Im April 2026 führte die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht Spandau eine Kontrolle in einer Wohnung im Bezirk durch und stellte dabei eine größere Anzahl von Tieren fest, die unter nicht angemessenen Bedingungen gehalten wurden. Neben Hunden, Katzen und Vögeln befanden sich auch einzelne exotische Tierarten in der Wohnung. Die Tiere wurden inzwischen zur Vermittlung freigegeben.
In der rund 80 Quadratmeter großen, stark vermüllten Wohnung wurden insgesamt 34 Hunde, 12 Katzen, eine Land- und eine Wasserschildkröte, ein Kaninchen, eine Bartagame, fünf Ziervögel sowie zahlreiche Fische vorgefunden. Nach Einschätzung der Mitarbeitenden lebten die Tiere bereits seit längerer Zeit unter unhygienischen und nicht artgerechten Bedingungen. Mehrere Tiere zeigten gesundheitliche Auffälligkeiten wie verfilztes Fell, überlange Krallen sowie Augen- oder Hautprobleme.
Der Einsatz stellte für die Beteiligten eine hohe organisatorische und personelle Herausforderung dar. Die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht betont, dass sie Hinweisen auf tierschutzwidrige Haltungen weiterhin nachgeht und entsprechende Maßnahmen ergreift, um das Wohl der Tiere sicherzustellen.
Die Maßnahme erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und der Polizei. Die Tiere wurden auf verschiedene Tierheime und Pflegestellen verteilt und tierärztlich versorgt. Gegen die Halterperson wurde ein dauerhaftes Verbot zur Haltung und Betreuung von Wirbeltieren ausgesprochen.
„Animal Hoarding“ – Die krankhafte Sucht, Tiere zu sammeln
Tierhortung bezeichnet das krankhafte Ansammeln von Tieren, bei dem Mindeststandards für Haltung, Pflege und Versorgung nicht mehr eingehalten werden. Betroffene erkennen die Folgen für Tiere und Haushalt oft nicht oder verdrängen sie, obwohl Leid und Gesundheitsrisiken deutlich zunehmen.
Es gibt verschiedene Typen von Tierhortung, etwa den überforderten Pfleger, den Rettertyp, den Züchtertyp und den Ausbeutertyp. Für die Tiere führt das häufig zu Krankheit, Unterernährung, Parasitenbefall und Verhaltensstörungen; Behörden können eingreifen, doch Maßnahmen wirken oft nur begrenzt und Rückfälle sind häufig.



