Nur noch wenige Tage für die Kampagne „Radspuren frei!“

Spandauer Radfahrer können noch Problem melden

Schutzstreifen für Radfahrer, manchmal auch Angebotsstreifen genannt (Foto: Ralf Salecker)
Schutzstreifen für Radfahrer, manchmal auch Angebotsstreifen genannt (Foto: Ralf Salecker)

„Radspuren frei!“ ist eine Kampagne vom Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club (ADFC Berlin) und dem Bund für Umwelt und Naturschutz, in der Bürger aufgefordert werden, blockierte Fahrradspuren in Berlin zu melden. Noch bis zum 30. Juni können Verstöße auf der Homepage www.radspuren-frei.de gemeldet werden. Mit einem Anteil von 13 % sind Radfahrer am Vekehr in berlin beteiligt, in Kreuzberg soll der Anteil sogar bei 25% liegen..

Leider ist bisher nicht ersichtlich, wieviel Radfahrer Probleme aus Spandau gemeldet haben. Im Vergleich zu anderen Bezirken Berlins sind hier etwas weniger Radfahrer unterwegs. So gibt es z. B. an der Neuendorfer Straße 15 in der Spandauer Neustadt einen Bereich zwischen Körnerstraße und Triftstraße, der regelmäßig mit mehreren gleichzeitig parkenden Fahrzeugen zugestellt ist. Radfahrer müssen hier in den fließenden Verkehr ausweichen und gleichzeitig noch ein Auge auf sich öffnende Fahrzeugtüren haben. Sicherlich gibt es noch einige Problemstellen mehr in Spandau.

Kampagnenlogo von ADFC und BUND für „Radspuren frei!“
Kampagnenlogo von ADFC und BUND für „Radspuren frei!“

Radwege sind vorrangig oder ausschließlich für die Benutzung mit dem Fahrrad vorgesehen. Blockierte Radspuren sind nicht nur ein alltägliches Ärgernis für Radfahrer. In der Folge werden Radfahrer zu möglicherweise gefährlichen Ausweichmanövern gezwungen, die auch Fußgänger beeinträchtigen können. Radwege, die neben Bürgersteigen verlaufen, sind damit genauso gemeint, wie die modernen Radspuren an den Straßen. Oft stellt sich gerade hier der Eindruck ein, sie werden als bequeme Kurzzeitparkzone für Autofahrer genutzt.

Falschhalter und -parker in zweiter Reihe gefährden die Radfahrenden. Die Meldungen über versperrte Radwege werden bis zum Herbst ausgewertet und dem Polizeipräsidenten, den Stadträten und den Ordnungsämtern übermittelt.

ADFC und BUND werden die Ergebnisse in einer Top-Ten-Liste ordnen. An solchen Orten werden die Verbände schwerpunktmäßige Kontrollen und ggf. die Einrichtung von Lieferzonen fordern, um die Radspuren von Falschparkern freizuhalten.

Bisher (Stand 25.6.2014) gab es 1755 Meldungen für 5324 Blockaden. Die unrühmlichen Spitzenplätze haben zurzeit die

  1. Schlesische Straße mit 208 Meldungen
  2. Franklinstraße mit 107 Meldungen
  3. Köpenicker Straße mit 104 Meldungen.

Radspuren, Radwege, Radfahrstreifen, Schutzstreifen

Radwege: Hierbei handelt es sich um straßenbauliche Anlagen „auf dem Bürgersteig“ für Radfahrer, die vereinfachend oft als Radweg bezeichnet werden.

Radspuren: Radspuren sind auf der Fahrbahn markierte Radverkehrsanlagen, die es in zwei Varianten gibt.

Radfahrstreifen: Auf für Radfahrer benutzungspflichtigen Radfahrstreifen – mit durchgezogener Linie und dem Verkehrszeichen 237 auf der Fahrbahn gekennzeichnet – gilt ein absolutes Halteverbot. Parken ist hier grundsätzlich verboten, da es sich um einen Sonderweg für Radfahrer handelt. Nur das Überqueren, z. B. zum Erreichen von Parkplätzen, ist unter Beachtung der Sicherheit des Radverkehrs gestattet.

Schutzstreifen: Auf Schutzstreifen (manchmal auch Angebotsstreifen genannt) – mit gestrichelter Linie und dem Sinnbild Fahrräder auf der Fahrbahn markiert – ist das Be- und Entladen, sowie das Halten (bis zu 3 Minuten mit wegfahrbereitem Fahrer) erlaubt, wenn (!) sich der Schutzstreifen nicht (!) in zweiter Reihe befindet, also keine Parkplätze oder Parkspuren vorhanden sind. In Berlin ist dies fast immer der Fall. Folglich gilt auch auf den Schutzstreifen ein absolutes Halteverbot. Die erlebte Realität für Radfahrer sieht anders aus.

Parken und Halten in zweiter Reihe ist von der Straßenverkehrsordnung ausdrücklich verboten. Ausnahmen gelten für Taxen und Besitzer von Ausnahmegenehmigungen. Fahrzeugführer dürfen die Markierung nur bei Bedarf überfahren, wenn dabei Radfahrer nicht gefährdet werden.

Schutzstreifen stellen Radfahrer manchmal vor ein schwieriges Problem: „So gestehen Gerichtsurteile Radfahrern einen Seitenabstand von bis zu 80 cm vom Fahrbahnrand zu und schreiben bei parkenden Fahrzeugen einen Abstand von mindestens 1 m vor, was ggf. das Verlassen der Schutzstreifens erfordert. Da Schutzstreifen Teil der Fahrbahn sind, ist seitens eines KFZ beim Überholen eines auf dem Schutzstreifen fahrenden Radfahrers ein Seitenabstand von mindestens 1,5 bis 2 Metern einzuhalten. (Quelle: Wikipedia)“

Daten zum Radverkehr in Berlin

43% aller Wege werden in Berlin zu Fuß und mit dem Fahrrad zurückgelegt (Tendenz steigend), 26% mit öffentlichen Verkehrsmitteln und 31% mit dem Auto (Tendenz fallend), Lkw und Motorrad? Das Straßenland gehört also nicht mehrheitlich den Autofahrern. Etwa die Hälfte aller Haushalte in Berlin besitzt keinen eigenen Pkw. So kommen auf je 1.000 Einwohner in der Stadt 721 Fahrräder aber nur 319 PKW? Radfahrer können in Berlin derzeit ein Netz von über 1.000 km Radverkehrsanlagen nutzen. Davon sind 662 km bauliche Radwege und 174 km Radfahrstreifen auf der Fahrbahn.

Die letzte statistische Haushaltsbefragung zur Mobilität in Berlin , mit der Frage nach den genutzten Verkehrsmitteln wurde 2008 durchgeführt und veröffentlicht. Die Ergebnisse der 2013 durchgeführte Befragung werden erst Ende 2014 zur Verfügung stehen. Schon die letzte untersuchung hat ein deutliches Ungleichgewicht in der Nutzung der Verkehrsmittel in den Bezirken aufgezeigt. So nahmen Spandau und Reinickendorf Spitzenpositionen an, was die Nutzung des PKWs (44%)anbelangt. Schaut man sich dagegen den Radverkehr an, so gehört Spandau eher zu den Schlusslichtern.

Die Übersichtskarte „Fahrradwege und Radroutennetz“ im Maßstab 1:50.000 kann auf der Internetseite der der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als PDf (20 MB) heruntergeladen werden.

Weitere Informationen unter:

  • www.radspuren-frei.de
  • www.adfc-berlin.de
  • www.bund-berlin.de

Eine kleine Frage an die Spandauer: Wo finden sich hier im Bezirk besondere Problembereiche für Radfahrer? Bitte dazu entweder die Kommentarfunktion nutzen oder eine E-Mail senden.

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist