Spandau spart 3.300 Tonnen CO2 ein

Holzschnitzel werden im Kraftwerk Reuter als Brennstoff genutzt

Der Bezirk Spandau und Vattenfall Europe haben eine Kooperationsvereinbarung zur energetischen Nutzung von Landschaftspflegeholz des Bezirkes im Heizkraftwerk (HKW) Reuter getroffen.

Im Bezirk Spandau fallen bei Pflegemaßnahmen der Grünflächen rund 3500 Tonnen sogenanntes Landschaftspflegeholz an. Geschreddert zu Schnitzeln kann es im Heizkraftwerk Reuter verbrannt werden.

Damit werden etwa 1400 Tonnen Steinkohle eingespart. Insgesamt vermeidet man so den Ausstoß von 3300 Tonnen Kohlendoxid (CO2).

Seit wann wird bei einer Verbrennung Kohlendioxid eingespart? Ganz einfach. Bei der Verbrennung von Steinkohle würde zusätzliches CO2 in die Atmosphäre entweichen. Bei Holzschnitzeln erfolgt die Verbrennung quasi CO2-Neutral, da nur soviel freigesetzt wird, wie während des Wachstums aufgenommen wurde.

Mit der Energie aus 3500 Tonnen Biomasse können 800 Haushalte ein Jahr mit Strom versorgt werden.

Nun wäre natürlich interessant zu wissen, was der Bezirk Spandau bisher mit den Holzresten gemacht hat. Im Regelfall werden sie entweder gehäckselt und dort wieder eingebracht, wo sie entnommen wurden. So dienen sie der Bodenabdeckung, was weniger "Unkräuter" bedeutet. Da sie verrotten, geben sie in der Folge natürliche Nährstoffe an den Boden ab. Alles übrige landet auf dem Kompost.

(Einen Tag später gibt´s das Ergebnis. Der Bezirk spart im Jahr rund 100000 Euro ein, die ansonsten für das Schreddern und Kompostieren angefallen wären.)

Weihnachtsbäume wurden in diesem Jahr ebenso erfolgreich als Energieträger genutzt.

Nach dem  Erneuerbare Energien-Gesetz ist der so erzeugte Strom klimaneutral und gilt folglich als Ökostrom. Kann Vattenfall diesen Strom nun als Ökostrom ausweisen? Bekommt Vattenfall dafür auch höhere Entgelte?

Nachdem der große Stromerzeuger erst mit dem Kopf durch die Wand wollte um ein riesiges Kraftwerk in der Stadt zu errichten, welches alle CO2-Sparpläne der Stadt über den Haufen geworfen hätte, kommen nun die kleinen Schritte in eine vernünftige Richtung.

Mit anderen Berliner Bezirken strebt der Stromkonzern Vattenfall ähnliche Vereinbarungen an.

Bis zu 20 Prozent Holzschnitzel könnten zugefeuert werden, ohne negative Auswirkungen auf den Brennprozess. Theoretisch könnten pro Jahr zusätzlich 60000 Tonnen Holz verfeuert werden. So liefert ein verbranntes „Billy“-Regal den Rohstoff für etwa 25 Kilowattstunden (kWh) Strom.

 

 

 

 

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist