Hertha BSC auf dem Programm, zur Entspannung Besuche im Schwimmbad und Grillabende.

Der 1919 gegründete Volksbund ist eine humanitäre Organisation. Er widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Der Volksbund betreut Angehörige in Fragen der Kriegsgräberfürsorge, er berät öffentliche und private Stellen, er unterstützt die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge und fördert die Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten. Heute hat der Volksbund 1,6 Millionen Mitglieder und Spender. Mit ihren Beiträgen und Spenden sowie den Erträgen aus der Haus- und Straßensammlung, die einmal im Jahr stattfindet, finanziert der Volksbund zu etwa 85 Prozent seine Arbeit. Den Rest decken öffentliche Mittel des Bundes und der Länder.Mit mehr als 10.000 ehrenamtlichen Helfern kümmert sich der Volksbund heute um 827 Krieggräberstätten in 45 Staaten in Europa und Nordafrika.

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist