„Meine Oma fährt am Ku’damm mit dem Fahrrad“ – für aktive und gesunde Mobilität bis ins hohe Alter


Am Samstag, den 20. Juni, fahren Berliner Senior*innen und Freund*innen mit einer „Senior Mass“ zum dritten Mal für bessere Radwege und selbstbestimmte Mobilität durch Berlin. Einladende und vor allem durchgehend sichere Wege ermöglichen gesunde Bewegung und gesellschaftliche Teilhabe für alle Altersgruppen. Immer mehr Senior*innen möchten sich fit halten und per Fahrrad mobil bleiben. Mit der Senior Mass widerlegen ältere Menschen das Vorurteil, dass sie auf ein Auto angewiesen sind. Viele haben gar kein Auto oder Führerschein (mehr).

Das Rad bietet eine hervorragende Möglichkeit, Bewegung in den Alltag zu integrieren. Besonders Senior*innen profitieren vom Radfahren: Es ist gesund, günstig, erleichtert soziale Kontakte und sichert bis ins hohe Alter eine eigenständige Mobilität. Wer aber als älterer Mensch in Berlin Radfahren möchte, hat heute kaum eine freie Wahl – Radfahren auf den Straßen ist schlichtweg zu gefährlich, und sichere Radwege, die einen entscheidenden, lebensverlängernden Vorteil bieten würden, gibt es viel zu wenige.

„Nicht wir sind zu alt zum Radfahren, die Radwege sind es. Viele zu schmale, von Wurzeln aufgebrochene Wege sind eine Zumutung. Wenn ich dagegen auf einem ebenen, ausreichend breiten Radweg unterwegs bin, und ich andere und andere mich ohne Probleme überholen können, fühle ich mich viel wohler auf dem Rad,“ sagt die Mitinitiatorin Antje Merschel vom Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg

„Städte sollten für alle da sein: für junge und alte Menschen und alle dazwischen. Und jede und jeder sollte sich sicher fühlen, wenn er sich durch die Stadt bewegt. Deshalb brauchen wir sichere Radwege, um eigenständige Mobilität bis ins hohe Alter zu ermöglichen“, sagt Dota Kehr, Schirmherrin der Senior Mass.

Das Berliner Mobilitätsgesetz hat als Ziel, Mobilität für alle zu realisieren. Festgeschrieben sind der Vorrang des Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehrs und der zügige Ausbau des Radnetzes bis 2030. Das Abgeordnetenhaus beschließt aber voraussichtlich diese Woche, dieses Ziel in die unbestimmte Zukunft zu verschieben, sowie das Anlegen von Radwegen zu erschweren. Die Senior Mass ist auch als ein Signal an die Regierungsparteien CDU und SPD zu verstehen: „Wir sind auch Wähler*innen, und wir wollen sichere Radwege!“

Am Samstag fährt die Senior Mass entspannt auf der Fahrbahn – ohne Angst vor vorbeirauschenden Autos und Lkw und mit einer Vielfalt an Fahrrädern (u.a. mit den feuerroten Rikschas der fLotte Sozial und manchem Dreirad). Wir rollen auch über den Ku’damm und zeigen der Welt, wie vielfältig der Radverkehr sein kann!

Wann: Samstag, den 20. Juni, um 13 Uhr

Wo: Yorckstraße Ecke Katzlerstraße
Strecke: über Bülowstraße – Kleiststraße – Tauentzien – Nürnberger Straße –Budapester Straße – Joachimsthaler Straße – Kurfürstendamm – Uhlandstraße – Fasanenplatz (Zwischenkundgebung und Pause) – Fasanenstraße – Hohenzollerndamm – Nachodstraße – Hohenstaufenstraße – Martin-Luther-Straße – Grunewaldstraße – Goltzstraße – Pallasstraße – Goebenstraße – Yorckstraße

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