Am 22. September 2026 verwandelt sich die Lutherstraße in der Spandauer Neustadt von 15 bis 19 Uhr in eine autofreie Mitmach- und Spielstraße für Groß und Klein.
Neue Räume für Nachbarschaften
Gemeinsam mit der Ev. Kirchengemeinde im Norden Spandaus laden die Organisatorinnen und Organisatoren alle Neustädter*innen ein, diesen Nachmittag gemeinsam zu verbringen – unabhängig von Alter oder Generation. Die Lutherstraße 14 wird dafür für den Autoverkehr gesperrt und öffnet sich für Begegnung, Spiel und Nachbarschaft.

Programm für alle Generationen
Von Basteln und Kinderschminken über einen Lernparcours und ein Glücksrad bis hin zu Skateboarden sowie Kaffee und Kuchen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Das vielfältige Angebot richtet sich gleichermaßen an Kinder, Erwachsene und Senior*innen und macht sichtbar, welches Potenzial in den Straßen der Neustadt steckt, wenn mehr Platz für Mensch und Nachbarschaft entsteht.

Auf einen Blick
- Wann: 22.09.2026, 15:00–19:00 Uhr
- Wo: Lutherstraße 14, Spandauer Neustadt
- Was: Spiel, Kreativität und Bewegung für alle Generationen
- Veranstalter: Nachbarschaftsinitiative gemeinsam mit der Ev. Kirchengemeinde im Norden Spandaus
Kommt vorbei, macht mit und feiert die Vielfalt der Neustadt!
Ein Aktionstag mit Tradition
Der Spielstraßenaktionstag findet anlässlich des Internationalen autofreien Tages und in unmittelbarer Nähe zum Weltkindertag am 20. September statt, wodurch die Aktion bewusst zwei Anliegen verbindet: Klimaschutz im Straßenverkehr und Kinderrechte auf öffentlichen Raum. Von 15 bis 19 Uhr werden die ausgewählten Straßenabschnitte für Autos und Fahrräder gesperrt, damit Anwohnende Kreide malen, Fußball spielen oder einfach miteinander ins Gespräch kommen können. Die Teilnahme war bis zum 30. April 2026 möglich, berlinweit waren maximal 50 Abschnitte zugelassen, vergeben nach Eingangsreihenfolge der Anmeldungen.
Ursprung in der Böckhstraße
Die Wurzeln des Konzepts liegen im Jahr 2019, als in der Kreuzberger Böckhstraße die erste temporäre Spielstraße Berlins entstand. Seither trifft sich die Nachbarschaft dort regelmäßig mittwochs. Aus dieser Pionierinitiative wuchs das Bündnis Temporäre Spielstraßen, ein Zusammenschluss aus BUND Berlin, DaKS, dem Deutschen Kinderhilfswerk und dem VCD Nordost, der das Modell inzwischen international bekannt gemacht hat. Allein in der Böckhstraße kamen bis 2023 über 100 Termine und schätzungsweise mindestens 10.000 Besucherinnen und Besucher zusammen, ein Beleg dafür, wie stark der Bedarf an solchen Treffpunkten ist.
Warum Kinder Straßenraum brauchen
Wissenschaftliche Studien untermauern die soziale Bedeutung der Aktion: Laut der Studie „Raum für Kinderspiel“ des Deutschen Kinderhilfswerkes verbringen Kinder aus kinderfreundlichen Stadtteilen täglich fast zwei Stunden unbeaufsichtigt draußen, während es in schlecht ausgestatteten Quartieren nur eine Viertelstunde ist. Diese Differenz wirkt sich direkt auf soziale Erfahrungen, Medienkonsum und die Nutzung von Freizeitangeboten aus. Gerade in dicht besiedelten Berliner Kiezen mit wenigen Spielplätzen und Grünflächen übernehmen temporäre Spielstraßen daher eine Ausgleichsfunktion, die sonst fehlen würde.
Ehrenamt unter finanziellem Druck
Das Projekt lebt fast vollständig vom bürgerschaftlichen Engagement: Nach Angaben des Bündnisses sind mittlerweile rund 1.000 Berlinerinnen und Berliner ehrenamtlich in den Initiativen aktiv. Diese Basis geriet 2023 jedoch in Gefahr, als der Senat die Fördermittel von 180.000 Euro auf nur noch 50.000 Euro pro Jahr kürzen wollte, eine Entscheidung, die der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes als „Ohrfeige für die betroffenen Kinder und Familien“ bezeichnete. Der diesjährige Rekord von 43 teilnehmenden Straßen zeigt, dass die Initiative trotz solcher Unsicherheiten weiter wächst und gesellschaftlich verankert bleibt.
Anerkennung über Berlin hinaus
Das Bündnis wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großen Preis des Berliner Umweltfestivals 2023 und dem Award der International Play Association, und war für den Mobilitätspreis des österreichischen Verkehrsclubs VCÖ nominiert. Diese internationale Beachtung unterstreicht, dass Berlin mit dem Modell der temporären Spielstraße einen übertragbaren Ansatz für kinderfreundliche Stadtentwicklung entwickelt hat, der mittlerweile deutschlandweit Interesse findet.





































