Der Ursprung stÃĪdtischen Lebens im Spandauer Raum reicht weit zurÞck: Auf einem slawischen Burgwall, ein bis zwei Kilometer sÞdlich der heutigen Altstadt, entstand bereits im frÞhen 8. Jahrhundert an der strategisch gÞnstigen Stelle am Zusammenfluss von Havel und Spree aus einer einfachen Siedlung eine befestigte Burganlage. In der zweiten HÃĪlfte des 10. Jahrhunderts erlebten die Burg und die ihr angeschlossene stadtartige Siedlung eine BlÞtezeit, die bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts andauerte.

Seit dem 11. Jahrhundert bestand zudem auf dem GelÃĪnde der heutigen Zitadelle eine slawische Burg, die den wichtigen HavelÞbergang sicherte. Einschneidende VerÃĪnderungen brachte das Jahr 1157, als Markgraf Albrecht der BÃĪr aus dem Haus Askanien endgÞltig die Herrschaft Þber das Havelland erlangte. Die askanischen Markgrafen maÃen diesem strategisch bedeutsamen Ort groÃe Wichtigkeit bei: Sie lieÃen die Burg ausbauen, wÃĪhrend der alte Burgwall um 1200 vollstÃĪndig aufgegeben wurde. Die BevÃķlkerung siedelte grÃķÃtenteils in den Bereich der heutigen Altstadt um.

Erste urkundliche ErwÃĪhnung 1197
Im Mai 1197 wurde in einer markgrÃĪflichen Schenkungsurkunde der Spandauer Vogt Eberhard (Everardus advocatus in Spandowe) als Zeuge aufgefÞhrt â die erste urkundliche ErwÃĪhnung Spandaus Þberhaupt. Diese Nennung belegt, dass die Vogtei Spandau bereits frÞh als bedeutsamer Sitz der Landesverwaltung im Havelland diente. Die Urkunde liegt heute im Domstiftsarchiv Brandenburg und wird auf der Zitadelle als Faksimile gezeigt. Die ÃĪlteste Originalurkunde im Bestand des Archivs des Stadtgeschichtlichen Museums Spandau stammt hingegen aus dem Jahr 1289 und trÃĪgt das Spandauer Siegel.

Am Ende des 12. Jahrhunderts entstand im Schutz der Zitadellenanlage rund um die Nikolaikirche eine Niederlassung deutscher Kaufleute. Diese Siedlung wuchs zu einem Marktort heran, dem die Markgrafen Johann I. und Otto III. schlieÃlich 1232 das Stadtrecht und weitere wichtige Privilegien verliehen. Spandau â ÃĪlter als Berlin â wurde in dieser Zeit als planmÃĪÃige Stadtanlage ausgebaut und war jahrhundertelang die bedeutendste Stadt im Havelland.
Von der Festung zur Zwangseingemeindung
KurfÞrst Joachim II. lieà spÃĪter an Stelle der veralteten Burg eine moderne Landesfestung errichten, die in Krisenzeiten den Schutz der nahegelegenen Residenzstadt Berlin-CÃķlln Þbernehmen sollte. Mit den Berlinern lieferte sich Spandau einst sogar eine Seeschlacht vor den Mauern der Zitadelle â und gewann. Jahrhundertelang blieb Spandau eine eigenstÃĪndige Stadt an der MÞndung der Spree in die Havel.

Die Zwangseingemeindung nach Berlin war ein schwerer Einschnitt, bewahrte den GroÃteil Spandaus aber vor einigen Jahrzehnten DDR-Mitgliedschaft. Lediglich West-Staaken gelangte im Zuge eines Gebietstausches vorÞbergehend nach Brandenburg. Nach dem Mauerfall kehrte es zurÞck, wÃĪhrend Spandau die zuvor erhaltenen Gebiete behalten durfte und so als Gebietsgewinnler dasteht.
- Seit August 1961 trennte die Mauer die Spandauer und ihre Nachbarn
- Von der Altstadt Spandau bis zum Grimnitzsee
Bis heute pflegen manche Spandauerinnen und Spandauer ihren eigenstÃĪndigen Geist: Berlin liegt fÞr sie schlicht âbei Spandau“, meist augenzwinkernd gemeint, mal bitterernst. So ist natÞrlich der Cartoon zum Beitrag keine historisch getreue Darstellung der GebÃĪude. Die Datumsangaben sind natÞrlich korrekt.
Historische Mai-Ereignisse in Spandau
Mai 1197 â Erste urkundliche ErwÃĪhnung
Im Mai 1197 wurde Spandau erstmals urkundlich erwÃĪhnt: In einer Urkunde von Markgraf Otto II. wird ein gewisser âEverhardus, advocatus in Spandowe“ als Zeuge genannt.
6. Mai 1631 â Schwedische Besetzung im DreiÃigjÃĪhrigen Krieg
Am 6. Mai 1631 besetzten schwedische Truppen Stadt und Festung Spandau wÃĪhrend des DreiÃigjÃĪhrigen Krieges â KÃķnig Gustav Adolf war dabei persÃķnlich anwesend. Die Schweden blieben bis 1634 in Spandau.
13. Mai 1620 â Brand in der JÞdenstraÃe
Am 13. Mai 1620 brach ein schwerer Brand in der JÞdenstraÃe in Spandau aus. Solche StadtbrÃĪnde waren in der vorindustriellen Zeit hÃĪufig und richteten erhebliche SchÃĪden an der stÃĪdtischen Bausubstanz an.
4. Mai 1641 â Tod des Grafen Schwarzenberg
Am 4. Mai 1641 starb Graf Adam zu Schwarzenberg in Spandau, wohin er zuvor mit der Kriegskanzlei umgesiedelt war. Er wurde anschlieÃend in der Nikolaikirche beigesetzt.
14. Mai 1731 â Brand des Klostervorwerks
Am 14. Mai 1731 brannte das Klostervorwerk samt mehrerer GehÃķfte des Stresow nieder. Es war einer von mehreren verheerenden StadtbrÃĪnden, die Spandau im 18. Jahrhundert heimsuchten.



