Trinkwasserbrunnen in Spandau

Wenn die Temperaturen im Sommer steigen, wird ausreichendes Trinken schnell zur Frage der Gesundheit, und im Extremfall sogar des Überlebens. Doch obwohl die Risiken bekannt sind, unterschätzen viele Menschen noch immer, wie viel Flüssigkeit ihr Körper bei großer Hitze tatsächlich benötigt.

In Spandau gibt es aktuell 18 öffentliche Trinkwasserbrunnen der Berliner Wasserbetriebe; sie versorgen die Stadtteilöffentlichkeit von April bis Oktober kostenfrei mit Trinkwasser. Das sind eindeutig zu wenig. Schon 2022 forderte der „Berliner Wassertisch“ weitere Trinkwasserbrunnen zu errichten und bemängelte zugleich, dass neue Brunnen zu langsam geschaffen würden. Damals gab es rund 200 solcher Brunnen in Berlin. Die Brunnen sind an das Berliner Trinkwassernetz angeschlossen, und die Wasserqualität wird kontinuierlich überwacht. Die Berliner Wasserbetriebe betreiben berlinweit mittlerweile 238 Trinkbrunnen und betonen, dass diese in Parks und auf Plätzen kostenloses Trinkwasser bereitstellen.

Liste Spandauer Trinkbrunnen

Spandauer Trinkwasserbrunnen

  1. Obermaierweg / Stresowplatz, 13597 Berlin
  2. Am Koeltzepark, 13585 Berlin
  3. Metzer Platz / Pichelsdorfer Straße, 13595 Berlin
  4. Frieda-Arnheim-Promenade, 13585 Berlin
  5. U-Bahnhof Ruhleben, 13597 Berlin
  6. Pichelsdorfer Straße / Tharsanderweg, 13595 Berlin
  7. Münsingerpark, 13597 Berlin
  8. Leubnitzer Weg, 13593 Berlin
  9. Havelstraße, 13597 Berlin
  10. Maselakepark / Streitstraße / Hohenzollernring, 13587 Berlin
  11. Wröhmännerpark, gegenüber Neuendorfer Straße 99, 13585 Berlin
  12. Am Falkenhagener Feld / Westerwaldstraße 9a, 13589 Berlin
  13. Hugo-Cassierer-Straße, 13587 Berlin
  14. Fehrbelliner Tor / Ecke Hohenzollernring, 13585 Berlin
  15. Ziegelhof / Schifffahrtsufer, 13581 Berlin
  16. Földerichplatz, 13595 Berlin
  17. Siemenspark / Eingang Rohrdamm, 13629 Berlin
  18. Gatower Straße 19 / Eingang Kombibad, 13595 Berlin

Webseite: Trinkwasserbrunnen in Spandau

Berliner Erfrischungskarte – Open Data Informationsstelle Berlin

Auszug aus dem Haushaltsgesetz 2026/2027

Die Errichtung neuer Trinkbrunnen verursacht in Abhängigkeit der Anschlusslänge Kosten von ca.
15.000 bis 18.000 € pro Brunnen. Die Kosten für Pflege und Wartung betragen aktuell ca. 4.000
bis 4.500 € pro Jahr und Brunnen. Die Kosten entstehen durch wöchentliche Wartungsintervalle
und monatliche Beprobung zur Sicherung der Trinkwasserqualität.

Warum der Körper Wasser braucht

Der menschliche Organismus besteht zu einem erheblichen Teil aus Wasser. Dieses reguliert die Körpertemperatur, transportiert Nährstoffe und unterstützt lebenswichtige Funktionen. Bei hohen Außentemperaturen steigt die Schweißproduktion, um den Körper zu kühlen, und damit auch der Flüssigkeitsverlust. Wird dieser nicht ausgeglichen, droht Dehydrierung.

Erste Warnzeichen und ernste Folgen

Die Folgen können zunächst unscheinbar beginnen: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel oder Konzentrationsprobleme. Doch schon ein Flüssigkeitsdefizit von etwa zwei Prozent des Körpergewichts kann die Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigen. In schwereren Fällen kommt es zu Kreislaufproblemen, Hitzekrämpfen oder sogar einem Hitzschlag, der lebensbedrohlich sein kann.

Unterschiedlicher Bedarf bei Männern und Frauen

Wie viel ein Mensch trinken sollte, hängt von mehreren Faktoren ab, insbesondere von Geschlecht, Körpergewicht und Alter. Männer haben im Durchschnitt einen höheren Wasseranteil im Körper und eine größere Muskelmasse als Frauen, was ihren Flüssigkeitsbedarf erhöht. Bei starker Hitze benötigen erwachsene Männer daher häufig etwa 2,5 bis 3,5 Liter pro Tag oder mehr, je nach Aktivitätsniveau.

Frauen kommen aufgrund ihres im Schnitt geringeren Körpergewichts und anderen Stoffwechselprofils oft mit etwas weniger aus, sollten aber ebenfalls mindestens 2 bis 3 Liter täglich zu sich nehmen, wenn die Temperaturen hoch sind. Auch hier gilt: körperliche Anstrengung oder direkte Sonneneinstrahlung erhöhen den Bedarf deutlich.

Kinder verlieren besonders schnell Flüssigkeit

Besonders gefährdet sind Kinder. Ihr Körper reguliert die Temperatur weniger effizient, und sie verspüren oft erst spät ein Durstgefühl. Zudem verlieren sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht schneller Flüssigkeit. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern und Betreuungspersonen regelmäßig ans Trinken erinnern. Je nach Alter und Gewicht kann der Bedarf stark variieren, liegt aber häufig zwischen 1 und 2 Litern pro Tag, bei Hitze entsprechend mehr. Bei kleinen Kindern ist das Risiko eines Flüssigkeitsmangels besonders hoch. Laut aktuellen Berichten können Kinder bei Hitze in Ruhe bis zu 700 Milliliter Flüssigkeit pro Stunde verlieren. Fachinformationen weisen zudem darauf hin, dass Kinder Hitze schlechter regulieren als Erwachsene und ihren Wasserverlust deshalb schneller ausgleichen müssen.

Orientierung am Körpergewicht

Eine einfache Orientierung bietet das Körpergewicht: Pro Kilogramm Körpergewicht werden unter normalen Bedingungen etwa 30 bis 40 Milliliter Flüssigkeit empfohlen. Bei hohen Temperaturen kann dieser Wert deutlich steigen. Ein 70 Kilogramm schwerer Erwachsener sollte demnach mindestens etwa zwei bis drei Liter trinken, bei Hitze entsprechend mehr.

Durst ist ein wichtiges Signal

Für gesunde Menschen gilt: Das Durstgefühl ist kein unzuverlässiger Alarm, sondern ein sinnvolles Warnsystem des Körpers. Der Körper löste bei sinkender Flüssigkeitsmenge normalerweise ein Durstgefühl aus , so dass gesunde Erwachsene so einen stärkeren Mangel meist verhindern können. Erst wenn zusätzlich Faktoren wie starke Hitze, Sport, Erbrechen oder Durchfall hinzukommen, steigt das Risiko für Dehydrierung deutlich.

Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern auch die Regelmäßigkeit. Große Mengen auf einmal helfen weniger als kontinuierliches Trinken über den Tag verteilt. Wasser und ungesüßte Getränke sind dabei die beste Wahl. Alkohol hingegen wirkt entwässernd und kann die Situation zusätzlich verschärfen.

Fazit: Trinken als Schutzmaßnahme

Mit zunehmender Häufigkeit von Hitzewellen wird ausreichendes Trinken zu einer zentralen Präventionsmaßnahme. Wer die Signale seines Körpers ernst nimmt und frühzeitig gegensteuert, kann gesundheitliche Risiken deutlich reduzieren, und kommt besser durch die heißen Tage.

Trinkwasserbrunnen für den eigenen Kiez beantragen?

Um einen neuen Trinkwasserbrunnen für Ihren Kiez zu beantragen, müssen Sie sich direkt an Ihr zuständiges Bezirksamt (Straßen- und Grünflächenamt) wenden.

Der Berliner Senat stellt zwar über das Förderprogramm „Sauberes Berlin“ oder Sonderbudgets Geld bereit, die konkrete Standortwahl und Verwaltung liegen jedoch bei den einzelnen Bezirken.

So gehen Sie am besten vor:

  • Standort prüfen: Der Platz muss öffentlich zugänglich sein. Er darf nicht auf Privatgrundstücken liegen.
  • Leitungen checken: Eine Trinkwasserleitung der Berliner Wasserbetriebe (BWB) muss direkt unter dem Gehweg oder Platz liegen. Weite Zuleitungen sprengen das Budget.
  • Formloser Antrag: Schreiben Sie eine E-Mail an das Straßen- und Grünflächenamt Ihres Bezirks. Beschreiben Sie den genauen Wunschstandort und begründen Sie den Bedarf (z. B. „stark frequentierter Spielplatz“, „Kiez-Zentrum ohne Schatten“).
  • Bürgerhaushalt nutzen: Viele Berliner Bezirke haben jährliche Bürgerhaushalte. Dort können Sie den Brunnen als Vorschlag einreichen. Stimmen genug Nachbarn dafür ab, muss der Bezirk den Brunnen finanzieren.
  • Politische Unterstützung: Kontaktieren Sie die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Ihres Bezirks oder Kiez-Abgeordnete. Wenn eine Fraktion einen Antrag in die BVV einbringt, erhöht das die Erfolgschancen massiv.

In Berlin-Spandau gibt es derzeit 18 öffentliche Trinkwasserbrunnen der Berliner Wasserbetriebe. Wenn Sie in Ihrem Spandauer Kiez (wie der Altstadt, Hakenfelde oder dem Falkenhagener Feld) einen weiteren Brunnen beantragen möchten, stehen Ihnen dafür konkrete Wege offen. [1]

1. Der direkte Weg über das Bezirksamt Spandau

Für die Prüfung von Standorten im öffentlichen Raum ist das Straßen- und Grünflächenamt (Fachbereich Tiefbau) zuständig. Sie können dort einen formlosen Antrag per E-Mail einreichen.

  • Zuständiges Amt: Straßen- und Grünflächenamt Spandau
  • E-Mail: info@ba-spandau.berlin.de (oder nutzen Sie das Kontaktformular des Amtes)
  • Inhalt der Mail: Beschreiben Sie präzise den gewünschten Standort (z.B. am Lindenufer oder auf einem bestimmten Spielplatz) und begründen Sie die Notwendigkeit bezüglich des Hitzeschutzes (z.B. hohe Passantenfrequenz, Nähe zu Seniorenheimen oder Kitas). Alternativ koordiniert das Bezirksamt solche Maßnahmen auch über seine eigene Hitzeschutzkoordination.

2. Bürgerbeteiligung zum Haushalt nutzen

Spandau führt regelmäßig Verfahren zur Bürgerbeteiligung zum Bezirkshaushalt durch. Über die zentrale Berliner Beteiligungsplattform können Einwohner konkrete Vorschläge einreichen, wohin bezirkliche Gelder fließen sollen:

  • Plattform: Vorschläge können online auf mein.berlin.de (Projektseite Spandau) eingereicht werden.
  • Verfahren: Der Bezirk sammelt Ideen für den laufenden Doppelhaushalt. Wenn Ihr Vorschlag für einen Trinkbrunnen dort Unterstützung aus der Bevölkerung erhält und die Fachdienststelle die technische Machbarkeit (Wasserleitung unter dem Gehweg) bestätigt, entscheidet das Bezirksamt oder die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) über die Zuweisung der Gelder.

3. Unterstützung über die Spandauer Politik (BVV)

Ein sehr wirksamer Hebel ist es, die im Bezirk aktiven Politiker direkt anzusprechen. Sie können die Spandauer Fraktionen (z.B. SPD, CDU, Grüne, Linke) kontaktieren und darum bitten, dass diese einen offiziellen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einbringen. Ein solcher Beschluss verpflichtet das Bezirksamt rechtlich, die Errichtung des Brunnens an genau diesem Ort zu prüfen.

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