In Berlin sind „Stadtteilkoordination Plus„ und „Quartiersmanagement light“ zwei verschiedene Modelle für die Zeit nach dem Ende eines regulären Quartiersmanagements. Stadtteilkoordination Plus ist eine zeitlich befristete Verstärkung der bezirklichen Stadtteilkoordination, während „Quartiersmanagement light“ die langfristige Fortführung des Instruments Quartiersmanagement in Verantwortung des Bezirks bezeichnet.
Stadtteilkoordination Plus
Die „Stadtteilkoordination Plus“ wird aus Mitteln der Städtebauförderung kofinanziert und soll den Übergang vom auslaufenden Quartiersmanagement in die bezirkliche Regelversorgung erleichtern. Ihr Schwerpunkt liegt auf Netzwerkarbeit, Vermittlung, Beteiligung und der Stabilisierung bereits aufgebauter Strukturen im Stadtteil. Sie ist ausdrücklich als befristete Projektförderung angelegt und verstärkt entweder eine vorhandene bezirkliche Stadtteilkoordination oder unterstützt deren Aufbau.
Quartiersmanagement light
„Quartiersmanagement light“ bedeutet dagegen, dass das Instrument Quartiersmanagement selbst nach dem Ende der Städtebauförderung in reduzierter Form weitergeführt wird. Die Verantwortung liegt dann beim jeweiligen Bezirk, die Finanzierung erfolgt aus Landesmitteln und nicht mehr aus der Städtebauförderung. Das Modell ist auf längere Dauer angelegt und bleibt näher am klassischen Quartiersmanagement als die Stadtteilkoordination Plus.
Der zentrale Unterschied
Der wichtigste Unterschied liegt also nicht nur in der Finanzierung, sondern vor allem in der Funktion. Stadtteilkoordination Plus ist eine Übergangs- und Verstetigungsstruktur mit intermediärer Rolle, die vor allem vernetzt und begleitet. Quartiersmanagement light führt dagegen das Handlungsinstrument Quartiersmanagement selbst fort, wenn auch in abgeschwächter Form und unter bezirklicher Verantwortung.
Einordnung
Die Senatsverwaltung beschreibt, dass beide Modelle nach einem beendeten Quartiersmanagement-Verfahren eingesetzt werden können, die Unterschiede aber überwiegen. Für die Stadtteilkoordination Plus ist außerdem relevant, dass sie nach der Berliner Darstellung gerade nicht hinsichtlich Aufgaben und Interventionsintensität mit einem Quartiersmanagement gleichgesetzt werden darf. Genau darin liegt der Kern: „Stadtteilkoordination Plus“ ist eher Brücke und Netzwerkstruktur, „Quartiersmanagement light“ eher eine abgespeckte Fortsetzung des bisherigen Instruments.
