Berlin, 7. Januar 2026 – Deutschland steuert auf ein kritisches Klimaproblem zu. Ohne grundlegende Änderungen wird das Land seine Klimaziele für 2040 verfehlen. Besonders der Verkehrssektor erweist sich neben dem Gebäudebereich als größte Herausforderung. Eine aktuelle Studie der Agora Verkehrswende zu den Treibhausgasemissionen 2025 unterstreicht diese Erkenntnis mit Nachdruck. Entscheidend ist dabei der Blick auf unsere Lebensqualität von morgen – denn genau die steht auf dem Spiel. Die Klimaziele dienen als Wegweiser, wie wir diese Zukunft sichern können.
Der Verkehrssektor, in dem bislang kaum Fortschritte erzielt wurden, steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Uns bleiben 15 Jahre – je später wir handeln, desto drastischer werden die notwendigen Einschnitte. Ohne Kurskorrektur drohen bereits in fünf Jahren EU-Strafzahlungen durch den Kauf von CO₂-Zertifikaten in Höhe von 34 Milliarden Euro.
„Ein moderner öffentlicher Nahverkehr bildet das Fundament für die Mobilität der Zukunft. Wenn Menschen sicher und komfortabel zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Sharingfahrzeugen ihre Bahnanschlüsse erreichen, reduziert sich der Pkw-Bedarf erheblich. Eine intelligente und bezahlbare Mobilitätskette ist der Schlüssel – in urbanen wie ländlichen Regionen. Diese zukunftsorientierte Planung erwarten die Bürgerinnen und Bürger von ihrer Regierung. Wir wollen unsere hohe Lebensqualität bewahren und den Wirtschaftsstandort stärken – deshalb fordern wir umfassende Investitionen in den Verkehrssektor“, erklärt Ragnhild Sørensen von Changing Cities.
Notwendige Maßnahmen bis März
Die Bundesregierung muss bis März ein ambitioniertes Klimaschutzprogramm beschließen. Folgende Schwerpunkte sind dabei unverzichtbar:
- Deutliche Verringerung des Autoverkehrs durch großzügigen Ausbau alternativer Mobilitätsangebote
- Ausbau des öffentlichen Verkehrs mit Kapazitätserweiterungen und deutlich gesteigerter Attraktivität für Fahrgäste und Beschäftigte
- Förderung von Fuß- und Radinfrastruktur, die neben CO₂-Einsparungen besonders gesundheitliche Vorteile bietet und kostengünstig viele Autofahrten im Nahbereich ersetzen kann
- Abbau von Fehlanreizen wie Dienstwagenprivileg, Dieselsubventionen und Pendlerpauschale sowie Einführung einer Kerosinsteuer, wobei sozialverträgliche Übergangslösungen konzipiert werden müssen
- Förderung der Elektromobilität durch zügigen Ladeinfrastrukturausbau und Reform der Kfz-Steuer
- Sofortige Emissionsreduktion durch Tempolimits von 30/80/100 km/h bis andere Maßnahmen greifen
- Vermeidung fossiler Lock-ins, da steigende CO₂-Preise besonders einkommensschwache Haushalte treffen werden – kompensatorische Maßnahmen für eine sozial gerechte Transformation sind daher von Anfang an einzuplanen
- Weiterführende Links: Studie der Agora Verkehrswende vom 7. Januar 2026: https://www.agora-energiewende.de/aktuelles/deutschland-verliert-tempo-beim-klimaschutz-waermepumpen-und-e-autos-holen-nur-langsam-auf
