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Änderungsantrag einer Seniorin abgelehnt

Radweg auf der Streitstraße

Radweg auf der Streitstraße

Manche Dinge werden relativ schnell behandelt.  In einem Antrag einer Seniorin vom 15.03.2012 an die Bezirksverordnetenversammlung, bat diese „dass der noch vorhandene Radweg beiderseits der Streitstraße wieder aktiviert bzw. ausgebaut wird“.

Diesem Wunsch würden viele Autofahrer, die täglich die Streitstraße im Spandauer Ortsteil Hakenfelde oder auch die Neuendorfer Straße in der Spandauer Neustadt nutzen, zustimmen. Fußgänger hätten sich über eine Verbreiterung des zu schmalen Radweges wohl eher nicht gefreut.

Die Begründung der Seniorin: “Radfahrer unter die Räder?”

Im Zuge der Straßenerneuerung sowie der Beseitigung der ehemaligen Gleise auf der Neuendorfer- und der Streitstraße in Hakenfelde wurde der vorhandene Radweg neben dem Fußweg – wie es sich immer bewährt hat – auf die gefährliche Fahrbahn verlegt, die dadurch 1-spurig geworden ist.

Jeder Bus kreuzt ständig den Radweg zwecks Anfahren der Haltestelle. Erhöhtes Risiko auf beiden Seiten!

Also, zurück zur altbewährten Methode!

Spannend ist es, den Weg des Antrages einmal zu verfolgen (Datum Gremium /Sitzung Beratungsstand):

  • 25.04.2012 BVV 010/XIX(BVV) überwiesen
  • 15.05.2012 BuV 006/XIX(BuV) vertagt
  • 21.08.2012 BuV 008/XIX(BuV) vertagt
  • 18.09.2012 BuV 009/XIX(BuV) vertagt
  • 16.10.2012 BuV 010/XIX(BuV) im Ausschuss abgelehnt
  • 31.10.2012 BVV 015/XIX(BVV) in der BVV abgelehnt

Was lange irgendwie ging, muss nicht gleich bewährt sein

Tatsächlich kommen sich Busfahrer und Radfahrer dort ab und an in die Quere. Unachtsamkeit oder Rücksichtslosigkeit auf beiden Seiten können Gründe dafür sein. Im Regelfall gibt es keine Probleme. Üble Laune auf Seiten der Radfahrer bereiten eher Autofahrer, gewerbliche wie private, die den Fahrradstreifen auf der Neuendorfer und Streitstraße regelmäßig als willkommene Parkzone missbrauchen. Radfahrer sind so gezwungen, in den fließenden einspurigen Verkehr auszuweichen. Hier ist das mögliche Gefahrenpotential erheblich höher, als zwischen Fahrädern und Bussen.

Gut also, dass dieser Antrag abgelehnt wurde, auch wenn der Wunsch nach der scheinbaren Sicherheit des alten Zustandes durchaus nachvollziehbar ist. Im Winter wird sich der neue Zustand wieder beweisen können. Wie üblich wird bei der Schneeräumung der Schnee vom Fußweg auf den alten Radweg geschoben werden, während die Straßen und damit auch der markierte Radweg darauf – hoffentlich“ geräumt wird. Die Sichtbarkeit der Radfahrer hat auch andere unbestreitbare Vorteile. Rad- und Autofahrer sehen sich und können sich aufeinander einstellen, was auf “hinter parkenden Autos verborgenen Radwegen nicht möglich ist. Autofahrer scheinen beim Rechtsabbiegen immer wieder aus neue überrascht zu sein, dass Radfahrer aus dem “Nichts” auftauchen.

 

Ralf Salecker